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Interview / Archiv | Beitrag vom 08.09.2014

KulturpolitikKulturrat gegen kostenlose Opern im Netz

Geschäftsführer Olaf Zimmermann lehnt Vorschlag aus Berlin strikt ab

Placido Domingo (Mitte) und die russische Sopranistin Anna Netrebko (links) in dem Stück "Il trovatore" auf den Salzburger Festspielen. (dpa / picture alliance / Franz Neumayr)
Placido Domingo und Anna Netrebko kostenfrei und live im Internet? Ein entsprechender Vorschlag entzweit die Kulturpolitik. (dpa / picture alliance / Franz Neumayr)

Sollen Opern gratis im Internet übertragen werden? Das fordert Berlins Kulturstaatssekretär Tim Renner. Der Deutsche Kulturrat sieht das ganz anders - und warnt vor negativen Folgen für die Künstler.

Den Vorschlag des Berliner Kulturstaatssekretärs Tim Renner, Opern kostenlos ins Internet zu übertragen, hat der Deutsche Kulturrat strikt abgelehnt. Das sei kontraproduktiv, weil der "Wert der Kultur damit beschädigt" werde, sagte Rats-Geschäftsführer Olaf Zimmermann im Deutschlandradio Kultur.

"Es wird so getan, als könnte man alles kostenlos ins Netz stellen und als würde es so etwas wie eine Grundverpflichtung geben", sagte er. Man müsse mit dem Thema verantwortungsvoller umgehen und erst einmal die Rechte klären. Das sei die Grundlage, auf der die Künstler überlebten.

"Wenn wir das nicht klären, wie (...) digitalisierte Kulturgüter nachher im Netz angeboten werden und dass die Künstler eine angemessene Vergütung dafür bekommen, dann werden die keine Kunst mehr machen können." Renners Vorschlag sei zu kurz gegriffen: "Ich hätte mir gewünscht, er hätte ein bisschen mehr auch die Situation der Künstler im Blick gehabt", so Zimmermann.

Jede Steigerung des Kulturetats ist ein Erfolg

Zudem erwartet der Kulturrat vom Bund für das kommende Jahr mehr Geld für die Kultur. Während Kommunen und Länder an der Kultur enorm sparten, habe der Bund in den vergangenen Jahren immer etwas oben draufgelegt. Er habe damit eine Vorbildfunktion eingenommen, so Zimmermann.

"Schon alleine deswegen ist es wichtig, dass (Anm. der Red.: Kulturstaatsministerin) Monika Grütters auch für den Haushalt 2015 mit einem Aufwuchs brillieren kann", sagte Zimmermann. Jede Steigerung des Etats wäre ein Erfolg, betonte er: "Ich bin mir sicher, dass Monika Grütters das auch hinkriegen wird."

Der Geschäftsführer der Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, zu Gast im Deutschlandradio Kultur. (Deutschlandradio - Bettina Straub)Der Geschäftsführer der Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, zu Gast im Deutschlandradio Kultur. (Deutschlandradio - Bettina Straub)

Mehr zum Thema:

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Digitale Agenda - Neuland Internet? (Deutschlandfunk, Hintergrund, 19.08.2014)

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