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Kulturnachrichten

Donnerstag, 6. März 2014

Studienanfänger: Jeder fünfte ist Ausländer

Jeder fünfte Studienanfänger hat keinen deutschen Pass.

Das besagen vorläufige Zahlen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden. Demnach haben sich im vergangenen Jahr zum ersten Mal mehr als 100.000 Ausländer ins erste Fachsemester eingeschrieben. Das waren 5,8 Prozent mehr als 2012. Die meisten ausländischen Studierenden entschieden sich für Rechtswissenschaften sowie Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Den stärksten Anstieg gab es beim Ingenieurwesen. Aus welchen Ländern die ausländischen Studierenden kommen, hat das Statistische Bundesamt bis jetzt noch nicht ausgewertet - das soll aber bis September geschehen.

Serge Dorny klagt nach Rauswurf in Dresden

Serge Dorny will seine fristlose Kündigung als Intendant der Dresdner Semperoper nicht hinnehmen.

Der Belgier klagt deshalb gegen den Freistaat Sachsen. Und zwar nach Angaben seines Anwalts gegen die Kündigungen des Intendantenvertrages und eines damit zusammenhängenden Vorbereitungsvertrages. Vor zwei Wochen hatte Sachsens Kunstministerin Sabine von Schorlemer Dornys Vertrag noch vor dessen offiziellen Amtsantritt aufgelöst. Sie begründete die Entscheidung mit unterschiedlichen Vorstellungen hinsichtlich der Führung des Hauses. Dorny selbst sah die Schuld für sein Scheitern im Kompetenzgerangel mit Dirigent Christian Thielemann. Der 52-Jährige sollte eigentlich im September seinen Posten in Dresden antreten.

Paralympics: DBS-Präsident Beucher gegen Boykottmaßnahmen

Friedhelm Julius Beucher ist überzeugt, dass Boykottmaßnahmen nichts bewirken.

Der Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes äußerte sich in der "Süddeutschen Zeitung" mit Blick auf die Paralympics in Sotschi. Ein Boykott raube lediglich den Athleten die Chance, zu zeigen, was sie sich erarbeitet hätten, sagte Beucher. Die Bedenken gegen Russland habe es schon vor der Krim-Krise gegeben. Deswegen sei der Aufschrei nach einem Boykott jetzt halbherzig. Beucher erwartet vielmehr vom Präsidenten des Internationalen Paralympischen Komitees, Philip Craven, dass er sich positioniert.

Die Behinderten-Beauftragte der Bundesregierung, Verena Bentele, wird entgegen bisheriger Pläne nicht zu den Paralympischen Winterspielen nach Sotschi reisen. Bentele sagte im ZDF, dies sei ein klares politisches Zeichen der Bundesregierung an Russland.

Russische Rockmusiker rufen zu Völkerverständigung auf

Russische Rockmusiker haben sich per Fernsehen an das ukrainische Volk gewandt.

Wie die ukrainische Internet-Zeitung "Liga" berichtet, sprachen die Sänger Wjatscheslaw Butusow und Maxim Leonidow sowie zwei weitere Musiker im ukrainischen TV-Sender „1+1". Die Künstler riefen zu Freundschaft und Frieden zwischen den Völkern Russlands und der Ukraine auf. Leonidow bat die Ukrainer, auf die Provokationen der russischen Seite nicht zu reagieren. Das nutze nur denjenigen, die diesen Konflikt ausgelöst hätten. Butusow nannte die Ukrainer ein Brudervolk und versprach, zusammen mit seinen Freunden für das Land zu beten.

Johannes Friedmann: Perspektive der AZ ist hoffnungslos

"Das war mehr als Mäzenatentum."

So bezeichnet Johannes Friedmann die Unterstützung der Familie für die Münchner "Abendzeitung". Das Blatt hatte Insolvenz angemeldet, die Verlegerfamilie stellt kein Geld mehr zur Verfügung. Friedmann sagte der "Süddeutschen Zeitung", trotz aller Sanierungsbemühungen sei die Perspektive der "AZ" hoffnungslos. Als Gründe für die Verluste der vergangenen Jahre nannte der Sohn des verstorbenen "AZ"-Gründers Werner Friedmann sinkende Anzeigenerlöse und Leserzahlen sowie hohe Druckkosten. Die Chance, einen Investor zu finden, schätzt Friedmann gering ein. Die Familie suche seit mehr als 15 Jahren vergeblich nach Partnern.

Edgar Selge vergleicht Theaterbetrieb mit Sklavensystem

Nach Ansicht von Edgar Selge ähnelt der Theaterbetrieb einem Sklavensystem.

Der Schauspieler sagte der "Stuttgarter Zeitung", auch am Theater gebe es hierarchische Ordnungen, autoritäre Strukturen und die ständige Verfügbarkeit der Schauspieler - allerdings verpflichte man sich dem Theater freiwillig. Selge betonte, er selbst gehe in keinem Theater der Welt mehr ein festes Engagement ein. Dazu sei der Theaterbetrieb nicht transparent und demokratisch genug. Selge spielt am Theater in Stuttgart und ist unter anderem bekannt als Kommissar Tauber im "Polizeiruf 110".

Doniger: Verbot ihres Buches hilft, Debatte zu beleben

Der Verlag Penguin India hatte das Buch der US-Historikerin Wendy Doniger vom Markt genommen, weil hindu-nationalistische Gruppen ihre Religion verunglimpft sahen.

Jetzt äußert sich Autorin des Buches "The Hindus: An Alternative History" in einem offenen Brief in der "New York Times". Nach dem Verbot habe sie viele mitleidige und bestürzte Briefe und Mails erhalten. Tatsächlich sei sie aber - so wörtlich - "in bester Stimmung". Die Entscheidung habe dazu geführt, dass ihre Verkaufszahlen im Internet deutlich gestiegen seien. Der Fall helfe dabei, deutlich zu machen, welche Macht fundamentalistische Hindus in Indien hätten.

Reporter ohne Grenzen: Pressefreiheit auf der Krim stark eingeschränkt

Der Vorwurf richtet sich an beide Seiten:

Russlands Präsident Putin und die ukrainische Übergangsregierung zögen die Medien in ihre Machtspiele um die Krim hinein. Das beklagt die Organisation "Reporter ohne Grenzen". Deren Geschäftsführer Christian Mihr sagte in Berlin, maskierte Männer hätten zum Beispiel über Stunden die Räume des Zentrums für investigativen Journalismus in Simferopol besetzt. Außerdem könne die unabhängige Fernseh- und Radiostation "Schwarzmeer TV" ihr Programm nicht mehr ausstrahlen. Momentan sei nur noch der staatliche Sender "Krim" zu empfangen. Mihr zufolge hat ein ukrainischer Kabelnetzbetreiber drei russische Fernsehsender abgeschaltet. Zudem seien Journalisten angegriffen worden.

Schriftsteller Kaminer: Ich schäme mich für meine Heimat

Für Wladimir Kaminer wird es nach eigenen Worten mit den Jahren nicht leichter, Russland zu verteidigen.

Der deutsche Schriftsteller russisch-jüdischer Herkunft schreibt in den Zeitungen "taz" und "Die Welt", seit Jahren kämpfe er in Deutschland für den guten Ruf seiner Landsleute. Denn nicht alle Russen seien schwulenfeindlich oder jubelten dem russischen Einmarsch in die Ukraine zu. Wörtlich heißt es in dem Kommentar, den Kaminer zunächst als Post auf seiner Facebookseite veröffentlichte: "Ich schäme mich für meine Heimat, die, unverantwortlich ihrem sogenannten Präsidenten folgend, die Welt an den Rand des Krieges bringt." Bei Besuchen in Russland habe er festgestellt, dass die Menschen dort jede Hoffnung auf bürgerliche Rechte und Freiheit aufgegeben hätten.

Russia Today: US-Journalistin kündigt live wegen Putin

Mit ihrer Kritik an dem russischen Präsidenten Wladimir Putin wollte die US-Journalistin Liz Wahl nicht mehr hinter dem Berg halten.

Vor laufender Kamera kündigte die Moderatorin von "Russia Today" deshalb ihre Arbeit bei dem von der russischen Regierung finanzierten Fernsehsender. Die Journalistin war noch zu Zeiten der Sowjetunion als kleines Mädchen aus Ungarn geflüchtet und arbeitete in dem Büro von "Russia Today" in Washington. Nun betonte Liz Wahl, sie sei stolz, amerikanische Staatsbürgerin zu sein und glaube an die Verbreitung der Wahrheit. Deshalb könne sie nicht für einen Sender arbeiten, der die Taten Putins beschönige. - "Russia Today" hat Büros in der ganzen Welt und sendet auch auf Englisch, Spanisch oder Arabisch.

Pompeji: EU besorgt über Verfall

Italien muss mehr tun, um Pompeji zu schützen.

Dieser Meinung ist die Europäische Kommission. Kulturkommissarin Androulla Vassiliou sagte, die Behörden auf allen Ebenen müssten sich besser abstimmen, um die Gelder effektiver einsetzen zu können. Vorher hatte Italien mitgeteilt, es werde zwei Millionen Euro für dringende Reparaturarbeiten bereitstellen. Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi rief außerdem Unternehmer auf, für Pompeji zu spenden. Seit dem Wochenende sind in der Unesco-Weltkulturerbe-Stätte nach starken Unwettern drei Gebäude eingestürzt. Solche Schadensmeldungen häufen sich in den vergangenen Jahren.

Angeklagte Al-Dschasira-Journalisten erheben Folter-Vorwürfe

Sie sprechen von Folter im Gefängnis und sie dürfen offenbar keinen Arzt sehen.

Das berichten mehrere Journalisten des arabischen Senders Al-Dschasira, die zur Zeit in Kairo vor Gericht stehen. Einer der Männer gab an, er habe eine gebrochene Schulter und dürfe sich nicht operieren lassen. Die Reporter müssen sich dafür verantworten, die verbotene Muslimbrüderschaft unterstützt zu haben. Auch sollen sie angeblich falsche Berichte über die Proteste in Ägypten gesendet haben. Damit hätten sie die "nationale Einheit" des Landes gefährdet. Im Prozess sind 20 Journalisten angeklagt, acht davon sind inhaftiert. Gegen alle anderen läuft der Prozess in Abwesenheit.

Die ägyptischen Behörden werfen Al-Dschasira vor, einseitig und parteiisch über die Protest von Anhängern Mursis gegen die neue Regierung berichtet zu haben. Die Muslimbruderschaft wird seit Dezember als Terrororganisation eingestuft. Seitdem sind die Mitgliedschaft in der Bewegung und sogar der Besitz ihrer Publikationen strafbar.

Künstler baut Berliner Mauer mit Aktenordnern nach

Eine Mauer aus Aktenordnern - auf diese Weise will der Berliner Aktionskünstler Ben Wagin an den Fall der Mauer vor fast 25 Jahren erinnern.

Unter dem Motto "Mauer keine Dauer" wird der 83-Jährige heute vor dem Brandenburger Tor die ehemalige Grenze zwischen Ost- und Westberlin nachbauen. Ein Aktenordner stehe dabei für ein Mauersegment, teilte sein Mitarbeiterteam mit. Die Ordner sollen versinnbildlichen, dass die Mauer zuerst planerisch an den Schreibtischen von Verwaltungsmitarbeitern entstand. Die vollständige Installation soll künftig im Gedenkraum der Bundestagsbibliothek sowie am 11. November 2014 im Haus der Europäischen Kommission in Brüssel gezeigt werden.

Kardinal Woelki: Künstler sollen Bischöfe nicht alleine lassen

Für Kardinal Rainer Maria Woelki haben Künstler und Propheten etwas gemeinsam.

Der Berliner Erzbischof sagte in seiner Predigt zum ökumenischen "Aschermittwoch der Künstler", beide seien inspiriert von etwas, das größer und mächtiger sei als man selbst. Woelki rief deshalb dazu auf, dass Künstler mit ihrer Inspiration und kreativen Kraft die Bischöfe unterstützten. Auch der evangelische Bischof Markus Dröge sah Parallelen zwischen Künstlern und Theologen. Beide Gruppen gingen der Frage nach, wie die Grenze zwischen der Welt Gottes und unserer Welt gezeigt werden könne, sagte Dröge.

Die Tradition des "Aschermittwochs der Künstler" geht auf den katholischen Schriftsteller Paul Claudel zurück, der nach dem Zweiten Weltkrieg nach Paris zum Gedankenaustausch einlud. Seitdem kommen Künstler am Aschermittwoch in Kirchen mehrerer europäischer Städte zusammen.

Papst Franziskus: Personenkult scheint anstößig

Papst Franziskus hält nichts von dem Personenkult um ihn.

Er sagte der Zeitung "Corriere della Sera", den Papst als Superman oder eine Art Star darzustellen, empfinde er als anstößig. Auch er sei nur ein normaler Mensch wie jeder andere. Im Januar war ein Graffiti auf einer Wand in Rom aufgetaucht, auf dem Franziskus als Superman zu sehen war. Der Vatikan verbreitete das Foto auf Twitter.

Während Franziskus den Rummel um seine Person kritisiert, erscheint ein eigenes Fan-Magazin an italienischen Kiosken. Die Zeitschrift "Il Mio Papa" - übersetzt: Mein Papst - bringt jede Woche Termine, Audienzen und Zitate von Franziskus. Herausgegeben wird das Magazin vom Mailänder Mondadori-Verlag. Er gehört zum Medienimperium des früheren Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi.

Great Barrier Reef : Bis 2030 droht Verlust aller Korallen

Das weltberühmte Korallenriff Great Barrier Reef vor der australischen Ostküste könnte bis 2030 komplett zerstört sein.

Davor warnt ein Meeresforscher der Universität Queensland. Könne die Erderwärmung und der Anstieg des CO2-Ausstoßes nicht gestoppt werden, sei der Schaden unwiederbringlich, heißt es in dem Bericht. Bereits in den vergangenen 30 Jahren verlor das Riff mehr als die Hälfte seiner Korallen. Auch die UNESCO sorgt sich um das Weltnaturerbe und will im Juni darüber entscheiden, ob das Great Barrier Reef auf der Liste der bedrohten Welterbestätten landet. Denn: Die australische Regierung hat erst vor kurzem grünes Licht gegeben, dass drei Millionen Kubikmeter Schlamm im Naturschutzgebiet versenkt werden können. Außerdem soll ein Kohlehafen in der Nähe gebaut werden.

Charité gibt Gebeine von Kolonialopfern zurück

Sie sollen endlich ihre letzte Ruhe finden.

Die Berliner Universitätsklinik Charité hat die sterblichen Überreste von 21 Namibiern an eine Delegation des afrikanischen Landes übergeben. Die Gebeine waren im Zuge der deutschen Kolonialherrschaft nach Berlin gelangt. Sie dienten lange Zeit rassistisch motivierter Forschung. Die Schädel und Knochen sollen nun in Namibia bestattet werden. Während der Zeremonie in Berlin forderten mehrere Nichtregierungsorganisationen die Anerkennung der deutschen Gewalttaten in Namibia als Völkermord. Außerdem verlangten sie Entschädigungszahlungen für die Nachfahren der Opfer. Die Charité hatte schon 2011 Schädel an Namibia zurückgegeben. Damit war sie die erste Forschungseinrichtung, die eine solche Rückgabe in die Wege leitete.

BBC will offenbar Jugendkanal schließen

Die britische BBC will ihren Jugendkanal "BBC3" künftig offenbar nur noch online anbieten.

Grund ist laut Medienberichten das Sparprogramm des Senders, mit dem pro Jahr umgerechnet rund 120 Millionen Euro weniger ausgegeben werden sollen. "BBC3" wurde unter anderem durch Eigenproduktionen wie "Little Britain" bekannt - eine Serie, die auch im deutschen Kabelfernsehen läuft. - Vor zwei Jahren hatte die BBC bereits eine Reihe von fremdsprachigen Radio-Angeboten geschlossen.

Münchner "Abendzeitung" soll trotz Insolvenz weiter erscheinen

Die Münchner "Abendzeitung" soll vorerst weiter erscheinen - trotz Insolvenz.

Das teilte der Verlag in München mit. Die 110 Beschäftigten bekommen demnach Löhne und Gehälter bis Mai. In der Erklärung heißt es, die Verluste hätten sich seit 2001 auf rund 70 Millionen Euro summiert. Auch wegen schlechter Aussichten für das laufende Jahr sehe sich die Verlegerfamilie Friedmann nicht mehr in der Lage, weitere Mittel zur Verfügung zu stellen. - Die Münchner Boulevardzeitung erscheint seit 1948. Das Blatt erreichte zuletzt eine Auflage von rund 100.000 Exemplaren, vorrangig im Großraum München.

Berliner Theaterregisseur Fritz Marquardt gestorben

Der Berliner Theaterregisseur Fritz Marquardt ist tot.

Wie das Berliner Ensemble mitteilte, starb er bereits am Dienstag im Alter von 85 Jahren. Marquardt gehörte zusammen mit Heiner Müller, Peter Zadek, Peter Palitzsch und Matthias Langhoff zur berühmt-berüchtigten 'Fünferbande', die das Haus leitete. Daneben war Marquardt auch als Darsteller skurriler Figuren bekannt. Der studierte Philosoph machte sich zunächst an der Berliner Volksbühne einen Namen, unter anderem mit den Heiner-Müller-Inszenierungen 'Die Bauern' und 'Der Bau'. Nach Stationen in den Niederlanden, in Mannheim, München und Bochum fand er am Berliner Ensemble eine neue Heimat. Dort beendete er 1995 seine Regietätigkeit.

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