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Kulturnachrichten

Mittwoch, 29. März 2017

Cardinale für Cannes-Plakat offenbar dünner gemacht

Medien und soziale Netzwerke kritisieren mutmaßliche Retouchen für offizielles Festival-Poster

Eine alte Aufnahme der italienischen Leinwandlegende Claudia Cardinale für das Plakat des Filmfestivals von Cannes ist offenbar retuschiert worden - damit die Schauspielerin dünner erscheint. Mehrere französische Medien berichteten, das Foto aus dem Jahr 1959 sei so bearbeitet worden, dass die Taille und ein Bein der tanzenden Kinoschönheit schlanker erscheinen. Auf dem Kurzbotschaftendienst Twitter hagelte es Kritik: "Claudia Cardinale ist vielleicht nicht dünn genug für Cannes", lautete ein Kommentar, andere Nutzer schrieben, "Wenn nicht einmal Claudia Cardinale ohne Retuschen Schönheit verkörpern kann, haben wir ein Problem" oder "Stoppt das Anstiften zum Magersein!" Für Kopfschütteln sorgt im Fall Cardinale, dass offenbar ein fast 60 Jahre altes Foto nachbearbeitet wurde - zumal die Schauspielerin als eine der schönsten Frauen der Filmgeschichte gilt. Auf dem Cannes-Poster ist Claudia Cardinale barfuß und mit wehendem Rock beim Tanzen zu sehen. Die 70. Ausgabe des Filmfestivals läuft vom 17. bis 28. Mai.

Bob Dylan nimmt Nobelpreis entgegen

Der Musiker trifft am Wochenende in Stockholm mit der Schwedischen Akademie zusammen

Der US-Musiker und Lyriker Bob Dylan nimmt am Wochenende in Stockholm seinen Literaturnobelpreis entgegen. Das berichtete die Chefin der Schwedischen Akademie, die die Auszeichnung vergibt, in ihrem Blog. Die traditionelle Nobelvorlesung werde er zwar bei dieser Gelegenheit nicht halten, schrieb Sara Danius. Die Akademie habe aber "Grund zu der Annahme, dass eine aufgenommene Version zu einem späteren Zeitpunkt gesendet werden wird", hieß es in Danius' Blog. "Die gute Nachricht ist, dass die Schwedische Akademie und Bob Dylan sich entschieden haben, sich an diesem Wochenende zu treffen. Die Akademie wird dann Dylans Nobel-Diplom und die Nobel-Medaille überreichen, und ihm zum Literaturnobelpreis gratulieren." Bei der Übergabe werden dem Wunsch Dylans folgend keine Medien anwesend sein. Der Musiker hatte die Auszeichnung im Oktober als erster Songschreiber überhaupt für seine poetischen Neuschöpfungen in der amerikanischen Songtradition zuerkannt bekommen. Die Preisverleihung im Dezember hatte er aber geschwänzt.

Lolek und Bolek Comics neu aufgelegt

Comic-Serie gilt als größter kommerzieller Erfolg des polnischen Trickfilms

Die beiden Zeichentrickfilmfiguren Lolek und Bolek sind einer der erfolgreichsten Fernseh-Exporte Polens und reisen seit 1964 um die Welt. Der Berliner Eulenspiegel-Verlag hat nun einige Abenteuer in Buch-Form wiederbelebt. "In einer Zeit, in der viele Wege verschlossen waren, setzten sich die beiden knopfäugigen Jungs über alle Grenzen hinweg, reisten durch die Welt und lernten das Leben kennen", schreibt der Verlag. Zehn Lolek-und-Bolek-Geschichten waren in den 70-er Jahren auch als gedruckte Comics erschienen. Vier Titel legt der Verlag nun wieder auf: "Am Orinoko" und "In den Wäldern Kanadas" sowie "In der Wüste Gobi" und "In den Steppen Australiens". Der Erfinder von Lolek und Bolek war der Regisseur Wladyslaw Nehrebecki, einst Direktor des Trickfilmstudios in Bielsko-Biala. Vorbild für seine Zeichentrickfiguren waren seine eigenen Söhne Jan und Roman, damals zwölf und zehn Jahre alt. Nach dem Ende des Kommunismus sorgte ein mehr als 30 Jahre langer Rechtsstreit um Urheberrechte und Tantiemen dafür, dass die Abenteuer jahrelang nicht im polnischen Fernsehen gezeigt werden konnten.

Deutscher Biennale-Pavillon in Beirut zu Gast

Biennale-Kunst soll auch Interessierten in anderen Ländern zugänglich werden

Der Deutsche Pavillon der Kunstbiennale in Venedig 2015 geht auf Weltreise. Erste Station ist vom 1. April an die libanesische Hauptstadt Beirut. "Nach Venedig konnten nur Menschen kommen, die die richtige Scheckkarte oder den richtigen Pass haben", sagte Kurator Florian Ebner. "Wir wollen die Kunst jetzt auch den Menschen zugänglich machen, um die es in den Arbeiten eigentlich geht." Gezeigt werden Werke von Hito Steyerl, Tobias Zielony, Olaf Nicolai und dem in Kairo lebenden Künstlerduo Jasmina Metwaly und Philip Rizk. Als nächste Station ist das indische Mumbai geplant, auch die georgische Hauptstadt Tiflis ist im Gespräch.

US-Kinos protestieren mit "1984" gegen Trump

Mehr als 180 Arthouse-Kinos zeigen am 4. April Orwell-Verfilmung

Als Protest gegen die Regierung von US-Präsident Donald Trump wollen mehr als 180 Arthouse-Kinos in den USA am 4. April den Film "1984" zeigen. Der Film, der auf dem 1949 erschienenen gleichnamigen Roman von George Orwell basiert, werde in 165 Städten in den USA gezeigt, heißt es auf der Internetseite für die Veranstaltung. Hinter der Aktion stehen die Organisatoren des Capital City Film Festivals in Lansing im US-Bundesstaat Michigan. Auch einige ausländische Kinos in Kanada, Großbritannien, Schweden und Kroatien wollten sich den Protesten anschließen. "Orwells Darstellung einer Regierung, die ihre eigenen Fakten fabriziert, totalen Gehorsam fordert und ausländische Feinde dämonisiert, war nie aktueller", schreiben die Organisatoren. Man habe den 4. April für die Protestvorstellung gewählt, weil Orwells Hauptfigur Winston Smith an diesem Datum ein Tagebuch beginnt. Ein Teil des eingespielten Geldes soll den Veranstaltern zufolge Bildungsprogrammen zu Gute kommen. Orwells Dystopie "1984" spielt in einem autoritären Staat, der von dem Großen Bruder geführt wird. Smith versucht zunächst, dem System zu widerstehen, wird aber schließlich selbst mittels Folter und Gehirnwäsche zum überzeugten Anhänger des Regimes.

Geiger Rainer Kussmaul gestorben

Der international bekannte Geigensolist starb am Montag nach schwerer Krankheit

Der Geiger Rainer Kussmaul ist tot. Er starb bereits am Montag nach schwerer Krankheit in Freiburg. Der Geigensolist und Hochschullehrer war eine der prägenden Gestalten der deutschen Geigenszene. In Mannheim geboren und ausgebildet, war er Konzertmeister bei den Berliner Philharmonikern und gründete in Berlin die Barocksolisten, die mit seinem Namen bis heute verbunden sind. Als Violinsolist spielte Rainer Kussmaul auf seiner Stradivari 1724 mit den wichtigsten Orchestern und Dirigenten. Er errang zahlreiche Auszeichnungen und Schallplattenpreise und gab Meisterkurse auf allen Kontinenten. Dieses Jahr wäre er Teil der Violinjury des ARD-Musikwettbewerbs gewesen.

Publikumsfilmpreis Jupiter wird in Berlin verliehen

Jupiter Award wird in diesem Jahr zum 38. Mal verliehen

Stars aus Film und Fernsehen werden am Mittwochabend in Berlin mit der Verleihung des Jupiter Awards geehrt. Die Ehrenausgabe des Publikumsfilmpreises der Zeitschriften "TV Spielfilm" und "Cinema" erhält die Schauspielerin Senta Berger für ihr Lebenswerk. Simon Verhoevens Komödie "Willkommen bei den Hartmanns" wird als "bester Film national" ausgezeichnet. Auch Darsteller wie Mina Tander ("Seitenwechsel"), Sonja Gerhardt ("Ku'damm 56"), Jannis Niewöhner ("Smaragdgrün") und Bastian Pastewka ("Morgen hör ich auf") erhalten Jupiter-Trophäen. Leser und Internetnutzer der Zeitschriften "Cinema" und "TV Spielfilm" konnten über die Ehrung abstimmen, wie die Veranstalter des Verlagshauses Burda mitteilten.

Raphael Gross tritt Direktorenamt an

Spezialist für deutsch-jüdische Geschichte soll DHM in Berlin neue Impulse geben

Raphael Gross, designierter Direktor des Deutschen Historischen Museums (DHM) in Berlin, übernimmt am 15. April sein Amt. Die Vertragsverhandlungen seien erfolgreich abgeschlossen worden, teilte das DHM mit. Der Historiker und Museumsfachmann werde dem Haus Unter den Linden neue Impulse geben, erklärte Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Er wolle das Museum als zentralen Ort für gesellschaftliche Debatten etablieren und die Sammlung weiter ausbauen, erklärte Gross. Der 1966 in Zürich geborene Historiker war von 2001 bis 2015 Direktor des Leo Baeck Instituts in London, von 2007 bis 2015 zugleich Direktor des Fritz Bauer Instituts in Frankfurt/Main. Zwischen 2006 und 2015 leitete er dort das Jüdische Museum. Seit April 2015 war Gross Direktor des Simon-Dubnow-Instituts für Jüdische Geschichte und Kultur sowie Inhaber des Lehrstuhls an der Universität Leipzig. Gross war im November vergangenen Jahres vom Stiftungskuratorium einstimmig zum neuen Präsidenten berufen worden. Er hatte sich in einem mehrstufigen Verfahren gegen rund 30 Mitbewerber aus dem In- und Ausland durchgesetzt.

"Der Preis ist heiß" kommt wieder

Gilt als eine der erfolgreichsten Gameshows der Welt

RTLplus legt den Gameshow-Klassiker "Der Preis ist heiß" wieder auf. Moderator soll Wolfram Kons werden, teilte der jüngste Free-TV-Sender der Mediengruppe RTL mit. Die Spielshow lief bei RTL von 1989 bis Ende 1997. Dabei müssen Kandidaten den Preis vorgestellter Produkte möglichst genau schätzen. Das Publikum darf sie mit "Mehr!"- oder "Weniger!"-Rufen dabei unterstützen. Die neuen Folgen werden im Sommer in Köln produziert und sollen noch 2017 gezeigt werden. Insgesamt kam die Show bei RTL auf 1873 Folgen. Das US-Original "The Price Is Right" war von 1956 bis 1965 zuerst bei NBC, später bei ABC zu sehen. Seit 1972 läuft die Show den Angaben zufolge ununterbrochen bei ABC und zählt damit zu den erfolgreichsten Gameshows der Welt.

Bauministerium soll Einheitsdenkmal finanzieren

Wechsel der Zuständigkeit auch Kritik an Kulturstaatsministerin Monika Grütters

Nach dem Grundsatzbeschluss der Koalition, das Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin doch zu bauen, soll die Zuständigkeit für das Vorhaben zu Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) wechseln. Wie die SPD-Kulturpolitikerin Hiltrud Lotze mitteilte, haben sich darauf die Fraktionschefs Thomas Oppermann (SPD) und Volker Kauder (CDU) geeinigt. Hintergrund ist unter anderem die Frage der Finanzierung des Denkmals: Im Haushalt des Bauministeriums sind die 18,5 Millionen Euro für die zuletzt beschlossene Wiedererrichtung der historischen Kolonnaden vor dem Berliner Stadtschloss eingeplant. Weil nun anstelle der Kolonnaden doch das Einheitsdenkmal errichtet werden soll, soll auch das Geld umgewidmet werden und die Zuständigkeit wechseln. Lotze begründete die Entscheidung aber auch mit Kritik an Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU), der die Zuständigkeit für das Vorhaben damit entzogen wird. Grütters habe sich auch nach dem jüngsten Beschluss der Fraktionschefs der Koalition nicht so recht als Befürworterin des Denkmals gezeigt.

Amos Oz erhält Abraham-Geiger-Preis

Autor erhält Ehrung im Rahmen des Deutschen Evangelischen Kirchentags in Berlin

Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung soll das Engagement des israelischen Autors Amos Oz für die Verständigung zwischen Israelis und Palästinensern sowie mit dem heutigen Deutschland ehren, wie das an der Universität Potsdam angesiedelte Rabbiner-Seminar Abraham-Geiger-Kolleg am Dienstag mitteilte. Benannt ist der Preis nach dem Vordenker des liberalen Judentums, Abraham Geiger (1810-1874). Die Auszeichnung würdigt "Persönlichkeiten, die sich um den Pluralismus verdient gemacht haben und sich für Offenheit, Mut, Toleranz und Gedankenfreiheit einsetzen". Oz wurde 1939 in Jerusalem als Amos Klausner geboren. Er gilt als der bedeutendste zeitgenössische Autor Israels. Für sein in gut drei Dutzend Sprachen übersetztes Werk erhielt er zahlreiche Ehrungen, unter anderem 1992 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, 2007 den Prinz-von-Asturien-Preis und 2008 den Heinrich-Heine-Preis der Stadt Düsseldorf.

Bob Dylan: weiter kein Kontakt zu Nobelpreisjury

Musiker an diesem Wochenende in Stockholm

Literaturnobelpreisträger Bob Dylan kommt an diesem Wochenende für zwei Konzerte nach Stockholm. Darüber, ob er bei der Gelegenheit auch seinen Nobelpreis abholt, hat er die schwedische Jury aber bislang im Dunkeln gelassen. "In den vergangenen Monaten haben keine Telefongespräche mit Bob Dylan stattgefunden", schrieb die Chefin der Schwedischen Akademie, Sara Danius, in ihrem Blog. "Dylan weiß aber, dass er spätestens am 10. Juni eine Nobelvorlesung halten muss, damit das Preisgeld ausbezahlt werden kann." Die Auszeichnung hatte der Rocksänger im Oktober für seine poetischen Neuschöpfungen in der amerikanischen Songtradition zuerkannt bekommen. Bei der Verleihung am 10. Dezember fehlte er jedoch. Um den Preis behalten zu dürfen, muss Dylan innerhalb eines halben Jahres nach der Feier die traditionelle Nobelvorlesung halten. Diese kann er aber zum Beispiel auch als Video einreichen. Danius kommentierte im Blog: "Für die Schwedische Akademie steht in jedem Fall fest, dass der Nobelpreisträger für Literatur 2016 Bob Dylan und niemand anderes ist."

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