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Kulturnachrichten

Samstag, 25. März 2017

Anti-Trump-Kunstinstallation erneut abgebrochen

Projekt von Shia La Beouf muss auch in Liverpool aufgeben

Eine Anti-Trump-Kunstinstallation von Hollywood-Schauspieler Shia LaBeouf und zwei anderen Künstlern ist erneut vorzeitig beendet worden. Nach nur einem Tag wurde das umstrittene Projekt "He Will Not Divide Us" (Er wird uns nicht spalten) auch im britischen Liverpool abgebrochen. Das Liverpooler Kunstzentrum FACT erklärte zu seiner Entscheidung, es habe auf den Rat der Polizei reagiert. Das Projekt begann zu Donald Trumps Amtsantritt als US-Präsident am 20. Januar vor dem New Yorker "Museum of the Moving Image" und sollte eigentlich während des gesamten vierjährigen Mandats laufen. In der Zeit sollten Besucher vor einer Webcam den Satz "He Will Not Divide Us" skandieren, die Aktion sollte live im Internet zu verfolgen sein. Doch nach einer Reihe von Auseinandersetzungen mit Trump-Anhängern beendete das Museum die Aktion. Die Installation war aus Sicherheitsgründen gerade von den USA nach Liverpool umgezogen.

Birkenstock-Geschäftsführer verklagt Künstlerin

Ida Ekblad soll Bild der Tochter verwendet haben

Der Geschäftsführer des Sandalenherstellers Birkenstock, Oliver Reichert, hat laut "Welt am Sonntag" die norwegische Künstlerin Ida Ekblad und das Hamburger Kunsthaus verklagt. Grund für die Klage ist demnach, dass Ekblad einen Ausschnitt aus einer Birkenstock-Werbung in einem Kunstwerk verwendet hatte, auf dem Reicherts sechsjährige Tochter zu sehen ist. Die Klage soll dem Zeitungsbericht zufolge Anfang April am Hamburger Landgericht verhandelt werden. Die Künstlerin soll für eine Ausstellung in Hamburg die Wände des Kunsthauses mit einem Porträt von Reicherts Tochter tapeziert haben, das zuvor in der Birkenstock-Werbung verwendet worden war. Ekblad hatte das Foto verfremdet, indem sie den Schriftzug "Ekblad" dazuschrieb. Die Familie Reichert schickte Mitte März 2017 eine richterliche Aufforderung, die Abbildung abzuhängen. "Die Künstlerin scheint einer Generation anzugehören, die unbedarft mit Bildrechten umgeht", sagte ein Rechtsanwalt des Klägers.

Sorbische Kultur weiter stärken

Sachsen und Brandenburg kündigen mehr Förderung an

Die Länder Sachsen und Brandenburg wollen die Sprache und Kultur der Sorben weiter stärken. Die sorbische Sprache sei für die Identität und den Fortbestand der sorbischen Minderheit von existenzieller Bedeutung, sagte die sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Eva-Maria Stange (SPD) bei der Hauptversammlung des sorbischen Dachverbandes "Domowina" in Hoyerswerda. Es fehlten zunehmend Sorbisch-Lehrkräfte und sorbische Erzieherinnen, was Anlass zur Sorge bereite. Auch die Kulturstaatssekretärin von Brandenburg, Ulrike Gutheil, sagte, dass ihre Landesregierung auch weiter dazu beitragen werde, die sorbische und wendische Kultur zu stärken. Im östlichen Sachsen und im südöstlichen Brandenburg leben insgesamt rund 60.000 Sorben.

Deutsche wünschen meist Abitur nach 13 Jahren

Eine Mehrheit von 66 Prozent laut Emnid-Umfrage

Die Deutschen sind mehrheitlich dafür, dass Schüler das Abitur nach 13 Schuljahren machen. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid für den "Focus". Demnach sind insgesamt 66 Prozent der Bundesbürger für ein Abitur nach 13 Schuljahren, 28 Prozent für ein Abitur nach 12 Jahren. Wenn man allerdings allein die Ergebnisse in den ostdeutschen Bundesländern betrachtet, ist das Ergebnis fast umgekehrt: Dort sprachen sich 65 Prozent für ein Abitur nach 12 Jahren aus und 31 Prozent für einen Schulabschluss nach 13 Jahren. Emnid befragte rund tausend Personen.

Weltweite Aktion "Licht aus für den Klimaschutz"

WWF freut sich über abgedunkelte Kulturdenkmäler

"Licht aus für den Klimaschutz" heißt es am Samstagabend bei der elften "Earth Hour". Die Organisatoren des "World Wildlife Fund for Nature" (WWF) freuen sich darüber, dass auch der Kölner Dom und der Petersdom dabei wieder für eine Stunde dunkel bleiben werden, so wie der Kreml, der Eiffelturm, das Taj Mahal, die Pyramiden und Tausende andere Sehenswürdigkeiten weltweit. "Der Kölner Dom hat natürlich eine ganz besondere Symbolik", sagte Immo Fischer vom WWF. Es handele sich um eine symbolische Aktion, um die Bedeutung des Klimaschutzes zu verdeutlichen. Rund um den Globus gehen bei "Earth Hour" heute von 20.30 Uhr bis 21.30 Uhr die Lichter aus.

Italiens Nachrichtenagenturen streiken

Protest gegen Ausschreibung von Staatsverträgen

Am ereignisreichen Tag des EU-Jubiläumsgipfels in Rom sind die italienischen Nachrichtenagenturen in einen Streik getreten. An dem eintägigen Ausstand beteiligten sich rund 800 Journalisten von Agenturen wie Ansa, Agi und Radiocor. Ihr Protest richtet sich gegen Regierungspläne zur Ausschreibung von Staatsverträgen, für die sich auch ausländische Nachrichtenagenturen bewerben können. Italiens Medien fürchten deutliche Einbußen. Öffentliche Abonnements sind eine wichtige Einnahmequellen für Medien. Durch die ausländische Konkurrenz fürchten einige italienische Agenturen nun, ihre eigenen Verträge zu verlieren. Das könne "in einigen Fällen das Überleben der Unternehmen und Redaktionen gefährden", hieß es in einer Erklärung.

Elton John feiert seinen 70. Geburtstag

Der erfolgreiche Musiker tourt gerade durch Amerika

Schrille Bühnenoutfits, auffällige Brillen, exzentrisches Auftreten - dafür ist Elton John berühmt. Doch zum Superstar wurde der Brite mit den perfekt arrangierten Liedern nicht zuletzt wegen seines musikalischen Talents, das ihn zu einem der erfolgreichsten Popmusiker der Welt machte. Das belegen mehr als 250 Millionen verkaufte Platten, fünf Grammys und ein Oscar. John feiert heute seinen 70. Geburtstag und blickt auf mehr als fünf Jahrzehnte Karriere als Sänger, Komponist und Produzent zurück. Und ans Aufhören denkt er noch lange nicht. Gerade tourt er durch Nord- und Südamerika.

Navid Kermani fordert Aufbruch in Europa

Mahnung zum 60. Jahrestag der Römischen Verträge

Zum 60. Jahrestag der Römischen Verträge fordert der Schriftsteller Navid Kermani einen Neuanfang für Europa. Im Moment blockiere sich Europa selbst, sagte der Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels im Deutschlandfunk. Die Gründerväter der Europäischen Union hätten Visionen gehabt und über Europa hinaus gedacht. Auch heute brauche es einen wirklichen Aufbruch, um die gefährliche Welle des Populismus und des Nationalismus von links wie von rechts zu überstehen . Kermani beklagte, dass die EU auf vielen Gebieten nicht funktioniere. Als Beispiel nannte er die Flüchtlings-, die Außen- und Sicherheitspolitik. Kermani prangerte auch nationalstaatliche Egoismen an.

Schweizer "Quartz"-Preis für Bruno Ganz

Auszeichnung des Schweizer Films für das Lebenswerk

Bruno Ganz hat den Ehrenpreis des Schweizer Films erhalten. Die Auszeichnung würdigt das Lebenswerk des Schauspielers. Bundesrat Alain Berset überreichte dem Schauspieler den "Quartz" anlässlich der 20. Verleihung des Schweizer Filmpreises in Genf. Bruno Ganz ist einer der bedeutendsten deutschsprachigen Schauspieler, vielfach preisgekrönt und hat in zahlreichen Filmen und Theaterstücken mitgewirkt und international Karriere gemacht. Geboren in Zürich, kam Bruno Ganz 1962 nach Deutschland. 1967 lernte er Peter Stein kennen, mit dem er in den folgenden Jahrzehnten zahlreiche Theaterprojekte realisierte. Er arbeitete mit bedeutenden Regisseuren wie Peter Zadek, Peter Stein, Claus Peymann, Klaus Michael Grüber, Luc Bondy und Dieter Dorn zusammen.

Kritik an dem Begriff "Migrationsliteratur"

Schriftstellerin Olga Grjasnowa rügt Etikettierung

Die Schriftstellerin Olga Grjasnowa wehrt sich gegen den Begriff der "Migrationsliteratur". Sie bezeichnete ihn auf der Leipziger Buchmesse als "fragwürdig, rassistisch und paternalistisch". Die einzige Gemeinsamkeit der Migrationsautoren sei ihre Herkunft und nicht etwa eine ästhetische oder thematische Gemeinsamkeit. "Alle, wirklich ausnahmslos alle, die einen seltsam klingenden Namen haben oder deren Eltern oder auch sie selber nicht in Deutschland geboren worden sind, werden unter diesem unsäglichen Begriff zusammengefasst.", sagte die Autorin. Grjasnowa wurde in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku geboren und kam mit elf Jahren nach Deutschland. Sie hat mehrere Romane verfasst, zuletzt das Buch "Gott ist nicht schüchtern".

Zwischenbilanz zur Leipziger Buchmesse

Leichter Besucherzuwachs zur Halbzeit

Auf der Leipziger Buchmesse steht heute der traditionell besucherstärkste Tag an. Zur Halbzeit verzeichnete die Messe ein Besucherplus. Bis zum Freitagnachmittag wurden rund 80 000 Gäste gezählt, 5000 mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Auch heute werden wieder Preise vergeben. So wird der "Ungewöhnlichste Buchtitel des Jahres" ausgezeichnet. Die Cosplayer prämieren zudem in einem Wettbewerb das beste Kostüm. Gäste auf dem "Blauen Sofa" von Deutschlandradio Kultur, ZDF und Bertelsmann sind unter anderem Friedemann Karig, Wladimir Kaminer, Götz Aly und Prinzen-Sänger Sebastian Krumbiegel. Auf weiteren Podien und Lesebühnen haben sich Terézia Mora und Feridun Zaimoglu angekündigt.

Imogen Kogge ist Jurorin des Kerr-Preises

Auszeichnung für schauspielerische Leistung

Imogen Kogge ist Jurorin des Alfred-Kerr-Darstellerpreises 2017, wie die Berliner Festspiele mitteilten. Die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung würdigt die herausragende Leistung junger Schauspieler und Schauspielerinnen in in einer der zum Theatertreffen ausgewählten Inszenierungen. Der Preis wird am 21. Mai im Haus der Berliner Festspiele verliehen. Kogge wurde für ihre darstellerischen Leistungen am Theater, aber auch in Film und Fernsehen wiederholt ausgezeichnet. Seit 2002 ist sie auch als Opern-Regisseurin tätig.

Kurt-Wolff-Preis 2017 für Verlag Schöffling & Co

Auszeichnung für besondere Förderung von Autoren

Der Frankfurter Verlag Schöffling & Co. ist mit dem Kurt-Wolff-Preis 2017 ausgezeichnet worden. Vertreter des Verlags nahmen die mit 26.000 Euro dotierte Auszeichnung auf der Leipziger Buchmesse entgegen. Der mit 5.000 Euro dotierte Förderpreis ging an den Guggolz Verlag aus Berlin. Die Preisträger waren bereits im Dezember 2016 bekanntgegeben worden. Trägerin der Auszeichnung ist die Leipziger Kurt Wolff Stiftung. Zur Begründung hieß es, Schöffling & Co. erschließe seit fast einem Vierteljahrhundert mit untrüglichem Gespür und nicht nachlassender Neugier immer neue Autoren. Das Verlagsprogramm verbinde dabei die Übersetzung wagemutiger internationaler Literatur mit der Neuausgabe deutschsprachiger Schlüsselwerke aus Weimarer Republik und Nachkriegszeit.

Satiresendung "extra 3" zeigt neues Erdogan-Video

Neues Lied über den türkischen Präsidenten

Die Satiresendung "extra 3" hat einen weiteren Song über Recep Tayyip Erdogan vorgestellt - wieder zur Musik von Nena. Vor einem Jahr hatte ihr Beitrag "Erdowie, Erdowo, Erdogan" einen Eklat ausgelöst. Das türkische Außenministerium bestellte damals den deutschen Botschafter ein. In dem kurzen neuen Video sind Demonstranten zu sehen, gegen die Wasserwerfer eingesetzt oder die von Polizisten im Schwitzkasten abgeführt werden. Eine Textzeile zum Umgang mit Journalisten in der Türkei lautet: "Die werden erstmal eingelocht. Todesstrafe kommt dann noch." Zur Melodie von Nenas Hit "99 Luftballons" gibt es außerdem Verse wie "Er will, dass Frau'n fünf Kinder kriegen. Klar, dass alle auf ihn fliegen" Dabei schwenken Anhänger des Präsidenten begeistert Fähnchen, Erdogan ist gleich darauf mit zwei Vögeln auf dem Kopf zu sehen.

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Fazit

"Oresteia" am Theater BaselViel gewagt und noch mehr gewonnen
Die Oper "Orestie" am Theater Basel (Theater Basel/Foto: Sandra Then)

Das Theater Basel hat die Oper "Oresteia" des Komponisten Jannis Xenakis neu entdeckt und erzählt die antike Geschichte sehr sachlich auf verschiedenen Ebenen. Die Figuren-Konstellationen sind streng und stark, die Musik rhythmisch strukturiert und die Chöre extrem kraftvoll.Mehr

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