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Kulturnachrichten

Montag, 20. Februar 2017

Pariser Kunstdieb zu acht Jahren Haft verurteilt

Gefängnisstrafe fast sieben Jahre nach spektakulärem Raub

In Paris ist ein Kunstdieb zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Fast sieben Jahre nach einem spektakulären Kunstraub in Paris wurde heute das Urteil gefällt. Auch zwei an dem Fall beteiligte Hehler müssen ins Gefängnis, wie das Pariser Strafgericht urteilte. Der Dieb hatte gestanden, 2010 im Pariser Museum für Moderne Kunst fünf Meisterwerke von Picasso, Matisse, Modigliani, Braque und Léger entwendet zu haben.

Herder Verlag will neue Buchhandlung in Rom eröffnen

Der Freiburger Verlag will seine Präsenz ausbauen

Der Herder Verlag will eine neue Buchhandlung in Rom eröffnen. In den kommenden Monaten werde man mögliche Standorte für die Eröffnung einer neuen Buchhandlung prüfen, hieß es in einer Mitteilung. Der Verlag, der vor allem theologische und religiöse Bücher anbietet, unterhält in der italienischen Hauptstadt derzeit keine eigenständige Buchhandlung. Die traditionsreiche Herder-Buchhandlung in der römischen Altstadt war 2012 aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen worden. Sie gehörte nach der Teilung der Verlagsgruppe im Jahr 2000 allerdings dem in Barcelona ansässigen Zweig von Herder.

Direktor des Victoria and Albert Museums tritt Dienst an

Der 42-Jährige beerbt den Deutschen Martin Roth

Der neue Direktor des Londoner Victoria and Albert Museums, Tristram Hunt, hat am Montag seinen Dienst angetreten. Der 42-Jährige beerbt den Deutschen Martin Roth, der seinen Posten im vergangenen Jahr geräumt hatte. Roth hatte das Kunstgewerbemuseum in den vergangenen fünf Jahren zu einem der erfolgreichsten Museen in Großbritannien gemacht. Enttäuschung über das Brexit-Votum und seine Folgen nannte Roth als einen der Gründe für seine Entscheidung. Hunt gab für den Posten an der Spitze des berühmten Kunstgewerbemuseums seinen Sitz im britischen Unterhaus als Abgeordneter der Labour-Partei auf. Die Nachwahl für seinen Wahlkreis in Stoke-on-Trent findet an diesem Donnerstag statt.

Theaterregisseur Patrick Schlösser gestorben

Der Regisseur starb mit 45 Jahren in Berlin

Der deutsche Theaterregisseur Patrick Schlösser ist tot. Der 1971 geborene Künstler starb bereits am Donnerstag in Berlin. Das teilte das Stadttheater Klagenfurt im Namen seiner Familie erst heute mit. Ein Grund für das frühe Ableben des Regisseurs wurde nicht genannt. Die Beisetzung soll zu einem späteren Zeitpunkt in seinem Geburtsort Bitburg (Rheinland-Pfalz) stattfinden. "Er hat unserem Haus und unserem Publikum nicht nur die schönsten Theaterstunden geschenkt, sondern stand uns auch menschlich, als Kollege und Freund, sehr nahe", verabschiedete sich das Stadttheater Klagenfurt von dem Regisseur. Schlösser, der Anglistik, Theaterwissenschaft und Musikwissenschaft studiert hat, feierte 1999 sein Regiedebüt am Düsseldorfer Schauspielhaus. Für "Messer in Hennen" von David Harrower erhielt er den Förderpreis der Stadt Düsseldorf. Danach war er fester Hausregisseur am Schauspielhaus Bochum. Er arbeitete im Lauf seiner Karriere auch auf den Bühnen in Berlin, Hamburg, Wien, Graz und Klagenfurt. Von 2010 bis 2014 war er Oberspielleiter des Schauspiels in Kassel.

Stuttgarter Staatsgalerie-Chefin Lange bleibt

Vertragsverlängerung bis Dezember 2021

Die Direktorin der Staatsgalerie Stuttgart, Christiane Lange, bleibt Chefin des größten Kunstmuseums in Baden-Württemberg. Es sei ein neuer Vertrag bis zum 31. Dezember 2021 abgeschlossen worden, teilte das Kunstministerium mit. Die gebürtige Mainzerin Lange leitet das Haus seit 2013. Lange sagte den "Stuttgarter Nachrichten": "Wir wollen in allen Fragen der Digitalisierung deutliche Schritte nach vorne machen - von der Erfassung unserer Bestände bis hin zu neuen Service-Angeboten für unser Publikum." Für 2019 kündigte sie ein Gegenwartskunstprojekt mit Bezug zum Jubiläum "100 Jahre Bauhaus" an.

Grütters würdigt Trotta für Frauenporträts

Ehrung zum Geburtstag

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat der Filmemacherin Margarethe von Trotta zum 75. Geburtstag gratuliert. Trottas besonderes Interesse gelte starken, couragierten, unbeugsamen Frauen, erklärte Grütters. "Ihre Filmporträts, beispielsweise von Hannah Arendt und Hildegard von Bingen, erinnern gerade in Zeiten politischer Radikalisierung und erstarkender autoritärer Systeme daran, wie essentiell die Freiheit der Kunst und die Gedankenfreiheit für die Demokratie sind." Trotta ist Deutschlands international bekannteste Regisseurin. Am Dienstag (21. Februar) wird die gebürtige Berlinerin 75 Jahre.

ZDF will "Mona Lisa" einstellen

Nach 30 Jahren steht das ZDF-Magazin vor dem Aus

Der öffentlich-rechtliche Sender plant, das Magazin "Mona Lisa" im Spätsommer einzustellen. "Das ZDF ist dazu im Gespräch mit dem Personalrat und der Redaktion", teilte ein Sprecher in Mainz mit. Ersetzen soll die Sendung mit Schwerpunkt auf Frauenthemen ein Dokumentationsformat mit "gesellschaftspolitischen Themen im europäischen Vergleich". Das Programm am Samstag solle gestärkt und publizistisch auffälliger werden, begründete das ZDF den geplanten Wechsel. Den bisherigen Redaktionsmitgliedern von "Mona Lisa" will das ZDF neue Aufgaben innerhalb des Senders anbieten. Die halbstündige Sendung "Mona Lisa" wird in München produziert und läuft samstags um 18.00 Uhr. Der Bayerische Journalistenverband begrüßte, dass es keine Kündigungen geben solle, kritisierte aber den geplanten kurzfristigen Wechsel der Mitarbeiter von München nach Mainz. 14 von 18 Redaktionsmitarbeitern sollten bereits zum 1. Juli an den Sitz des Senders in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt zurückkehren, was problematisch für Familien sei.

Liedermacher Ringsgwandl erhält Weltmusikpreis

Förderpreis geht an Banda Internationale

Der Deutsche Weltmusikpreis Ruth geht in diesem Jahr an den bayerischen Liedermacher und Kabarettisten Georg Ringsgwandl. Der in Bad Reichenhall geborene Künstler besitze die Fähigkeit, die Eigenheiten seiner bayerischen Heimat seinen Landsleuten vor Augen zu führen und sie auch den Nichtbayern verständlich zu machen, begründete die Jury ihre Entscheidung. Sein Blick bleibe scharf, seine Feder schwarzhumorig und seine Songs angriffslustig und offenbarend. Beim Förderpreis fiel die Wahl auf die Gruppe Banda Internationale, zu der sich in Dresden Musiker aus Deutschland, Iran, Irak, Syrien und Burkina Faso zusammengetan haben. Mit dem Ehrenpreis würdigen die Juroren das langjährige Engagement des renommierten Schweizer Musikethnologen Max Peter Baumann. Der Weltmusikpreis Ruth ist mit insgesamt 11 500 Euro dotiert. Die Auszeichnung wird am 8. Juli bei dem größten deutschen Festival für Weltmusik in Rudolstadt verliehen.

Kulturrat: Brexit gefährdet Kulturbeziehungen

Forderung nach Sonderprogrammen für Kulturaustausch

Der Deutsche Kulturrat hat angesichts des Brexit vor einer kulturellen Entfremdung zwischen Deutschland und Großbritannien gewarnt. Der Kulturrat ist die Dachorganisation von rund 250 Bundeskulturverbänden. In einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur warnte Verbandsgeschäftsführer Olaf Zimmermann vor der Einschränkung der Niederlassungsfreiheit für Künstler. "Besonders London ist ein Hotspot für die künstlerische Entwicklung. (...) Wenn Künstler sich dort nicht mehr ohne Anmeldung, ohne Visum, ohne große Formalitäten niederlassen können, ist das eine große Einschränkung für den gegenseitigen Austausch." Zimmermann rechnet damit, dass es bei den anstehenden Austrittsverhandlungen mit der britischen Regierung Lösungen für den Erhalt des freien Handels geben wird. Für die Arbeitnehmerfreizügigkeit sei das jedoch nicht zu erwarten. Zimmermann befürchtet außerdem eine Gefahr für Kulturprojekte, wenn England keine Mittel mehr aus EU-Förderprogrammen bekommt. Zimmermann appellierte an Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU), schon rechtzeitig über Sonderprogramme für den bilateralen Kulturaustausch nachzudenken.

Berliner Punk-Musiker Gerrit Meijer gestorben

Meijer gründete 1977 die erste Berliner Punk Band PVC

Der Berliner Punk-Musiker Gerrit Meijer ist mit 69 Jahren unerwartet gestorben. Wie der Eulenspiegel Verlag am Montag nach einem Gespräch mit seiner Familie mitteilte, erlag der Gitarrist am Freitag einem Herzinfarkt. Meijer hatte 1977 die erste Berliner Punkband PVC gegründet. Ende letzten Jahres erschien sein Buch "Berlin, Punk, PVC", in dem er nicht nur die Geschichte seines Lebens erzählt, sondern die Musikgeschichte des Berliner Westens. Am 12. März wäre der gebürtige Berliner, Sohn einer Deutschen und eines Holländers, 70 Jahre alt geworden.

"Moonlight" für bestes Drehbuch ausgezeichnet

Film über Drogensucht überzeugt schon vor Oscarverleihung

Eine Woche vor der Verleihung der Oscars hat das Filmdrama "Moonlight" den Preis des US-Autorenverbandes für das beste Originaldrehbuch gewonnen. Der Verband Writers Guild of America (WGA) ehrte den "Moonlight"-Regisseur und Drehbuchautoren Barry Jenkins in der Nacht zum Montag in Beverly Hills. Jenkins' Script setzte sich unter anderem gegen die Vorlage für "La La Land" und "Manchester by the Sea" durch. "Moonlight" ist die Geschichte eines schwarzen Jungen, der unter Junkies in Miami aufwächst und später selbst in den Drogensog gerät. Der Film ist für acht Oscars nominiert. Die begehrten Trophäen werden am kommenden Sonntag verliehen.

Proteste gegen Trump

US-Forscher gehen auf die Straße

In der US-Stadt Boston haben hunderte Forscher und Umweltaktivisten gegen die US-Regierung demonstriert. In weiße Forschungskittel gekleidet riefen sie Präsident Trump auf, den Klimawandel anzuerkennen und die Umweltpolitik entsprechend anzupassen. Auf Plakaten war in Anlehnung an seine Wahlkampfslogans zu lesen: "Make America Smart Again."

Rückschlag für Internetunternehmer Dotcom

Kim Schmitz könnte ausgeliefert werden

Der deutsche Internetunternehmer Kim Dotcom hat beim Kampf gegen seine drohende Auslieferung an die USA einen weiteren Rückschlag erlitten. Ein Gericht in der neuseeländischen Stadt Auckland bestätigte eine Entscheidung der Vorinstanz. Demnach darf Dotcom-mit bürgerlichem Namen Schmitz- amerikanischen Behörden übergeben werden. Ermittler werfen ihm vor, mit der inzwischen geschlossenen Tauschbörse Megaupload die Film- und Musikbranche um Einnahmen in Höhe von einer halben Milliarde Dollar gebracht zu haben.

Lange-Müller erhält Preis des Lübecker Autorentreffens

Laudatorin: "In ihren Büchern ist alles echt"

Die Teilnehmer des Lübecker Literaturtreffens haben ihre Kollegin Katja Lange-Müller mit dem Günter Grass Preis "Von Autoren für Autoren" ausgezeichnet. In ihrer Laudatio würdigte die Schriftstellerin Eva Menasse die Preisträgerin als eine Autorin mit kunstvoll einfacher Sprache. In ihren Büchern sei alles echt, der Leser sehe, rieche, schmecke das Geschehen, sagte Menasse. Dieser Preis sei besonders wertvoll, da er von Kollegen vergeben werde, die die Mühen des Autors aus eigenem Erleben kennen, sagte Lange-Müller. Der Preis wird seit 2011 alle zwei Jahren von den Teilnehmern des von Günter Grass ins Leben gerufenen Literaturtreffens vergeben. Die Höhe des Preisgeldes ist nicht festgelegt. Es wird von den Teilnehmern des Treffens und der Günter und Ute Grass-Stiftung aufgebracht und variiert in der Höhe.

Solidaritätsaktion: Berliner Autokorso für Deniz Yücel

Journalist wird seit Dienstag von türkischer Polizei festgehalten

Mit einem Autokorso haben zahlreiche Unterstützer von Deniz Yücel in Berlin gegen die Festnahme des Türkei-Korrespondenten der "Welt" protestiert. Sie veranstalteten Hupkonzerte und forderten die Freilassung des 43-Jährigen sowie anderer Journalisten, die derzeit in der Türkei inhaftiert sind. Schätzungen zufolge beteiligten sich mehrere hundert Menschen mit über 60 Fahrzeugen. An dem Autokorso nahmen zahlreiche Medienmitarbeiter teil. Zu der Aktion war kurzfristig in sozialen Netzwerken aufgerufen worden. Auch in den sozialen Medien gab es Solidaritätsaktionen, unter anderem unter dem Twitter-Hashtag #FreeDeniz. Yücel befindet sich seit Dienstag in türkischem Polizeigewahrsam. Er hatte Artikel über eine Hacker-Attacke auf das E-Mail-Konto des türkischen Energieministers verfasst. Die Behörden werfen dem Korrespondenten Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, Datenmissbrauch und Terrorpropaganda vor. Yücel hat die deutsche und die türkische Staatsbürgerschaft.

Buch über "Amoris laetitia" wird Bestseller

Es klärt, unter welchen Umständen wiederverheiratete Katholiken die Kommunion empfangen dürfen

Das neue Buch von Kurienkardinal Francesco Cocopalmerio über das päpstliche Schreiben "Amoris laetitia" ist bereits wenige Tage nach seinem Erscheinen am Dienstag vergriffen. Das berichten italienische Medien. "Wir haben Anfragen aus der ganzen Welt erhalten. Das ist eine unglaubliche Sache", so der Leiter des vatikanischen Verlags, Giuseppe Costa. Wie hoch die erste Auflage war, ist nicht bekannt. Cocopalmerio, Präsident des Päpstlichen Rates für Gesetzestexte, erklärt in seinem Buch das umstrittene achte Kapitel des Schreibens "Amoris laetitia", das Papst Franziskus im April 2016 veröffentlichte. Der italienische Kardinal erläutert darin, unter welchen Umständen Katholiken, die nach einer Scheidung wieder heiraten, zum Kommunionempfang zugelassen werden können. Zudem legt er dar, dass eine solche Praxis in vollem Einklang mit der kirchlichen Lehre und Tradition stehe. Darüber war in den vergangenen Monaten innerhalb der katholischen Kirche ein heftiger Streit entbrannt.

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