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Kulturnachrichten

Sonntag, 22. Januar 2017

Spanische Polizei deckt Kunstschmugglerring auf

Verhaftungen seien bereits im November erfolgt

Die spanische Polizei hat einen Schlag gegen einen internationalen Kunstschmugglerring verkündet. In Zusammenarbeit mit Behörden 17 anderer europäischer Länder seien 75 Verdächtige verhaftet und mehr als 3500 Kunstgegenstände sichergestellt worden, teilte sie mit. Die multinationalen Ermittlungen hätten im Oktober begonnen und die Verhaftungen seien bereits im November erfolgt. Die Leitung habe bei Ermittlern Spaniens und Zyperns gelegen, die von 16 anderen Ländern, der UN-Kulturorganisation Unesco und Interpol unterstützt worden seien. Der Schmugglerring habe überwiegend mit Objekten gehandelt, die von Plünderungen aus Kriegsgebieten stammten, hieß es weiter. Die spanische Polizei teilte nicht mit, warum sie sich zu der Operation erst zwei Monate nach den Verhaftungen äußerte.

Timothy Garton Ash erhält Aachener Karlspreis

Britischer Historiker gilt als leidenschaftlicher Verfechter Europas

Der diesjährige Aachener Karlspreis geht an den renommierten britischen Historiker Timothy Garton Ash. Er sei "ein überzeugender und bedeutender englischer Europäer und europäischer Engländer", stellte das Karlspreis-Direktorium in Aachen fest. Garton Ashs Werk sei Anstoß einer vor allem in Europa notwendigen Debatte über Normen und Werte. „Eine Debatte, die uns alle angeht, wollen wir nicht den Hasspredigern und Populisten das Feld überlassen“, hieß es in der Begründung. Das Brexit-Votum der Briten im Juni habe er als größte Niederlage seines politischen Lebens bezeichnet. Er wolle aber nicht aufgeben, für eine enge Bindung des Vereinten Königreich und der EU eintreten. Timothy Garton Ash ist Professor für Europäische Studien an der Universität in Oxford.

Cyberattacke gegen das Sundance Film Festival

Digitale Kinokassen wurden lahmgelegt

Das Sundance Film Festival hat eine Cyberattacke auf seine Netzwerksysteme gemeldet. In der Folge seien die digitalen Kinokassen am lahmgelegt gewesen, teilten die Organisatoren mit. Das Festival hielt Besucher über das Problem auf dem Laufenden und gab später bekannt, dass Online-Tickets für künftige Vorführungen wieder erhältlich seien. Zu den Streifen, die am Abend Premiere feierten, gehörte "The Yellow Birds" mit Jennifer Aniston, Jack Huston und Alden Ehrenreich sowie das Kriegsdrama "Mudbound" mit Mary J. Blige und Carey Mulligan. Das von Robert Redford gegründete Festival gilt als wichtigste Werkschau des US-Independent-Kinos.

Villa von Pierre Boulez steht zum Verkauf

Stadt und Land hoffen auf private Gönner

Die Villa des vor einem Jahr gestorbenen Komponisten Pierre Boulez in Baden-Baden steht zum Verkauf, soll aber nach dem Willen eines Initiativkreises erhalten und in eine Art Künstlerhaus umgewandelt werden. Dass die Kommune sich am Kauf beteilige, komme nach Ansicht von Baden-Badens Oberbürgermeisterin Margret Mergen nicht in Frage. Das Land Baden-Württemberg beteilige sich ebenfalls nicht daran, ließ das Wissenschaftsministerium wissen. Der Initiativkreis, den die Baden-Badener Fotografin Simone Demandt mit ins Leben gerufen hatte, wollte sich auf Anfrage nicht zu seinen genauen Plänen äußern. In der Villa aus dem 19. Jahrhundert hatte Boulez, einer der bedeutendsten zeitgenössischen Komponisten und Dirigenten, jahrzehntelang gelebt und komponiert. Nun wartet die Stadt nach Worten ihres Sprechers auf das Konzept, das der Initiativkreis bald vorlegen wolle. Boulez ist Ehrenbürger der Stadt. Er starb am 5. Januar 2016 im Alter von 90 Jahren in Baden-Baden.

Anfeindungen gegen ausländische Künstler

Rassismus ist Thema beim Intendantentreffen in Weimar

Der Vorsitzende des Deutschen Bühnenvereins Ost, Tobias Wellemeyer, ist nach Anfeindungen gegen ausländische Künstler in Sorge. Anlass sind jüngst bekanntgewordene Vorfälle im ostthüringischen Altenburg. "Das ist ein Ausdruck kultureller Zurückgebliebenheit in einer kleinstädtisch-provinziellen Situation", sagte der Intendant des Hans-Otto-Theaters in Potsdam der Deutschen Presse-Agentur. Er gehe davon aus, dass sich die Situation zuspitzen werde. Denn schon zuvor habe es immer mal wieder Anfeindungen gegen Künstler gegeben. "Bislang haben wir das nicht dokumentiert, aber vielleicht sollten wir das nun bald tun." In Altenburg wurde nach Aussage des dortigen Schauspieldirektors unter anderem ein Ensemblemitglied auf dem Heimweg von einer Horde junger Erwachsener umringt und angepöbelt. Die Theater müssten gerade in der heutigen Situation "Orte der unmittelbaren Begegnung und Tore zur Welt sein", forderte Wellemeyer. Über diese Themen solle nun beim Intendantentreffen zum Thema "Theater und Politik" am Montag und Dienstag in Weimar beraten werden.

Dresdner Schmalfilmtage verleihen Preise

Hauptpreis ging an Julius Dommers Doku "Berta"

Die 18. Dresdner Schmalfilmtage sind zu Ende. 130 Streifen aus aller Welt wurden eingereicht, 13 von ihnen waren in den vergangenen Tagen zu sehen. "Wir waren von der Qualität der eingereichten Arbeiten überrascht, viele sind auf einem sehr hohen Niveau", sagte Festivalsprecherin Nadine Bors der Deutschen Presse-Agentur. "Von Kunst bis Trash war alles dabei. Es wurde gereist, amerikanische Hochzeitskapellen und italienische Bergdörfer mit Schlangenkult besucht und die gesellschaftlichen Normen hinsichtlich Sexualität aus weiblicher, männlicher und transgender Sicht vielfältig hinterfragt", teilte das Festival mit. Am Samstag vergab die Jury ihren Hauptpreis an Julius Dommer. Sein Dokumentarfilm "Berta" dreht sich um die Schlachtung einer gleichnamigen Kuh und greift tierethische Fragen auf. Eine lobende Erwähnung fand der französische Experimentalfilm "Les Eaux dormantes" von Emmanuel Piton. Der Dresdner Publikumspreis ging an Stefan Möckel für seinen Beitrag "What time is it?".

Zehn Jahre Kinderfilmuniversität in Potsdam

Regisseur Andreas Dresen ist Schirmherr

Mehr als 100 junge Berliner und Brandenburger nehmen an der zehnten Auflage der Kinderfilmuniversität in Potsdam-Babelsberg teil, die am Samstag begann. Schirmherr ist der Regisseur Andreas Dresen. In sieben Veranstaltungen soll bis Ende April den Kindern das Filmhandwerk theoretisch und praktisch nahegebracht werden. Zunächst beschäftigen sich die Kids zusammen mit den Filmwissenschaftlern mit der Historie der bewegten Bilder. Dresen wird dann in einer eigenen Vorlesung von seiner Arbeit berichten und den Kleinen von der Neuverfilmung "Tim Thaler oder das verkaufte Lachen" erzählen, die Ende Januar Premiere feiert. Letztlich sollen weitere Grundlagen wie Kameraarbeit, Schauspiel und Schnitt besprochen werden. Daneben können sich die Neun- bis Zwölfjährigen auch praktisch an Kamera und Filmschnitt ausprobieren.

Madonna-Auftritt bei Anti-Trump-Demo

Pop-Diva warnt vor "Tyrannei" durch neuen US-Präsidenten

Bei der riesigen Demonstration gegen den neuen US-Präsidenten Donald Trump in Washington hat die Pop-Diva Madonna die Teilnehmer mit einem Überraschungsauftritt erfreut. Sie trat am Samstag vor den Demonstranten auf die Bühne und hielt eine Rede, in der sie heftig über den neuen Präsidenten herzog. Sie rief die Frauen im Land auf, ihre Ablehnung deutlich zu machen, "dieses neue Zeitalter der Tyrannei zu akzeptieren". Alle Minderheiten im Land seien "in Gefahr", warnte Madonna. Dem müssten die Demonstranten eine "Revolution der Liebe" entgegensetzten. Einen Tag nach Trumps Amtseinführung waren in Washington sowie in anderen US-Städten hunderttausende Trump-Kritiker zusammengeströmt. Mit dem "Women's March on Washington" demonstrierten vor allem Frauen aus dem ganzen Land gegen Trump. Unterstützt wurde der Protest auch von anderen Prominenten wie Hollywood-Star Scarlett Johansson und Regisseur Michael Moore.

Filmschaffende feiern in München das Filmjahr 2016

Branche feierte ein insgesamt gutes Jahr

Beim Münchner Filmwochenende gaben sich die Stars aus Film und Fernsehen ein Stelldichein. Beim Bayerischen Filmpreis und beim Deutschen Filmball haben prominente Filmschaffende in München die Erfolge des vergangenen Jahres gefeiert. Für die Branche war es ein insgesamt gutes Jahr, auch wenn an die herausragenden Erfolge von 2015 nicht angeschlossen werden konnte. 2015 sei ein Ausreißer gewesen, heißt es bei der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft. Die große Party fand im Luxushotel Bayerischer Hof statt, wo der 44. Deutsche Filmball gefeiert wurde. Prominente wie Elyas M'Barek, Moritz Bleibtreu, Axel Stein, Carolin Kebekus, Bülent Ceylan, Palina Rojinski und Uschi Glas waren bei der Ballnacht anwesend. Traditionell konnten die Stars im Laufe des Abends an einem Roulettetisch zugunsten der Filmkünstlernothilfe spielen und das Tanzbein schwingen. Um Mitternacht gab es wie immer Weißwürste.

Dänisches Aarhus eröffnet Kulturhauptstadtjahr

Zyprisches Paphos feiert Eröffnung eine Woche später

Die Dänen haben das Kulturhauptstadtjahr in Aarhus auf dem Fahrrad begrüßt. Hunderte radelten gestern durch die 19 Kommunen in der Region Midtjylland, die bei der Kulturhauptstadt unter dem Motto "Let's Rethink" mitmachen. Für die Kleinen war der Startschuss schon am Freitag gefallen: Bei der Kindereröffnung "Wunschland" hatten Schulkinder in der ganzen Region gemeinsam gesungen und getanzt. Abends gab es dann die offizielle Eröffnung. Bei der Feier im Konzerthaus war auch die dänische Königin Margrethe II. dabei. Danach führte die Monarchin einen Lichterumzug mit leuchtenden Mini-Schiffen durch die Stadt bis zum Hafen. Den Titel der Europäischen Kulturhauptstadt 2017 teilt sich die Studentenstadt mit knapp 320 000 Einwohnern mit dem zyprischen Paphos. Dort wird die Eröffnung eine Woche später gefeiert.

Sächsischer Lessing-Preis an Kurt Drawert

Förderpreise an Thomas Freyer und Anna Kaleri

Der Dramatiker Kurt Drawert ist mit dem sächsischen Lessing-Preis geehrt worden. Die mit 13.000 Euro dotierte Auszeichnung erhalte der 60-Jährige für seine Texte und Bücher, in denen er "hartnäckig vermeintliche Gewissheiten hinterfragt" und "misstrauisch Wahrheit und Lüge sortiert", erklärte die Jury im sächsischen Kamenz. Zwei mit je 5.500 Euro ausgestattete Förderpreise gingen an die Autoren Thomas Freyer und Anna Kaleri. Drawert überdenke den "gesellschaftlichen Schnittmusterbogen", hieß es weiter. In seiner Sprache sei er kompromisslos, er mahne vor einer Sprache der Besitzergreifung, vor falschen Metaphern, die falsche Gedanken erzeugten, und vor intellektueller Bequemlichkeit. Mit dem Lessing-Preis zeichnet der Freistaat Sachsen seit 1993 Literaten aus, deren Werk in der von Gotthold Ephraim Lessing geprägten geistigen Tradition steht. Außerdem werden damit Persönlichkeiten geehrt, die für die deutschsprachige Literatur oder das Theater Herausragendes geleistet haben.

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