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Kulturnachrichten

Sonntag, 19. Februar 2017

Solidaritätsaktion: Berliner Autokorso für Deniz Yücel

Journalist wird seit Dienstag von türkischer Polizei festgehalten

Mit einem Autokorso haben zahlreiche Unterstützer von Deniz Yücel in Berlin gegen die Festnahme des Türkei-Korrespondenten der "Welt" protestiert. Sie veranstalteten Hupkonzerte und forderten auf Plakaten wie "Free Deniz" oder "Journalisten sind keine Terroristen" die Freilassung des 43-Jährigen sowie weiterer in der Türkei inhaftierter Journalisten. Schätzungen zufolge beteiligten sich mehrere hundert Menschen mit über 60 Fahrzeugen an der Aktion. Einer der Initiatoren sagte, es könne weitere Protestveranstaltungen geben. Zu der Aktion war kurzfristig in sozialen Netzwerken unter #Korso4Deniz aufgerufen worden. Weitere Solidaritätsaktionen laufen unter dem Twitter-Hashtag #FreeDeniz. Yücel befindet sich seit Dienstag in türkischem Polizeigewahrsam. Er hatte sich ins Polizeipräsidium Istanbul begeben, um Fragen zu seinen Berichten über eine Hacker-Attacke auf das E-Mail-Konto des türkischen Energieministers zu beantworten. Die Behörden werfen ihm Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, Datenmissbrauch und Terrorpropaganda vor. Yücel hat die deutsche und die türkische Staatsbürgerschaft. Nach dem derzeit in der Türkei geltenden Ausnahmezustand kann die Polizei Yücel bis zu 14 Tage lang festhalten, bevor er einem Haftrichter vorgeführt werden muss.

Lange-Müller erhält Preis des Lübecker Autorentreffens

Laudatorin: "In ihren Büchern ist alles echt"

Die Teilnehmer des Lübecker Literaturtreffens haben ihre Kollegin Katja Lange-Müller mit dem Günter Grass Preis "Von Autoren für Autoren" ausgezeichnet. In ihrer Laudatio würdigte die Schriftstellerin Eva Menasse die Preisträgerin als eine Autorin mit kunstvoll einfacher Sprache. In ihren Büchern sei alles echt, der Leser sehe, rieche, schmecke das Geschehen, sagte Menasse. Dieser Preis sei besonders wertvoll, da er von Kollegen vergeben werde, die die Mühen des Autors aus eigenem Erleben kennen, sagte Lange-Müller. Der Preis wird seit 2011 alle zwei Jahren von den Teilnehmern des von Günter Grass ins Leben gerufenen Literaturtreffens vergeben. Die Höhe des Preisgeldes ist nicht festgelegt. Es wird von den Teilnehmern des Treffens und der Günter und Ute Grass-Stiftung aufgebracht und variiert in der Höhe.

Buch von Kurienkardinal über "Amoris laetitia" Bestseller

Es klärt, wann wiederverheiratete Katholiken die Kommunion empfangen dürfen

Das neue Buch von Kurienkardinal Francesco Cocopalmerio über das päpstliche Schreiben "Amoris laetitia" ist bereits wenige Tage nach seinem Erscheinen am Dienstag vergriffen. Das berichten italienische Medien. "Wir haben Anfragen aus der ganzen Welt erhalten. Das ist eine unglaubliche Sache", so der Leiter des vatikanischen Verlags, Giuseppe Costa. Wie hoch die erste Auflage war, ist nicht bekannt. Cocopalmerio, Präsident des Päpstlichen Rates für Gesetzestexte, erklärt in seinem Buch das umstrittene achte Kapitel des Schreibens "Amoris laetitia", das Papst Franziskus im April 2016 veröffentlichte. Der italienische Kardinal erläutert darin, unter welchen Umständen Katholiken, die nach einer Scheidung wieder heiraten, zum Kommunionempfang zugelassen werden können. Zudem legt er dar, dass eine solche Praxis in vollem Einklang mit der kirchlichen Lehre und Tradition stehe. Darüber war in den vergangenen Monaten innerhalb der katholischen Kirche ein heftiger Streit entbrannt.

Engelsflug eröffnet offiziell Karneval in Venedig

Forderung nach Begrenzung der Touristenströme

Mit dem traditionellen "Volo dell'Angelo" (Engelsflug) ist der Karneval in Venedig nun auch offiziell eröffnet worden. An einem Seil gesichert schwebte Karnevalskönigin Claudia Marchiori im lilafarbenen Kleid mit Engelsflügeln in Orange vom 99 Meter hohen Glockenturm Campanile herab auf den Markusplatz im Zentrum der norditalienischen Lagunenstadt. Der weltberühmte Karneval, der mit seinen Maskenbällen, Gondel-Paraden und Feuerwerken zu den wichtigsten Festen von Venedig zählt, hatte schon am vergangenen Samstag begonnen. Eine Meereskönigin war mit ihrem Gefolge aus fantastischen Seekreaturen aus dem Canale di Cannaregio gestiegen, während sich maskierte Menschen an den Plätzen und Straßen der Lagunenstadt versammelten. Das Spektakel dauert dieses Jahr bis zum 28. Februar. Der Gouverneur von Venetien, Luca Zaia, warf erneut die Forderung nach einer Begrenzung der Touristenströme auf. Venedig sei Stadt und Museum zugleich, der Glanz müsse bewahrt und die Sicherheit gewährleistet werden, sagte er der Nachrichtenagentur Ansa.

Neue Dauerausstellung zur "Weißen Rose" eröffnet

Spaenle: Erinnerung an die Widerstandsgruppe ist Beitrag zur Demokratieerziehung

Zur Widerstandsbewegung "Weiße Rose" ist am Wochenende an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) eine neue Dauerausstellung eröffnet worden. Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) sagte, die Erinnerung an die Gruppe sei ein Beitrag zu Demokratieerziehung und politischer Bildung. Die überarbeitete Schau bietet nach Angaben der Weiße-Rose-Stiftung einen umfassenden Blick auf die Geschichte der Gruppe und stellt ihr Handeln in den Kontext von NS-Diktatur und verbrecherischem Krieg. Ort der Ausstellung ist die sogenannte Denkstätte Weiße Rose im Lichthof der LMU. Dort wurden Hans und Sophie Scholl, die führenden Mitglieder der Gruppe, am 18. Februar 1943 verhaftet, nachdem sie Flugblätter in den Hof geworfen hatten. Darauf wandte sich die Widerstandsgruppe gegen Krieg und Massenmord. Sechs Mitglieder der "Weißen Rose", unter ihnen die Scholls, wurden wenige Tage später zum Tod verurteilt und hingerichtet.

James Browns "Funky Drummer" gestorben

Schlagzeuger Clyde Stubblefield schuf legendären Hip-Hop-Groove

Der Musiker starb am Samstag im Alter von 73 Jahren an Nierenversagen, wie sein Kollege Joey Banks mitteilte. Stubblefield schrieb 1970 mit einem kurzen Schlagzeugsolo in dem Lied "Funky Drummer" Musikgeschichte. Der Groove wurde zu einem der meistgenutzten Samples und wurde vor allem von Hip-Hop-Musikern immer wieder in ihre Songs eingebaut, darunter Public Enemy ("Fight the Power") N.W.A. ("Fuck tha Police") und LL Cool J ("Mama Said Knock You Out"). Für Stubblefield selbst zahlte sich dies aber nicht aus. Erst seit einem Gerichtsurteil 2005 müssen Musiker andere Künstler in den USA für die Verwendung von Tonschnipseln entschädigen. Doch auch danach floss das Geld nicht auf Stubblefields Konto, sondern an die Nachfahren Browns, der als Komponist des Liedes alleiniger Rechteinhaber war. "Ich habe nie ein 'Danke' erhalten, ein 'Hallo, wie geht's?' oder irgendetwas von den Rap-Künstlern", sagte Stubblefield 2009 in einer Dokumentation. Finanzielle Unterstützung erhielt er von dem im vergangenen Jahr gestorbenen US-Popstar Prince, der den Schlagzeuger bewunderte.

Goldener Bär für ungarischen Film "On Body and Soul"

Festival-Direktor Kosslick: Danke für den Versuch, "die Welt mit Poesie zu retten"

Eine ungarische Liebesgeschichte in einem Schlachthaus ist bei den 67. Internationalen Filmfestspielen in Berlin zum besten Film gekürt worden. Jury-Präsident Paul Verhoeven übergab den Goldenen Bären der Berlinale gestern Abend an die Produzenten des Films "On Body and Soul". Für seine Rolle im Film "Helle Nächte" des deutschen Regisseurs Thomas Arslan erhielt der Österreicher Georg Friedrich den Silbernen Bären als bester Darsteller. Der finnische Kult-Regisseur Aki Kaurismäki bekam einen Silbernen Bären für die beste Regie. "Dieser Film hat uns an ein Wort erinnert, das wir häufig zu leichtfertig verwenden: Mitgefühl", begründete der niederländische Regisseur Verhoeven die diesjährige Vergabe des Goldenen Bären. "Es ist ein sehr sensibler Film, den wir hier gemacht haben", sagte die ungarische Regisseurin Ildiko Enyedi, von der auch das Drehbuch stammt. Sie bedankte sich beim ungarischen Filmfonds. Dieser sei eine Insel in einem "immer absurderen Land". In der wichtigsten Sektion Wettbewerb konkurrierten insgesamt 18 Filme um die begehrten Bären, darunter drei deutsche Produktionen. Festival-Direktor Dieter Kosslick bedankte sich während der Preisverleihung bei allen teilnehmenden Filmschaffenden für ihren Versuch, "die Welt mit Poesie zu retten".

Berlinale: Die Bären sind vergeben

Goldener Bär für Ildikó Enyedi, silberner für Aki Kaurismäki

Die Internationale Jury der 67. Berlinale unter Vorsitz von Regisseur Paul Verhoeven hat die begehrten Bären-Preise vergeben. Preise der Internationalen Jury: GOLDENER BÄR: "Körper und Seele" ("Teströl és lélekröl") von Ildikó Enyedi (Ungarn), SILBERNER BÄR, GROSSER PREIS DER JURY: "Félicité" von Alain Gomis (Frankreich), SILBERNER BÄR FÜR DIE BESTE REGIE: "Die andere Seite der Hoffnung" ("Toivon tuolla puolen") von Aki Kaurismäki (Finnland), SILBERNER BÄR FÜR DIE BESTE DARSTELLERIN: Kim Min-hee in "On the Beach at Night Alone" ("Bamui haebyun-eoseo honja") von Hong Sang-soo (Südkorea), SILBERNER BÄR FÜR DEN BESTEN DARSTELLER: Georg Friedrich in "Helle Nächte" von Thomas Arslan (Deutschland), SILBERNER BÄR FÜR HERAUSRAGENDE KÜNSTLERISCHE LEISTUNG: Dana Bunescu für den Schnitt von "Ana, mon amour" von Calin Peter Netzer (Rumänien), SILBERNER BÄR FÜR DAS BESTE DREHBUCH: Sebastián Lelio und Gonzalo Maza für "A Fantastic Woman" ("Una Mujer Fantástica") von Sebastián Lelio (Chile), SILBERNER BÄR FÜR DIE BESTE DOKUMENTATION (neu): "Ghost Hunting" ("Istiyad Ashbah") von Raed Andoni (Frankreich/Palästina/Schweiz).

Ökumenische Jury ehrt sechs Filme auf der Berlinale

Preisgekrönter ungarischer Spielfilm lief auch im Wettbewerb

Die internationale ökumenische Jury der Kirchen hat auf der Berlinale einen Spielfilm und zwei Dokumentarfilme ausgezeichnet. Drei weitere Produktionen wurden lobend erwähnt. Der undotierte Hauptpreis ging an den ungarischen Spielfilm "Testr l és lélekr l" (engl.: "On Body and Soul") von Ildikó Enyedi. Die preisgekrönte Produktion, die auch im Wettbewerb der Berlinale lief, erzählt eine Liebesgeschichte. Aus der Sektion Panorama ehrte die ökumenische Jury den algerisch-französischen Dokumentarfilm "Tahqiq fel djenna" ("Investigating Paradise") von Merzak Allouache. Darin stellt die junge algerische Journalistin Nedjma Recherchen zum Bild vom Paradies im Islam an, wobei eine vielschichtige Analyse der Gefahren entsteht, die vom Salafismus und seinem Koranverständnis ausgehen. In der Sektion Forum zeichnete die Jury den Dokumentarfilm "Maman Colonelle" des Regisseurs Dieudo Hamadi aus der Demokratischen Republik Kongo aus. In "Maman Colonelle" geht es um eine verwitwete Frau mit sieben Kindern. Der Film sei eine Hommage auf "eine Heldin unserer Zeit und zugleich ein Dokument zivilisatorischer Höchstleistung".

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