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Kulturnachrichten

Dienstag, 24. Januar 2017

Elbphilharmonie: Kritik an verkürzter Arte-Übertragung

"Reminiszenz" von Wolfgang Rihm wurde nicht übertragen

Rund 50 Komponisten und Schriftsteller kritisieren den TV-Sender Arte für eine verkürzte Ausstrahlung des Eröffnungskonzerts der Hamburger Elbphilharmonie. Aus der Aufzeichnung sei die Uraufführung des Werks "Reminiszenz" von Wolfgang Rihm entfernt worden, heißt es in einem Protestbrief. "Gegenwartsmusik wird aus dem Kultursender gekippt - ohne jede Erklärung." Offenbar sei zeitgenössische Musik dem TV-Publikum nicht zuzumuten. Initiiert wurde der offene Brief vom Direktor der Musikabteilung der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, Peter Michael Hamel, dem Präsidenten der Freien Akademie der Künste in Hamburg, Ulrich Greiner, und dem Vorsitzenden der Sektion Musik der Hamburger Akademie, Manfred Stahnke.

Khuon neuer Präsident des Deutschen Bühnenvereins

Ulrich Khuon ist Nachfolger der verstorbenen Hamburger Kultursenatorin Barbara Kisseler

Der Intendant des Deutschen Theaters in Berlin, Ulrich Khuon, ist neuer Präsident des Deutschen Bühnenvereins. Khuon wurde in Erfurt von einer außerordentlichen Mitgliederversammlung für vier Jahre gewählt, wie der Bühnenverein mitteilte. Gemeinsam mit dem Geschäftsführenden Direktor des Bühnenvereins, Marc Grandmontagne, wolle er auch den Dialog mit den Politikern in Bund, Ländern und Kommunen verstärken. Außerdem gehe es um die Verbesserung der Arbeitsbedingungen an Theatern und Orchestern. Die Wahl war notwendig geworden, weil die bisherige Präsidentin und Hamburger Kultursenatorin Barbara Kisseler im Oktober 2016 gestorben war. Sie hatte den Bühnenverein von Mai 2015 bis zu ihrem Tod geleitet.

"Toni Erdmann" für den Oscar nominiert

Auch zwei weitere Deutsche haben Chancen auf die Auszeichnung

Der Film "Toni Erdmann" der deutschen Regisseurin Maren Ade ist für den Oscar in der Kategorie "bester fremdsprachiger Film" nominiert. Wie die US-Filmakademie in Los Angeles bekannt gab, konkurriert die Tragikomödie mit Filmen aus Dänemark, Schweden, Australien und dem Iran um die Auszeichnung. Auch der deutsche Komponist und Pianist Volker Bertelmann, bekannt unter dem Künstlernamen Hauschka, hat Oscar-Chancen. Ebenfalls nominiert wurde der deutsch-spanische Filmemacher Marcel Mettelsiefen mit seiner Flüchtlings-Doku "Watani: My Homeland". Das Musical "La La Land" geht mit 14 Nominierungen als Favorit ins Rennen um die diesjährigen Oscars. Die Oscars werden am 26. Februar verliehen.

Can Dündar und Correctiv starten Online-Medium

"Özgürüz" berichtet auf Deutsch und Türkisch

Das zweisprachige Online-Medium "Özgürüz" ist gestartet. Für das Projekt mit Texten und Videos auf Deutsch und Türkisch arbeitet das gemeinnützige Recherchezentrum Correctiv mit den türkischen Journalisten Can Dündar und Hayko Bagdat zusammen. "Özgürü" heißt übersetzt "Wir sind frei". Das Online-Medium soll nach Angaben der Initiatoren unter anderem über die Politik des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und über Korruption in der Türkei berichten.

Filmemacher Werner Nekes gestorben

Nekes starb im Alter von 72 Jahren in Mülheim an der Ruhr

Der Experimentalfilmer und Sammler Werner Nekes ist tot. Wie die "Frankfurter Rundschau" berichtete, starb er bereits am 22. Januar im Alter von 72 Jahren in Mülheim an der Ruhr. Ab Mitte der 1960er Jahre experimentierte der studierte Sprachwissenschaftler und Psychologe mit dem Medium Film. Zu seinen bekanntesten Filmen gehört die Schlagerfilm-Parodie "Johnny Flash" mit Helge Schneider und Christoph Schlingensief aus dem Jahr 1986. Neben seinen Filmexperimenten sammelte Nekes Objekte aus der Vorgeschichte des bewegten Bildes, wie optische Spielzeuge, Laterna Magica, Panoptiken und ähnliches.

Museum nimmt VW-Käferhaube mit Hakenkreuz auf

Kunstwerk wurde von Wolfsburger IG Metall verbannt

Eine aus dem Wolfsburger Gewerkschaftshaus verbannte VW-Käferhaube mit Hakenkreuz des österreichischen documenta-Künstlers Wolfgang Flatz wird nun vom Kunstmuseum der Stadt gezeigt. Die IG Metall hatte das Kunstwerk, das auf die Wurzeln des VW-Konzerns im Nationalsozialismus anspielt, nach einer Ausstellungseröffnung entfernt, weil sie Missverständnisse befürchtete. Das Museum zeigt die Haube nun bis zum 3. März. Es gehe um eine einfache, aber wichtige Geste: um die Ermöglichung von Öffentlichkeit und einen offenen Umgang mit historischer Wahrheit - auch und gerade in Wolfsburg, sagte Museumsdirektor Ralf Beil.

Stephen Colbert moderiert Emmy-Verleihung 2017

Emmys werden im September bei einer Gala in Los Angeles vergeben

Der US-Komiker Stephen Colbert wird in diesem Jahr die Verleihung der Emmy-Fernsehpreise präsentieren. Es werde die meistgesehene Emmy-Verleihung aller Zeiten werden, sagte Colbert laut einer Mitteilung. Er spielte damit offensichtlich auf die Aussage von Donald Trumps Sprecher Sean Spicer an, die Amtseinführung Trumps habe mehr Zuschauer angelockt als Amtseinführungen früherer US-Präsidenten. Spicer konnte diese Angabe zahlenmäßig nicht belegen. Colbert moderiert seit 2015 die "Late Show" beim Fernsehsender CBS, der die diesjährigen Emmys ausstrahlen wird. Die diesjährige Gala findet am 17. September in Los Angeles statt.

Erich-Loest-Preis für Schriftsteller Guntram Vesper

Für seinen Roman "Frohburg"

Der Schriftsteller Guntram Vesper wird mit dem Erich-Loest-Preis ausgezeichnet. Damit werde sein Roman "Frohburg" gewürdigt, teilte die Medienstiftung der Sparkasse Leipzig mit. Für das mehr als 1000-seitige Werk hatte der in Göttingen lebende Autor 2016 bereits den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik erhalten. Frohburg ist eine Kleinstadt südlich von Leipzig. Vesper wurde dort geboren. Der Erich-Loest-Preis wurde erstmals von der Medienstiftung ausgelobt und ist mit 10 000 Euro dotiert. Mit ihm erinnert die Stiftung an den 2013 verstorbenen Leipziger Schriftsteller Erich Loest. Die Auszeichnung soll alle zwei Jahre vergeben werden.

Polanski verzichtet auf Ehrenvorsitz bei César-Verleihung

Proteste von Frauenrechtlerinnen gegen Polanski

Star-Regisseur Roman Polanski verzichtet auf den Ehrenvorsitz bei der diesjährigen Verleihung der französischen César-Filmpreise. Der polnisch-französische Filmemacher werde der Einladung der César-Akademie nicht folgen, teilte Polanskis Anwalt mit. Zugleich kritisierte er eine "ungerechtfertigte" Polemik um die 40 Jahre alten Vergewaltigungsvorwürfe gegen Polanski. Der 83-Jährige sollte am 24. Februar unter anderem die Eröffnungsrede der Zeremonie in Paris halten. Polanski hatte 1977 in den USA Sex mit einem 13-Jährigen Mädchen. Angesichts seiner Ehrung durch die César-Akademie sprach die Frauenrechtsgruppe Osez le féminisme (Wagt den Feminismus) von einer "Verhöhnung" von Vergewaltigungsopfern und rief zu einer Demonstration während der César-Verleihung auf.

Senta Berger wird für Lebenswerk geehrt

Deutscher Fernsehpreis für "Ausnahme-Künstlerin"

Die Schauspielerin Senta Berger wird am 2. Februar mit dem Deutschen Fernsehpreis für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Berger erhalte den Ehrenpreis der Stifter, weil sie "mit ihrem vielfältigen Schaffen über Jahrzehnte immer wieder neue Impulse gesetzt und damit zahlreiche Schauspielerinnen und Schauspieler, aber auch Regisseure, Autoren und nicht zuletzt ihr Publikum immer wieder inspiriert hat", teilte das Sekretariat des Deutschen Fernsehpreises in Köln mit. ZDF-Intendant Thomas Bellut, diesjähriger Vorsitzender der Stifterrunde, ergänzte, dass mit Berger eine Ausnahme-Künstlerin geehrt werde.

Max-Ophüls-Filmfestival eröffnet

Wichtigstes deutschsprachiges Nachwuchsfestival

Mit dem surreal-mysteriösen Krimi "Die Nacht der 1000 Stunden" ist am Montagabend das 38. Filmfestival "Max Ophüls Preis" in Saarbrücken eröffnet worden. Dabei wurde Produzent Peter Rommel für seine Verdienste um den jungen deutschsprachigen Film mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet. Das Filmfestival Max Ophüls Preis steht seit 38 Jahren für die Entdeckung junger Talente aus Österreich, Deutschland und der Schweiz. Bis Sonntag werden etwa 40 000 Besucher erwartet. Sie haben die Auswahl unter 160 Filmen. Auf die besten Filmemacher und Schauspieler warten Preisgelder in Höhe von 111 500 Euro.

Leipziger Buchmesse erwartet stabile Ausstellerbeteiligung

Messe-Direktor Zille baut nicht auf allein auf Publikumszuspruch

Der Direktor des Leipziger Buchmesse, Oliver Zille, setzt auf eine stabile Beteiligung von Verlagen an der Bücherschau in der sächsischen Messestadt. Die Messe habe trotz der Umwälzungen in der Branche weiter Rückenwind, sagte Zille. Er gehe davon aus, mindestens die Ausstellerzahl des Vorjahres zu erreichen oder sogar zu übertreffen. 2016 hatten sich 2.250 Verlage und Dienstleister in Leipzig präsentiert. Schwerpunktland ist in diesem Jahr Litauen. Ein wichtiges Thema sind die Digitalisierung und deren Folgen. Die Leipziger Buchmesse findet vom 23. bis 26. März statt.

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Fazit

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