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Kulturnachrichten

Sonntag, 25. September 2016

Ex-Ärzte-Bassist Hagen Liebing gestorben

Der Musiker und Journalist wurde 55 Jahre alt

Der Musikjournalist und frühere Bassist der Band Die Ärzte, Hagen Liebing, ist tot. Das teilten seine Arbeitgeber "Tip" und "Der Tagesspiegel" in Berlin mit. Liebing wurde 55 Jahre alt und starb nach kurzer, schwerer Krankheit. Der Musiker war ab 1986 Bassist der Band Die Ärzte, die sich 1988 auflöste. Bei der Neugründung der Band 1993 war Liebing, von den anderen Bandmitgliedern "The Incredible Hagen" genannt, nicht mehr dabei. Der gebürtige Berliner arbeitete von 1991 an als Musikjournalist beim "Tagesspiegel", später wechselte er zum Stadtmagazin "Tip". Auch als Journalist blieb er der Rockmusik treu.

Autor Nahed Hattar in Jordanien erschossen

Täter wurde festgenommen

Der in Jordanien wegen Gotteslästerung angeklagte christliche Autor Nahed Hattar ist vor Beginn seines Prozesses erschossen worden. Der Attentäter habe vor dem Eingang des Justizpalastes in der Innenstadt von Amman drei Schüsse auf Hattar abgegeben, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Petra. Der Täter sei festgenommen worden. Aus Sicherheitskreisen verlautete, es handle sich um einen 39-jährigen muslimischen Prediger einer Moschee in der Hauptstadt. Hattar wurde vorgeworfen, über soziale Netzwerke eine Karikatur weiterverbreitet zu haben, die von konservativen Geistlichen als beleidigend für Gott und den Islam eingestuft wird. Auch die Behörden sehen darin einen Gesetzesverstoß. Hattar war Unterstützer des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Die Karikatur zeigt einen im Himmel mit mehreren Frauen im Bett liegenden, rauchenden, bärtigen Mann, der Gott bittet, ihm Wein und Nüsse zu bringen. Der Autor entschuldigte sich später, er habe nicht die Absicht gehabt, Gott zu beleidigen.

Reeperbahnfestival: Albin Lee Meldau gewinnt "Anchor"

38 000 Fans kamen insgesamt

Zum Abschluss des Reeperbahnfestivals wurde erstmalig der "Anchor"-Award vergeben. Dieser ging an den schwedischen Pop-Soul-Musiker Albin Lee Meldau. "Das wichtigste Kriterium war Einzigartigkeit", sagte Juror Tony Visconti. "Und die hat er." Der 28-jährige Meldau erklärte: "Es ist eine Ehre, hier zu sein. Aber ich möchte auch sagen, dass Musik kein Wettbewerb ist." Drei Tage lang hatten acht Musik-Acts aus sechs Ländern ihr Können unter Beweis gestellt. In der Jury saßen neben Bowie-Produzent Visconti etwa der MTV-Urgestein Ray Cokes oder die isländische Sängerin Emiliana Torrini. Von Mittwoch bis zum frühen Sonntagmorgen tummelten sich laut Veranstalter 38 000 Besucher bei Europas größtem Clubfestival - so viele, wie noch nie und 4000 mehr als 2015.

Rheingau-Literatur-Preis an Sasa Stanisic verliehen

"Fallensteller" sei das Meisterstück eines Sprachvirtuosen, so die Jury

Der Schriftsteller Sasa Stanisic ist am Sonntag für seinen Erzählband "Fallensteller" mit dem Rheingau-Literatur-Preis 2016 ausgezeichnet worden. Der 1978 im bosnischen Visegrad geborene und in Hamburg lebende Autor habe das "Meisterstück eines Sprachvirtuosen" geliefert, lobte die Jury. Die Auszeichnung wurde zum 23. Mal vergeben. Bisherige Preisträger waren unter anderen Ulla Berkéwicz, Peter Stamm, Bodo Kirchhoff, Ralf Rothmann, Ursula Krechel und Josef Haslinger. Im vergangenen Jahr wurde Klaus Modick ausgezeichnet. Der Preis ist mit 11.111 Euro und 111 Flaschen Rheingauer Wein verbunden.

Überraschung beim Filmfestival in San Sebastián

Xiaogang Feng gewinnt Hauptpreis

Der chinesische Regisseur Xiaogang Feng hat beim Filmfestival im spanischen San Sebastián den Hauptpreis für den besten Film gewonnen. Er erhielt die "Goldene Muschel" für seine Sozialsatire "I am not Madame Bovary". Der Streifen war zuvor nicht als einer der Favoriten gehandelt worden. Als beste Hauptdarstellerin wurde - ebenfalls für "I Am Not Madame Bovary" - Fan Bingbing geehrt, bester Hauptdarsteller wurde Eduard Fenández für seine Rolle in dem Politthriller "El hombre de las mil caras" des spanischen Regisseurs Alberto Rodriguez. Die Silberne Muschel für die beste Regie ging an den Südkoreaner Hong Sang-soo für das Drama "Yourself and Yours". Der Thriller "Nocturama" von Bertrand Bonello ist mit dem katholischen Signis-Filmpreis ausgezeichnet worden.Mit der Preisvergabe endete am Abend das Festival in der baskischen Metropole. Es zählt - neben Berlin, Venedig und Cannes - zu den großen Filmfestspielen in Europa.

Erich-Kästner-Preis für Oberbürgermeister von Wroclaw

10 000 Euro Preisgeld werden gespendet

Der Oberbürgermeister des polnischen Wroclaw (Breslau), Rafal Dutkiewicz, ist mit dem Erich-Kästner-Preis des Presseclubs Dresden ausgezeichnet worden. Damit werde Dutkiewiczs vielfältiges Engagement für ein friedvolles und kulturvolles Europa und seine großen Verdienste in der Entwicklung der Städtepartnerschaft zwischen Dresden und Breslau geehrt, hieß es bei einem Festakt auf Schloss Albrechtsberg in Dresden. Gerade in politisch schwierigen Zeiten setze der Wroclawer Stadtpräsident auf Begegnung, Kommunikation und Verständnis. Der Preis ist mit 10 000 Euro dotiert. Das Geld wird vom jeweiligen Preisträger für künstlerische, kulturelle oder karitative Zwecke gespendet. Dutkiewicz kündigte an, er werde das Preisgeld für ein Museumsprojekt zur Verfügung stellen, das deutsche und polnische Kinder und Jugendliche gemeinsam gestalten.

Bundesweite Interkulturelle Woche eröffnet

Kirchen würdigen Engagement für Flüchtlinge

Mit einem ökumenischen Gottesdienst ist die bundesweite Interkulturelle Woche der Kirchen in Friedland bei Göttingen eröffnet worden. Der Kulturbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Johann Hinrich Claussen, sagte, das Beispiel des 1945 eröffneten Grenzdurchgangslagers Friedland zeige, wie viele Menschen in Deutschland während des Krieges oder nach dem Krieg eigene Erfahrungen mit Fluchtgeschichten gesammelt hätten. Das erkläre die besondere Solidarität, zu der viele Menschen in Deutschland bereit seien. Das Motto der diesjährigen Woche lautet "Vielfalt. Das Beste gegen Einfalt". Die Interkulturelle Woche ist eine Initiative von Deutscher Bischofskonferenz, Evangelischer Kirche in Deutschland und Griechisch-Orthodoxer Metropolie von Deutschland.

Truman Capotes Asche versteigert

Unbekannter ersteigerte sie für 45 000 Dollar

Die Asche des amerikanischen Schriftstellers Truman Capote ("Kaltblütig") ist in Los Angeles für 45 000 Dollar, umgerechnet 40 0000 Euro, versteigert worden. Wer das Holzkästchen mit den Überresten des berühmten Buch- und Drehbuchautoren erwarb, wurde nicht bekannt. Capote war 1984 knapp 60-jährig im Haus seiner Vertrauten Joanne Carson in Los Angeles (Kalifornien) gestorben. Carson, Ex-Frau des Fernseh-Entertainers Johnny Carson, behielt Capotes Asche und weitere Hinterlassenschaften bis zu ihrem Tod 2015. Kurz zuvor sagte sie Julien nach dessen Angaben, dass Capote mit der Versteigerung seiner Asche einverstanden war. "Truman wollte nicht, dass sie auf einem Regal verstaubt", zitierte Julien Joanne Carson.

Museum für Afroamerikanische Geschichte und Kultur

US-Präsident Obama eröffnet Schau in Washington

US-Präsident Obama hat in Washington das neue Museum für Afroamerikanische Geschichte und Kultur eröffnet und dabei die Menschen im Land eindringlich zur Einheit aufgerufen. "Wir alle sind Amerikaner. Auch ich bin Amerikaner", sagte der erste schwarze Präsident der USA. Er hoffe, dass das neue Museum dazu beitrage, dass die Menschen im Land miteinander redeten, einander zuhörten, "und dass wir einander sehen". Obama betonte, dass die neue Einrichtung nicht nur die Geschichte der Schwarzen schildere, es sei die Geschichte aller Amerikaner, ihrer Sünden, aber auch ihrer Triumphe. Das Museum wurde für umgerechnet 480 Millionen Euro nach Plänen des ghanaisch-britischen Architekten David Ajaye errichtet. Das Erdgeschoss zeichnet die geschichtliche Entwicklung in Richtung Gleichberechtigung nach, das obere Geschoss präsentiert die Bereiche Sport, Musik, Unterhaltung und Ernährung. Leitidee ist es, neben der oft leidvollen Geschichte der Afroamerikaner einschließlich der Sklaverei und Rassentrennung auch das reiche Erbe dieser Kultur zu präsentieren.

Tim Renner will Kulturstaatssekretär bleiben

Renner ist seit 2014 auf seinem Posten

Nach der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus hat Kulturstaatssekretär Tim Renner (SPD) sein Interesse an einer Fortsetzung des Amts bekräftigt. «Auch unter den jetzigen Verhältnissen finde ich die Arbeit für die Kultur Berlins enorm spannend», sagte der 51-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. "Ich würde gern das Angeschobene auch fertigbringen und an der Umsetzung arbeiten." Bisher laufen allerdings erst die Sondierungsgespräche für eine Regierungsbildung. Vom Ausgang hängt ab, ob es künftig wieder ein eigenständiges Kulturressort gibt oder ob das Amt - wie seit 2006 - beim Regierenden Bürgermeister bleibt.

Staatspräsident für Rückgabe des Parthenon-Frieses

Friesteile sind seit 200 Jahren im Besitz des British Museum

Der griechische Staatspräsident Prokopis Pavlopoulos hat sich für eine Rückgabe der Parthenon-Friesteile durch Großbritannien ausgesprochen. Auf Grund der weltweit kulturellen Einzigartigkeit des Parthenon-Tempels sei die Rechtmäßigkeit dieses Anspruchs eine Selbstverständlichkeit, sagte Pavlopoulos einem Bericht des Radiosenders Athina 984 zufolge bei einer internationalen Konferenz zum Thema. Die antiken Marmorelemente des Parthenon sind seit 200 Jahren im Besitz des British Museum. Der britische Botschafter in Konstantinopel, Lord Elgin, hatte sie einst abmontieren und in das Vereinigte Königreich bringen lassen - ein Akt des Vandalismus und der Plünderung, wie Pavlopoulos in seiner Rede betonte. Seit 1982 fordert Griechenland die «Elgin Marbles» zurück, die Briten verweigern dies bislang. Der Parthenon ist eines der berühmtesten noch existierenden Baudenkmäler des antiken Griechenland.

40. "Kulturpreis Schlesien" in Polen verliehen

Preis des Landes Niedersachsen wurde in Breslau verliehen

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius hat in Breslau den 40. "Kulturpreis Schlesien" des Landes Niedersachsen verliehen. Die beiden mit je 4000 Euro dotierten Hauptpreise gingen an die Direktorin des Städtischen Museums "Gerhart-Hauptmann-Haus" im polnischen Jelenia Góra-Jagniatków, Julia Izabela Zaprucka, und an den Autor und Regisseur Hans-Dieter Rutsch. Der 1954 in Berlin geborene Schriftsteller hat mehrere Bücher über Schlesien geschrieben. Zwei mit je 3000 Euro dotierte Sonderpreise erhielten das Papiermuseum in Duszniki Zdrój und die Deutsche-Sozial-Kulturelle Gesellschaft Breslau. Der Kulturpreis wurde 1977 ins Leben gerufen. Mit ihm werden Künstler, Wissenschaftler oder Persönlichkeiten ausgezeichnet, die hervorragende Arbeit auf dem Gebiet der Literatur, der Bildenden Kunst oder der Musik geleistet haben. Sie stammen entweder selbst aus Schlesien oder ihre Werk weist Bezüge auf.

Hofer Filmtage erinnern an verstorbenen Gründer

Ehemaliger Chef Heinz Badewitz wird mit Retrospektive geehrt

Nach dem Tod ihres langjährigen Leiters erinnern die Hofer Filmtage in diesem Jahr an ihren ehemaligen Chef Heinz Badewitz mit einer Retrospektive. Gleichzeitig soll mit der Filmschau das 50-jährige Bestehen des Festivals dokumentiert werden, wie die Filmtage Freitag mitteilten. Gezeigt werde unter anderen "Letzte Worte" (1968) von Werner Herzog, "Messer im Kopf" (1978) von Rainhard Hauff und Doris Dörries Erfolgsstreifen "Männer" von 1985. Die drei Regisseure werden bei dem vom 25. bis 30. Oktober dauernden Festival ebenso erwartet wie die Schauspielerin Eva Löbau und Filmemacher Wim Wenders. Filmtage-Mitbegründer Badewitz war am 10. März im Alter von 74 Jahren während des Besuchs eines Filmfestivals im österreichischen Graz gestorben.

Kritik an Junggesellenabschied im Palazzo Pitti

Uffizien-Leiter Eike Schmidt verteidigt die Vermietung eines Hofs

Teile italienischer Medien kritisieren die Vermietung eines Uffizien-Hofs für eine angeblich wilde Junggesellen-Sause. Uffizien-Leiter Eike Schmidt bestreitet dies und sagte, es handelte sich lediglich um ein vorhochzeitliches Abendessen eines italienischen Unternehmers, der am Samstag geheiratet hat. "Es gab nichts vulgäres oder exzessives" an den Dekorationen für das Abendessen in einem von den Uffizien bereitgestellten Hof, so Schmidt. Außerdem sei er sehr verwundert über die Aufregung mancher Medien. Schließlich ist es seit Jahrzehnten in Italien nicht unüblich, dass Museen Räumlichkeiten für Galas oder Partys vermieten. Ohne diese Art Einnahmen (70 000 Euro betrug die Vermietungsgebühr für fraglichen Abend) müssten Museen Eintrittspreise erhöhen oder Einschnitte bei Restaurierungsarbeiten vornehmen, so Schmidt weiter.

Springsteen kritisiert Trump-Kandidatur scharf

Rock-Musiker zu Gast in norwegisch-schwedischer Talk-Show

Bruce Springsteen sieht Donald Trumps Präsidentschaftskandidatur als "eine große Peinlichkeit" für US-Amerikaner. Das sagte "The Boss" als Gast der norwegisch-schwedischen Talk-Show "Skavlan". Die Online-Ausgabe der schwedischen Zeitung Dagens Nyheter veröffentlichte Auszüge aus dem Interview. Darin sagt Springsteen weiter: "Es ist mehr als absurd, aber er hat es schon so weit geschafft, dass es einen nervös machen kann. Ich glaube nicht, dass er gewinnen wird, aber seine Kandidatur allein ist eine große Peinlichkeit für Amerikaner." In einem separaten Interview für "Rolling Stone" sagte Springsteen: "Die Republik wird im Grunde von einem Idioten belagert. Ohne übertreiben zu wollen: Es ist eine Tragödie für unsere Demokratie." Desweiteren warf Springsteen Trump vor, simple Antworten für sehr komplexe Probleme anzubieten. Hillary Clinton hingegen wäre "eine sehr, sehr gute Präsidentin."

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