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Kulturnachrichten

Donnerstag, 25. August 2016

"Toni Erdmann" deutscher Kandidat für Auslands-Oscar 2017

Am 24. Januar entscheidet Hollywood, ob der Film nominiert wird

Maren Erdmanns Spielfilm "Toni Erdmann" wird als deutscher Beitrag für die Kategorie "bester fremdsprachiger Film" der Oscar-Vergabe eingereicht. Das hat die German Films Service + Marketing GmbH bekanntgegeben, die verschiedene Berufsverbände und Institutionen wieder dazu aufgerufen hatte, Vertreter für eine neunköpfige Jury zu benennen. Der Film hatte bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes für viel Furore gesorgt und wurde erst am Dienstag von der internationalen Vereinigung von Filmkritikern und Filmjournalisten (FIPRESCI) zum "Film des Jahres" gekürt. Beworben hatten sich für die Nominierung auch "Er ist wieder da" von David F. Wnendt, "Auf Augenhöhe" von Evi Goldbrunner und Joachim Dollhopf, "Nebel im August" von Kai Wessel, "Power to Change - Die Energierebellion" von Carl-A. Fechner, "Der Staat gegen Fritz Bauer" von Lars Kraume, "Das Tagebuch der Anne Frank" von Hans Steinbichler und "Vor der Morgenröte" von Maria Schrader. Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences in Hollywood wird am 17. Januar 2017 eine Shortlist der eingesendeten Bewerbungen aus dem Ausland veröffentlichen, um eine Woche später die fünf von ihr nominierten Filme bekanntzugeben. Die Oscarverleihung findet am 26. Februar 2017 in Hollywood statt.

Deutsche Statistik verzeichnet 39 Millionen Theatergäste im Jahr

Das teilte der Deutsche Bühnenverein mit

In der Spielzeit 2014/2015 wurden stabile Besucherzahlen registriert. Rund 21 Millionen Besucher zählten die Staats- Stadt- und Landesbühnen. Mehr als 11 Millionen Gäste hatten die Privattheater, denen erstmals auch das Musical-Unternehmen Stage Entertainment zugeschlagen wurde. Hinzu kommen die Besucher von Festspielen und Konzerten. Die Zahl der Vorstellungen der öffentlich getragenen Theater und Orchester sank dabei um 0,4 Prozent. Dem standen gestiegene Eigeneinnahmen um 1,6 Prozent oder 535 Millionen Euro gegenüber. Erneut stieg die Zahl der freien Mitarbeiter: Von gut 25.000 auf 27.000. Die Theaterstatistik des Deutschen Bühnevereins dokumentiert die wichtigsten Wirtschaftsdaten der Theater und Orchester. Insgesamt 142 Staatstheater, Stadttheater und Landesbühnen sowie 130 Orchester, 221 Privattheater und 77 Festspiele wurden 2014/2015 mit ihren Einnahmen und Ausgaben, Personalangaben, Besucherzahlen und Veranstaltungen ausgewertet.

Berliner Volksbühne und Gorki sind Theater des Jahres

Kritiker von "Theater heute" halten Berliner Bühnen für besonders überzeugend

Die Berliner Volksbühne und das Berliner Maxim Gorki Theater sind gleichauf zum Theater das Jahres gewählt worden. In der traditionellen Umfrage der Zeitschrift "Theater heute" gaben jeweils sechs von insgesamt 43 Kritikern den beiden recht unterschiedlichen Häusern ihre Stimme. Darstellerin des Jahres wurde den Angaben zufolge die Burg-Schauspielerin Caroline Peters ("Mord mit Aussicht"). Als bester Schauspieler setzte sich Edgar Selge mit einem Houellebecq-Stück am Hamburger Schauspielhaus durch. Zur Inszenierung des Jahres wählten die Kritiker die Neuinterpretation von Ibsens Drama "John Gabriel Borkman", die Shootingstar Simon Stone als Koproduktion von Wiener Burgtheater und Schauspiel Basel realisiert hat.

Graceland Holdings vermarktet das Anwesen von Prince

Am 6. Oktober beginnen Führungen auch durch die Privaträume

Die Firma, die seit über 30 Jahren die Besuchertouren durch das Anwesen von Elvis Presley organisiert, hat auch die Vermarktung für Studio- und Privaträume des im April gestorbenen Prince übernommen. Ab 6. Oktober wird es geführte Touren in Paisley Park in Minnesota geben. Pro Tag werde mit bis zu 2000 Besuchern gerechnet. Alle 10 Minuten würden Gruppen durch den Gebäudekomplex geleitet. Für die 70minütige Tour werden knapp 40 US-Dollar verlangt.

Suche nach Nazi-Gold in Polen erfolglos

"Kein Zug, kein Tunnel" erklärte ein Sprecher des Suchteams

Der deutsche Hobbyhistoriker Andreas Richter und sein polnischer Kollege Piotr Koper haben umsonst schweres Gerät nach Walbrzych transportieren lassen. Die Experten der Universität Krakau hatten recht: Es konnte keine Spur eines unterirdisch abgestellten Zuges der Nationalsozialisten gefunden werden, in dem die beiden Goldsucher einen legendären Schatz vermuteten. Richter und Koper sagten, dass von ihnen durchgeführte Radar-Tests bestätigt hätten, dass sich der Zug an dieser Stelle befinde. Daraufhin hatten sie vergangene Woche mit ihren Grabungen begonnen. Nun hätte sich aber keine Spur von einem Zug gefunden.

Lollapalooza-Festival in Berlin erhält Ausnahmegenehmigung

Es findet am 10. und 11. September statt

Die Bezirksbehörden und das untere Denkmalschutzamt verpflichten den Veranstalter, die Anlagen in Treptow zu schützen und alle entstehenden Schäden auf eigene Kosten beseitigen. Weil Bewohner rund um den Treptower Park Lärmbelästigung befürchten, würden die Anwohner noch in dieser Woche detaillierte Informationen erhalten, teilte der Veranstalter mit. An den beiden Konzerttagen werden etwa 140.000 Besucher erwartet. Weil am letztjährigen Veranstaltungsort, dem alten Flughafen Tempelhof, Geflüchtete untergebracht sind, musste das Festival umziehen. Im Treptower Park soll Lollapalooza nur dieses Jahr stattfinden. Der mögliche Veranstaltungsort im kommenden Jahr steht noch nicht fest.

Kirche hält historischen Bücherschatz zurück

Forscher wollten die Bücher digitalisieren

Ein großer Bestand an historischen kirchlichen Handschriften, auf den Forscher in einem Kloster im oberbayerischen Altomünster gestoßen waren, befindet sich vorerst unter Verschluss. Wie Projektleiter Volker Schier sagte, hatten er und ein internationales Team geplant, die Bücher, die bis ins 15. Jahrhundert zurückreichen, zu digitalisieren. Seitdem das Kloster aufgelöst wird, hält der Vatikan die Bestände jedoch zurück. Der Heilige Stuhl hatte im Dezember 2015 die Auflösung des Klosters verfügt, nachdem nur noch eine Nonne im Konvent verblieben war. Die verbliebene Priorin habe zum Zeitpunkt des Fundes im Oktober 2015 den Forschern ihre Zustimmung erteilt, sagte Schier. Die päpstliche Kommissarin für die Auflösung verweigere aber nun den Zugriff und jegliche Kommunikation.

Ethan Hawke erhält Ehrenpreis von San Sebastián

Filmfestival ehrt ihn für sein Talent als Darsteller, Autor und Regisseur

Hollywood-Star Ethan Hawke wird mit dem Ehrenpreis des Filmfestivals von San Sebastián ausgezeichnet. Der vierfach Oscar-nominierte Schauspieler ("Before Sunset") werde damit für sein vielschichtiges Talent sowohl als Darsteller als auch als Drehbuchautor und Regisseur geehrt, das er bereits seit 30 Jahren unter Beweis stelle, teilten die Organisatoren mit. Hawke soll den Preis am 17. September erhalten.

Urteil in bizarrem Kunst-Prozess um Peter Doig

Das Gericht gab dem Künstler Recht

Der Maler Peter Doig hat in einem skurrilen Kunst-Prozess um ein angeblich von ihm stammendes Bild Recht bekommen. Das rund 40 Jahre alte Landschaftsgemälde stamme nicht von Doig, urteilte ein Gericht in Chicago. Geklagt hatte ein früherer Gefängnisaufseher aus Kanada, der das Bild in den 70er Jahren gekauft hatte - angeblich von Doig in einem Gefängnis. Der Maler gab jedoch an, nie dort gewesen zu sein. Daraufhin verklagte der frühere Aufseher Doig auf sieben Millionen Dollar Schadenersatz, weil er das Bild nun nicht mehr teuer verkaufen konnte. Die Gemälde des in Großbritannien geborenen Doig haben in der Vergangenheit teils zweistellige Millionenbeträge eingebracht. Doig lehrt an der Kunstakademie Düsseldorf und lebt hauptsächlich in Trinidad und New York.

Burundis Polizei nimmt acht Social-Media-Aktivisten fest

Erneuter Schlag gegen unabhängige Berichterstattung

Die Polizei im ostafrikanischen Burundi hat acht Aktivisten festgenommen, die die Regierung und staatliche Institutionen in sozialen Medien verunglimpft haben sollen. Die acht Personen seien am Sonntag in der Hauptstadt Bujumbura auf frischer Tat ertappt worden, sagte ein Polizeisprecher dem britischen Rundfunksender BBC. Die Festnahmen werden als neuer Schlag gegen unabhängige Berichterstattung in Burundi gewertet. Die Regierung des umstrittenen Präsidenten Pierre Nkurunziza geht seit mehr als einem Jahr mit harter Hand gegen Journalisten vor und hat zahlreiche private Medienunternehmen geschlossen. Unabhängige Informationen über die Lage in dem krisengeschüttelten Land sind seitdem fast ausschließlich über soziale Medien wie Twitter oder Facebook verfügbar.

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