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Kulturnachrichten

Samstag, 21. Januar 2017

Sächsischer Lessing-Preis an Kurt Drawert

Förderpreise an Thomas Freyer und Anna Kaleri

Der Dramatiker Kurt Drawert ist mit dem sächsischen Lessing-Preis geehrt worden. Die mit 13.000 Euro dotierte Auszeichnung erhalte der 60-Jährige für seine Texte und Bücher, in denen er "hartnäckig vermeintliche Gewissheiten hinterfragt" und "misstrauisch Wahrheit und Lüge sortiert", erklärte die Jury im sächsischen Kamenz. Zwei mit je 5.500 Euro ausgestattete Förderpreise gingen an die Autoren Thomas Freyer und Anna Kaleri. Drawert überdenke den "gesellschaftlichen Schnittmusterbogen", hieß es weiter. In seiner Sprache sei er kompromisslos, er mahne vor einer Sprache der Besitzergreifung, vor falschen Metaphern, die falsche Gedanken erzeugten, und vor intellektueller Bequemlichkeit. Mit dem Lessing-Preis zeichnet der Freistaat Sachsen seit 1993 Literaten aus, deren Werk in der von Gotthold Ephraim Lessing geprägten geistigen Tradition steht. Außerdem werden damit Persönlichkeiten geehrt, die für die deutschsprachige Literatur oder das Theater Herausragendes geleistet haben.

Lyrikerin Orsolya Kalász erhält Peter-Huchel-Preis

Jury würdigt Band "Das Eine" als herausragende Neuerscheinung 2016

Die Lyrikerin und Literaturübersetzerin Orsolya Kalász erhält den mit 10 000 Euro dotierten Peter-Huchel-Preis für deutschsprachige Lyrik. Die Jury würdigte ihren Band "Das Eine" als herausragende Neuerscheinung des Jahres 2016, wie der SWR mitteilte. Er vergibt die Auszeichnung gemeinsam mit dem Land Baden-Württemberg. Kalász wurde 1964 in Ungarn geboren, sie lebt in Berlin und Budapest. "Bei Orsolya Kalász kommt das Staunen, das am Anfang aller Poesie steht, zu seinem Recht: In einer offenen, fragenden, dem Fremden sich aussetzenden Poetik tastet sich ihr Band "Das Eine" durch das Labyrinth des Erkennens, Benennens und Verwandelns von Welt", begründete die Jury in Freiburg ihre Wahl. Der seit 1983 vergebene Preis erinnert an den Lyriker Peter Huchel (1903-1981). Er wird am 3. April, dem Geburtstag Huchels, in Staufen im Breisgau verliehen. Zu den bisherigen Preisträgern gehören Ernst Jandl, Durs Grünbein, Thomas Kling, Friederike Mayröcker und Barbara Köhler.

Museumseröffnung in Potsdam: Palais Barberini eröffnet

Software-Milliardär Hasso Plattner ist Mäzen

Das Museum Palais Barberini in Potsdam hat seine Türen geöffnet. 17 Räume bieten auf 2200 Quadratmetern Platz für Kunst. Innerhalb von drei Jahren entstand das Kunstmuseum im wiederaufgebauten Palast Barberini aus dem 18. Jahrhundert. Gestiftet wurde es von SAP-Mitbegründer Hasso Plattner. Im Inneren gibt es kostbare Bilder zu sehen, beispielsweise von berühmten Vertretern des Impressionismus. Die Werke von Monet, Rodin, Munch, Nolde oder Kandinsky sind in dieser Fülle selten versammelt. Die hohen Wände zieren derzeit mehr als 140 Werke von Impressionisten, und es wurden 60 Arbeiten von Klassikern der Moderne zusammengetragen. Plattner, der in Kalifornien lebt, ist seit Jahren begeisterter Kunstsammler und Mäzen. Seine private Kunstsammlung umfasst rund 1000 Werke. Dem geborenen Berliner liegt die Stadt Potsdam am Herzen. Mit seinen Millionenspenden hat er das Gesicht der Stadt gestaltet: Er spendierte dem wiederaufgebauten Landtagsschloss die historische Fassade und das Dach wie im einst zerstörten Original. Das von ihm gegründete Hasso Plattner-Institut bildet IT-Fachleute aus.

Dänisches Aarhus eröffnet Kulturhauptstadtjahr

Zyprisches Paphos feiert Eröffnung eine Woche später

Die Dänen haben das Kulturhauptstadtjahr in Aarhus auf dem Fahrrad begrüßt. Hunderte radelten durch die 19 Kommunen in der Region Midtjylland, die bei der Kulturhauptstadt unter dem Motto "Let's Rethink" mitmachen. Für die Kleinen war der Startschuss schon am Freitag gefallen: Bei der Kindereröffnung "Wunschland" hatten Schulkinder in der ganzen Region gemeinsam gesungen und getanzt. Für den Abend steht die offizielle Eröffnung auf dem Programm. Die Feier im Konzerthaus soll auch die dänische Königin Margrethe II. besuchen. Danach soll die Monarchin einen Lichterumzug mit leuchtenden Mini-Schiffen durch die Stadt bis zum Hafen anführen. Den Titel der Europäischen Kulturhauptstadt 2017 teilt sich die Studentenstadt mit knapp 320 000 Einwohnern mit dem zyprischen Paphos. Dort wird die Eröffnung eine Woche später gefeiert.

Adele soll bei Grammy-Verleihung auftreten

Preise werden am 12. Februar verliehen

Die britische Sängerin Adele soll bei der Grammy-Verleihung im Februar auf der Bühne stehen. Wie die Recording Academy bekannt gab, wird Adele einen Song von ihrem Grammy-nominierten Album "25" präsentieren. Weitere Live-Auftritte sind von John Legend, Metallica, Carrie Underwood und Keith Urban geplant. Adele und R&B-Star Beyoncé sind in diesem Jahr die großen Favoriten bei der Grammy-Verleihung. Beide wurden in den drei wichtigsten Kategorien des Musikpreises nominiert: Album des Jahres, Aufzeichnung des Jahres und der Komponistenpreis Song des Jahres. Adele hat weitere Gewinnchancen in den beiden Sparten Pop-Solo-Darbietung ("Hello") und Pop-Album ("25"). Der britische Star hat in seiner Laufbahn bereits zehn Grammy-Trophäen gewonnen. Die Musikpreise werden am 12. Februar in 84 Kategorien verliehen.

Bayerischer Filmpreis für Bruno Ganz

Schweizer Schauspieler erhält den Ehrenpreis des Ministerpräsidenten

Bruno Ganz erhält den Bayerischen Filmpreis. Der 75-jährige Film- und Theaterdarsteller Ganz wurde vom Publikum am Ende der Gala mit stehenden Ovationen bedacht. Die Flüchtlingskomödie "Willkommen bei den Hartmanns" wurde mit dem wichtigen Produzentenpreis ausgezeichnet. Der Produzentenpreis ist mit 200 000 Euro dotiert. Der Film von Regisseur Simon Verhoeven gewann außerdem die Online-Abstimmung für den diesjährigen Publikumspreis. Zu den Gewinnern des Abends gehört auch der Film "Toni Erdmann": Schauspielerin Sandra Hüller erhielt den Preis als beste Darstellerin, Maren Ade für die Regie. Letzterer ging außerdem an vier weitere Regisseurinnen - einer der Höhepunkte der Gala. "Nur 15 Prozent aller Kinofilme in Deutschland werden von Frauen gedreht", sagte Regisseurin Caroline Link in ihrer Laudatio für diesen Preis.

Rund 1000 Objekte aus NS-Vernichtungslager restauriert

Gegenstände sollen in entstehendem Museum ausgestellt werden

Fast 1000 auf dem Gelände des ehemaligen deutschen NS-Vernichtungslagers Sobibor gefundene Gegenstände sind restauriert worden. Es handelt sich überwiegend um Gebrauchsgegenstände wie Brillen, Kämme, Schmuck und Besteck, wie das Museum Majdanek in der südostpolnischen Stadt Lublin mitteilte. Ausgestellt werden sollen sie im entstehenden Museum in Sobibor. Es befindet sich derzeit noch im Bau. Die Fundstücke waren bei Ausgrabungsarbeiten auf dem Gelände des ehemaligen Vernichtungslagers Sobibor entdeckt worden, in dem Schätzungen zufolge rund 170 000 Juden ermordet wurden.

Wagner-Familie beendet Gerichtsstreit auf Grünem Hügel

Nach Gerichtsurteil gehen Kinder Wieland Wagners nicht in Berufung

Die Angehörigen von Wieland Wagner haben den Gerichtsstreit um Einfluss auf dem Grünen Hügel beendet. Nach dem Urteil des Landgerichts Bayreuth zum Mietvertrag des Festspielhauses entschieden die drei Kinder Wieland Wagners, nicht in Berufung zu gehen, wie ein Anwalt der Geschwister sagte. In einer Stellungnahme warnen sie zugleich andere Stifterfamilien und empfehlen "allen künftigen Stifterfamilien eine genaue Lektüre des Urteils des Landgerichts Bayreuth, wenn diesen Familien eine Mitgestaltung ihres Vermächtnisses am Herzen liegt." Das Landgericht Bayreuth hatte am 15. Dezember die Klage von Wielands Kindern und seiner Schwester Verena Lafferentz-Wagner abgewiesen. In dem Streit des Wieland-Stammes gegen die Richard-Wagner-Stiftung und die Bayreuther Festspiele GmbH ging es um den Mietvertrag des Festspielhauses - und um das Prozedere, wie die Festspielleitung bestimmt wird. Aufgrund der ausgehandelten Details können Bund und Land daher nun fast allein über die Festspielleitung entscheiden - zum Ärger des Wieland-Stammes.

Tabea Zimmermann ist "Künstlerin des Jahres 2017"

Bratschistin ist seit 2013 Vorsitzende des Beethoven-Hauses Bonn

Tabea Zimmermann, international renommierte Bratschistin und Präsidentin des Beethoven-Hauses Bonn, ist "Künstlerin des Jahres 2017" des International Classical Music Awards (ICMA). Die Jury aus Vertretern von Klassik-Magazinen, Online Services und Radiostationen zeichnete die Musikerin aus, die seit 2013 Vorstandsvorsitzende des Stiftungsrates des Beethoven-Hauses ist, wie die Stadt Bonn mitteilte. Die ICMA ehrt jährlich Audio- und Videoproduktionen und vergibt Sonderpreise für herausragende klassische Musiker und Musikproduzenten. Zimmermann leitet 2017 zum dritten Mal die "Beethoven-Woche", das Kammermusikfest des Beethoven-Hauses, das seit Freitag läuft.

Empörung über Ehrung von Polanski bei César-Verleihung

Kritiker erinnern an Vergewaltigungsvorwürfe gegen den Filmemacher

Eine Ehrung von Starregisseur Roman Polanski bei der nächsten Verleihung der französischen César-Filmpreise hat in Frankreich eine Kontroverse ausgelöst. Die Ministerin für Frauenrechte, Laurence Rossignol, nannte die Ehrung wegen alter Vergewaltigungsvorwürfe gegen Polanski "überraschend und schockierend". Die César-Akademie hatte kürzlich bekanntgegeben, dass der polnisch-französische Regisseur Präsident der nächsten César-Verleihung am 24. Februar wird. Wegen der Vorwürfe gegen Polanski, 1977 in den USA eine 13-Jährige vergewaltigt zu haben, sorgte dies rasch für Aufregung. Die Frauenrechtsgruppe Osez le féminisme (Wagt den Feminismus) rief zu einer Demonstration während der César-Verleihung auf. Bis Freitagmittag hatten mehr als 40.000 Menschen eine Online-Petition gegen Polanski unterschrieben.

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