Seit 09:07 Uhr Im Gespräch
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 09:07 Uhr Im Gespräch
 
 

Kulturnachrichten

Mittwoch, 10. Februar 2016

Kürzere Dankesreden bei Oscar-Verleihungen

Beiträge sollen maximal 45 Sekunden dauern

Die Dankesreden bei den Oscar-Verleihungen sollen entschlackt werden. Wie die Organisatoren der Academy Awards mitteilten, wurde für die Vergabe der beliebten Hollywood-Filmpreise am 28. Februar ein neues Reglement erlassen. Demnach sollen sich die Empfänger der Preise in ihren 45-Sekunden-Dankesreden auf ihre Hauptbotschaft konzentrieren - jedoch nicht auf die Dankesworte für Mama, Papa und ihre sonstigen Lieblinge. Die neuen Regeln wurden beim traditionellen Vortreffen der Oscar-Nominierten erläutert, das in Beverly Hills stattfand. Die Oscar-Kandidaten können demnach an die Organisatoren der Preisverleihung eine Liste mit den Namen aller Menschen übergeben, denen sie sich zu Dank verpflichtet fühlen. Die Namen werden dann schriftlich eingeblendet.

Ai Weiwei dreht für Film über Flüchtlinge in Berlin

Werk soll in einem bis eineinhalb Jahren fertig sein

Der chinesische Künstler Ai Weiwei (58) dreht einen Film über Flüchtlinge und hat auf dem stillgelegten Flughafen Tempelhof Neuankömmlinge befragt. Mit einem Filmteam zog er durch die riesigen Hallen der Flüchtlingsunterkunft in Berlin. Er interviewte unter anderem ein syrisches Mädchen und eine Irakerin, die dort wie mehrere Tausend andere untergebracht sind. Außerdem ließ er sich von Ärzten erklären, unter welchen Krankheiten die Menschen dort leiden. "In dem Film geht es um die Lage der Flüchtlinge international", sagte Ai Weiwei. Das Werk solle in einem bis eineinhalb Jahren fertig sein. Nach dem Dreh wolle er nach Griechenland reisen. Zum Team gehört auch der in Australien geborene Kameramann und Regisseur Christopher Doyle (63).

2015 Rekordjahr für deutschen Film

27,5 Prozent Marktanteil im Jahr 2015

Mit Besuchermagneten wie "Fack ju Göhte 2" und "Honig im Kopf" hat der deutsche Film 2015 ein Rekordjahr hingelegt. Mehr als 37 Millionen Menschen sahen eine heimische Produktion, der Marktanteil des deutschen Films stieg gegenüber ausländischen Titeln auf 27,5 Prozent. Das sei der höchste Wert seit Erfassung der Besucherzahlen, teilte die Filmförderungsanstalt (FFA) in ihrer Jahresbilanz mit. Insgesamt zählten die Kinos mehr als 139 Millionen Besucher - ein Plus von gut 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Umsätze stiegen um satte 19 Prozent auf 1,17 Milliarden Euro (2014: 980 Mio Euro).

Kuratoriumsvorsitzende der Lilje-Stiftung tritt zurück

Wegen Diskussion um Nazi-Verstrickung des Künstlers Erich Klahn

Im Konflikt um den Umgang mit dem umstrittenen Künstler Erich Klahn (1901-1978) ist die hannoversche Hochschulpräsidentin Susanne Rode-Breymann von ihrem Amt als Kuratoriumsvorsitzende der kirchlichen Hanns-Lilje-Stiftung zurückgetreten. Auch ihr Amt in der hannoverschen Landessynode hat Rode-Breymann niedergelegt. Die hannoversche Landeskirche hatte ein Gutachten vorgestellt, das sich mit der Nähe des Künstlers zur NS-Ideologie befasst. Darin weist der Historiker Herbert Pötter nach, dass sich Anklänge an völkisch-nationales Gedankengut unter anderem auch in Altären Klahns widerspiegeln. Das Gutachten soll bei einer Tagung von Landeskirche, Akademie Loccum und Lilje-Stiftung über Künstler und Kirche im "Dritten Reich" am 14. März diskutiert werden. An dieser Tagung entzündet sich die Kritik von Rode-Breymann. Aus ihrer Sicht kommt die Veranstaltung zu früh. Sie habe darum gebeten, diese zu verschieben.

Polarpreis für Opernstar Bartoli und Songwriter Martin

Preisgeld von je 105 000 Euro

Der schwedische Polar-Musikpreis geht in diesem Jahr an die italienische Opernsängerin Cecilia Bartoli (49) und an den schwedischen Songwriter und Musikproduzenten Max Martin (44). Das teilte die Jury in Stockholm mit. Sie hob besonders Bartolis Einsatz für alte, lange Zeit vergessene Musik aus dem 17. bis 19. Jahrhundert hervor. Dadurch habe die Mezzosopranistin Brücken zwischen den Jahrhunderten gebaut und das Verständnis für das europäische Kulturerbe vertieft. Martin schrieb Songs unter anderem für Britney Spears, Katy Perry und Taylor Swift. Kein anderer Produzent und Songwriter habe in den vergangenen 20 Jahren ähnlich weit verbreitete Songs komponiert wie der 44-Jährige, hieß es. Der Polar-Musikpreis ist mit je einer Million schwedischer Kronen (rund 105 000 Euro) dotiert und wird jedes Jahr an zwei Künstler vergeben. Er wird am 16. Juni in Stockholm überreicht.

Kritik an Preisvergabe für Vargas Llosa

Dominikanische Republik will Literaturpreis verleihen

Die geplante Vergabe eines Literaturpreises in der Dominikanischen Republik an den peruanischen Autoren Mario Vargas Llosa ist im Vergabeland auf Kritik gestoßen. Minister Gustavo Montalvo sagte, die Ehrung des Literaturnobelpreisträgers sei wegen dessen Äußerungen zu einer Gerichtsentscheidung zur Einwanderung im Jahr 2013 unangemessen. Dieser Kritik schlossen sich weitere Politiker an. Vargas Llosa war ein prominenter Kritiker eines Urteils, nach dem Tausende in der Dominikanischen Republik geborene Menschen zu Nicht-Bürgern erklärt und entrechtet wurden.

Honorarprofessur für Museen-Chef Eissenhauer

Würdigung seiner langjährigen Lehrtätigkeit

Michael Eissenhauer (59), Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, ist zum Honorarprofessor für Kunstgeschichte an der Humboldt-Universität ernannt worden. Die Auszeichnung stehe für die hervorragenden kunstgeschichtlichen Leistungen Eissenhauers und würdige seine langjährige Lehrtätigkeit, teilten die Staatlichen Museen mit. Der 59-jährige Kunsthistoriker ist seit Oktober 2008 oberster Museen-Chef in Berlin und wird ab 1. August zusätzlich die Leitung der Gemäldegalerie und der Skulpturensammlung übernehmen. Zuvor war er Direktor der Museumslandschaft Hessen Kassel und Direktor der Kunstsammlungen der Veste Coburg.

Marcel Beyer erhält Düsseldorfer Literaturpreis

Beyer wird für seinen "fein schwingenden Ton" ausgezeichnet

Für seine Lyrik erhält der in Dresden lebende Schriftsteller Marcel Beyer den mit 20 000 Euro dotierten Düsseldorfer Sparkassen-Literaturpreis 2016. Der mehrfach preisgekrönte Romanautor, Lyriker und Essayist ("Flughunde"/"Putins Briefkasten") finde in seinen Gedichten "einen fein schwingenden Ton", der die Leser "auf die Reise zu inneren und äußeren Welten mitnimmt" urteilte die Jury. In seinem zuletzt erschienenen Lyrikband "Graphit" beeindrucke Beyer mit seiner "Meisterschaft der gradlinigen, genauen Beobachtung". Der Preis wird am 6. Juni in Düsseldorf verliehen. Unter den bisherigen Trägern des Düsseldorfer Literaturpreises sind Patrick Roth, Ulrich Peltzer, Ursula Krechel und Michael Köhlmeier.

Älteste hebräische Bibel kommt in Unesco-Kulturregister

"Memory of the World" umfasst rund 350 Dokumente kultureller Wendepunkte der Menschheit

Der sogenannte Aleppo-Kodex, die vermutlich älteste hebräische Bibel-Handschrift, soll in das digitale Unesco-Weltregister "Memory of the World" aufgenommen werden. Das berichtet die israelische Zeitung "Haaretz" . Die Handschrift entstand um 920 in Tiberias und wurde über Jahrhunderte von der jüdischen Gemeinde im syrischen Aleppo aufbewahrt. Nach der Plünderung und Brandschatzung der Synagoge 1947 gelangte der Kodex nach Israel. Rund 200 Seiten sind verschollen; die übrigen 294 befinden sich im Israel Museum. Das Register "Memory of the World" umfasst rund 350 Dokumente, die nach dem Urteil der Unesco kulturelle Wendepunkte der Menschheit repräsentieren. Ziel des Projekts ist, diese Zeugnisse zu sichern und in digitalisierter Form der Allgemeinheit zugänglich zu machen.

Museen sollen menschliche Gebeine zurückgeben

Einzelfallprüfung vorgeschlagen

Sachsen sieht sich mit Ansprüchen zur Rückgabe menschlicher Gebeine aus Museen konfrontiert. Den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden lägen Anfragen aus den USA, Australien und Neuseeland vor, teilte das Kunst- und Wissenschaftsministerium in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage an das Parlament mit. Rechtsansprüche lassen sich daraus aber nicht ableiten. Grund: Deutschland hat das entsprechende internationale Abkommen bisher nicht ratifiziert. "Gleichwohl gehört ein sensibler und angemessener Umgang mit menschlichen Überresten zum Grundkonsens staatlicher sächsischer Kultureinrichtungen", teilte Ministerin Eva-Maria Stange (SPD) mit. Sie verwies auf Empfehlungen des Museumsbundes, der unter anderem eine Einzelfallprüfung vorschlägt.

4. Teil von "Die Bestimmung" ohne Regisseur Schwentke

Robert Schwentke will mehr Zeit mit seiner Familie verbringen

Für den vierten und letzten Teil der Science- Fiction-Reihe "Die Bestimmung" muss sich das US-Studio Lionsgate einen neuen Regisseur suchen. Der deutsche Regisseur Robert Schwentke ist von
dem Projekt abgesprungen. Schwentke hatte die beiden Folgen "Die Bestimmung - Insurgent" (2015) und "Die Bestimmung - Allegiant" mit Kinostart im März 2016 inszeniert. Er war ursprünglich auch für den vierten Teil "Die Bestimmung - Ascendant" an Bord. Der US-Kinostart ist für Juni 2017 geplant. Schwentke habe nach zwei aufeinanderfolgenden Drehs eine Pause gebraucht, hieß es zur Begründung. Er wolle mehr Zeit mit seiner Familie in Los Angeles verbringen, statt in diesem Sommer den nächsten Dreh in Atlanta (US-Staat Georgia) anzugehen. Ein Nachfolger auf dem Regiestuhl ist noch nicht bekannt. Den ersten Teil "Die Bestimmung - Divergent" (2014) um die von Shailene Woodley gespielte Titelheldin hatte Neil Burger inszeniert.

Kulturnachrichten hören

Februar 2016
MO DI MI DO FR SA SO
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
29 1 2 3 4 5 6

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

Särge als MarktlückeWenn der Tod zur Ware wird
Innenausstattung eines Sargs mit dem Schild "20 Prozent Messerabatt" auf der BEFA, der weltgrößten Bestatterfachmesse mit Produkten rund um Bestattung, Friedhof und Grabpflege (imago/sepp spiegl)

Es muss nicht immer Eiche rustikal sein: Auch Särge sind inzwischen Vermarktungsware und damit in allen möglichen Formen zu haben. Urnen für Fußballfans mit Vereinsemblem oder ein Sarg in Form eines Handys - unsere Individualität wirkt mittlerweile über das Leben hinaus.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur