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Literatur / Archiv | Beitrag vom 20.09.2011

Kritiker mit Beißhemmung

Von Sieglinde Geisel

Weichgespült? Scharfe Literaturkritiker, wie Marcel Reich-Ranicki, scheinen der Vergangenheit anzugehören (AP)
Weichgespült? Scharfe Literaturkritiker, wie Marcel Reich-Ranicki, scheinen der Vergangenheit anzugehören (AP)

Im Verriss wird die brave Literaturkritik zum Spektakel: Der Rezensent wetzt genüsslich das Messer, der gebeutelte Autor redet von Hinrichtung – und das Publikum amüsiert sich. Doch im gegenwärtigen Feuilleton ist der Verriss in Verruf geraten.

Die Kritiker haben eine Beißhemmung: Statt die Fetzen fliegen zu lassen, lobhudeln sie und verteilen Nettigkeiten und Empfehlungen oder ergehen sich in Inhaltsangaben.

Liegt es daran, dass sich im Literaturbetrieb Kritiker und Autoren zu gut kennen? Trauen sich die schlecht bezahlten Rezensenten keine Verrisse mehr zu, weil sie nicht als Spielverderber gelten wollen und den Ausschluss aus dem Betrieb fürchten? Oder wirkt ein scharfes Urteil wie Sand im kommerzialisierten Literaturbetrieb? Autoren und Kritiker geben Auskunft.

Manuskript zur Sendung als PDF-Dokument oder im barrierefreien Textformat.

Literatur

Über den Schriftsteller Johannes BobrowskiDer sarmatische Traum
Blick über die Landschaft am ehemaligen Friedrichsgraben, heute Polesskij Kanal, bei Polessk, früher Labiau, am 02.09.2002. Pollesk liegt heute im zu Russland gehörenden Kaliningrader Gebiet - im früheren Ostpreußen. (picture alliance / dpa / Tom Schultze / Transit)

Anfang der 60er-Jahre pilgerten junge Wilde aus der Gruppe 47 zu Johannes Bobrowski - vor 100 Jahren geboren - in die DDR. Die Heimatregion Bobrowskis - vom früheren Ostpreußen bis zum Baltikum - war für den Schriftsteller ein Sehnsuchtsraum, für den er das alte Wort Sarmatien benutzte.Mehr

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