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Kompressor | Beitrag vom 03.07.2014

KriegsfotografieSammlung der Grausamkeiten

Christoph Bangert zeigt den Kriegshorror in seinem Bildband "War Porn"

Moderation Stephan Karkowsky

Der Kriegsfotograf Christoph Bangert (Kehrer Verlag)
Der Kriegsfotograf Christoph Bangert (Kehrer Verlag)

Verbrannte Körper im Irak, Blutlachen und Folteropfer in Afghanistan - in seinem Bildband "War Porn"mutet der Fotograf Christoph Bangert uns Kriegsfotos von geradezu pornografischer Deutlichkeit zu. Gibt es eine Grenze des Darstellbaren in der Kriegsfotografie?

Der Kriegsfotograf Christoph Bangert hat einen Bildband veröffentlicht, den wohl niemand gern zuhause aufgeschlagen auf dem Wohnzimmertisch liegen hätte. Dennoch ist er der aktuelle Bestseller unter den Fotobüchern: "War Porn", Kriegspornografie, nennt  Bangert seine Sammlung von Grausamkeiten. Er war mehrfach im Irak, in Afghanistan und im Nahen Osten unterwegs und sagt: Die schlimmsten Bilder vom Krieg bekomme nie jemand zu sehen, weil kein Magazin, keine Zeitung bereit sei, sie zu drucken.

Ein Bild aus dem Band "War Porn" des Kriegsfotografen Christoph Bangert (Christoph Bangert / Kehrer Verlag)Ein Bild aus dem Band "War Porn" des Kriegsfotografen Christoph Bangert (Christoph Bangert / Kehrer Verlag)
Bei seinem Fotobuch handele es sich um ein Experiment, sagte Bangert in der Sendung "Kompressor": "Ich wollte wissen, was wohl passiert, wenn ich alle meine schrecklichen Bilder, alle Bilder, die nie veröffentlicht wurden, in ein ganz kleines Buch packe und veröffentliche."

Mit diesen Fotos aus Kriegsgebieten erfülle er auch seinen journalistischen Auftrag, sagte Bangert: "Meine Aufgabe ist es, von diesen Ereignissen zu berichten, so umfassend zu berichten, wie ich nur kann. Daher müssen die Bilder veröffentlicht werden. Was dann die die Gesellschaft mit diesen Informationen und mit diesen Bildern macht, das ist nicht mehr in meiner Hand."

In seinem Buch "War Porn" zeigt der Fotograf Christoph Bangert verstörende Bilder aus Kriegsgebieten. (Christoph Bangert / Kehrer Verlag)In seinem Buch "War Porn" zeigt der Fotograf Christoph Bangert verstörende Bilder aus Kriegsgebieten. (Christoph Bangert / Kehrer Verlag)
Die Nicht-Veröffentlichung solcher Kriegsbilder werde seitens der Redaktionen meist damit begründet, dass das dem Leser nicht zuzumuten sei, so Bangert: "Das ist teilweise auch völlig legitim. Es geht auch nicht darum, dass ich sage, wir müssen diese Bilder vorne auf Boulevardzeitungen groß abdrucken. Es geht nicht nur um den Schock dieser Bilder. Aber wir müssen einen Kontext, eine Form finden, diese Bilder zu veröffentlichen", forderte Bangert.

 

 

 

 

Fazit

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