Samstag, 25. Oktober 2014MESZ21:46 Uhr

Kulturpresseschau

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Fazit

AusstellungEin Minimalist schaut auf sich selbst
Der Künstler Imi Knoebel 2014 vor seinen Werken "Aliaaa" (l, 2002) und "Ich Nicht X" (2006) in der Ausstellung "Imi Knoebel. Werke 1966-2014" im Kunstmuseum in Wolfsburg.

Der Beuys-Schüler Imi Knoebel gehört zu den wichtigsten Vertretern der Minimal Art in Deutschland. Zum 75. Geburtstag des Künstlers zeigt das Kunstmuseum Wolfsburg eine umfassende Werkschau, inszeniert von Imi Knoebel selbst. Mehr

TheaterDas ist der Mensch!
Die "Woyzeck"-Inszenierung am Münchner Volkstheater ist ein Wagnis.

Schon unzählige Male kam Büchners Woyzeck auf die Bühne. Am Münchner Volkstheater hat der Regisseur Abdullah Kenan Karaca den Stoff völlig neu zusammengesetzt. Die kühne Inszenierung folgt der Frage: Was ist der Mensch?Mehr

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Fazit / Archiv | Beitrag vom 13.09.2009

Krieg in der Podestlandschaft

Marius von Mayenburg inszeniert Hebbels "Nibelungen" an der Schaubühne

Von Eberhard Spreng

Die Berliner Schaubühne am Lehniner Platz
Die Berliner Schaubühne am Lehniner Platz (AP Archiv)

Die Premiere von Friedrichs Hebbels "Die Nibelungen" bildet einen vielversprechenden Auftakt der neuen Spielzeit an der Schaubühne Berlin.

Da kommt ein Holzfäller in eine gelangweilte Männergesellschaft. Er hat seine Axt mitgebracht. Die Klinge blinkt gefährlich, aber der Mann scheint milde. Sebastian Schwarz spielt den Siegfried als Kumpel aus dem Wald, der zwei jungen Damen die Köpfe verdreht. In Marius von Mayenburgs Inszenierung von Hebbels zu Lebzeiten erfolgreichstem Theaterstück sitzen Leute von heute auf einer aus Bühnenpodesten zusammengesetzten Steigung, vor der nichts weiter als ein paar einfache Stapelstühle stehen. Alles, was der Stoff an Fantasy, an operesker Urgewalt, an romantischem Wabern in der germanischen Gattungshöhle sonst hervortreibt, ist hier zugunsten einer schlanken, sprachbewussten und konzentrierten Aufführung getilgt.

In diesem Schauspielertheater um die ewigen Kriege zwischen Männern und Frauen gelingt in dem durchgängig jungen Ensemble vor allem dem hervorragenden Christoph Luser eine vielschichtige Charakterzeichnung des Hagen, aber auch der Gunther des Robert Beyer, ein nachdenkliches Kerlchen mit plötzlich und überraschend hervorbrechender Angriffswut, und Sebastian Schwarz als Siegfried überzeugen.

Am Ende, wenn sich Kriemhilds Hass auf die sich in einem Bündnis um Hagen zusammengeschlossenen Männer in ein gewaltiges Blutbad verwandelt hat, sitzt sie inmitten der Podestlandschaft und die rote Soße fließt und rieselt wie in einem modernen Springbrunnen um sie herum. Mayenburg leistet sich wenige starke Bilder, aber diese prägen sich ein in einer ansonsten ganz dem Wort vertrauenden Arbeit. Die Schaubühne beginnt ihre Spielzeit vielversprechend.

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Externe Links:

Schaubühne am Lehniner Platz