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Im Gespräch / Archiv | Beitrag vom 06.02.2016

Krebsforscher Christof von KalleDie Chancen und Grenzen der Krebstherapie

Gast: Christof von Kalle, Deutsches Krebsforschungszentrum / Moderation: Gisela Steinhauer

Krebszellen (dpa / picture alliance / CTK Petr Eret)
Krebszellen: Über 250 verschiedene Krebsarten und -Subtypen sind bekannt. (dpa / picture alliance / CTK Petr Eret)

Der Krebsforscher Christof von Kalle kennt die Krankheit aus eigener Erfahrung - seine Mutter starb an Krebs. "Im Gespräch" steht er Rede und Antwort über den Stand der Forschung, Möglichkeiten und Grenzen der Therapie, Vorbeugung und Heilungschancen.

"Sie haben Krebs" – diese Diagnose erhalten jährlich 500.000 Menschen in Deutschland, rund 224.000 Menschen sterben daran. Weltweit kostet er jährlich etwa 8,2 Millionen Menschen das Leben. Die Diagnose ist ein Schock für die Betroffenen und ihr Umfeld. Der Kampf gegen die Krankheit nicht nur eine körperliche, sondern auch eine psychische Belastung.

Prof. Dr. Christof von Kalle, Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg, während seines Vortrags auf der Jahreskonferenz "Pakt für Forschung und Innovation" im Auditorium Friedrichstraße in Berlin am 5.11.2014 (imago/Jens Jeske)Christof von Kalle, Direktor am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) am Deutschen Krebsforschungszentrum der Uni Heidelberg (imago/Jens Jeske)

"Ich nehme Krebs persönlich", sagt Prof. Dr. Christof von Kalle, Direktor am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) am Deutschen Krebsforschungszentrum der Universität Heidelberg (DKFZ). Er ist zudem Leiter der Abteilung Translationale Onkologie. Hier werden die neuesten Erkenntnisse aus der Stammzell-, Gen- und Immunforschung in die Krebstherapie übertragen, um so die Entstehung von Krebs besser zu verstehen und ihn effektiver und individueller behandeln zu können.

"Bei Krebs handelt es sich nicht um eine Erkrankung, sondern um eine Vielzahl verwandter Krankheitsbilder. Bisher sind über 250 verschiedene Krebsarten und Subtypen bekannt, die sich in Überlebenschance, Behandlungsmöglichkeiten und in der Neigung zur Bildung von Tochtergeschwüren unterscheiden."

Krebs: "Viele Patienten können ein fast normales Leben führen"

Der Krebsforscher weiß aus eigener Erfahrung, wie es den Betroffenen geht – seine Mutter starb an Krebs. Daher kennt er auch die Möglichkeiten und Grenzen der Therapie. "Einige Krebsarten sind heute bereits heilbar oder können als chronische Erkrankungen behandelt werden. Viele Patienten können ein fast normales Leben führen".

Bei früher Diagnose steige zudem die Heilungschance erheblich, zum Beispiel bei Brust- oder Darmkrebs. "Patienten mit Darmkrebs leben heute im Durchschnitt drei- bis viermal länger als früher." Deshalb gibt es am DKFZ auch eine eigene Abteilung, die sich mit der Vorbeugung von Krebs beschäftigt.

"Dabei geht es um jede Art der Prävention; darum, das Erst- und Wiederauftreten von Krebs zu verhindern. Wie kann ich ihn möglichst früh erkennen, wie kann ich verhindern, dass es zu einer körperweiten Streuung kommt? Das fängt mit Lebensstilfragen an und geht hin bis zu diagnostischen Methoden."

Das DKFZ bietet zudem einen eigenen Informationsdienst für Betroffene an.

Die Chancen und Grenzen der Krebstherapie
Darüber diskutiert Gisela Steinhauer am Samstag, den 6. Februar 2016 von 9 Uhr 05 bis 11 Uhr mit dem Krebsforscher Christof von Kalle. Hörerinnen und Hörer können sich beteiligen unter der Telefonnummer 00800 2254 2254, per E-Mail unter gespraech@deutschlandradiokultur.de – und auf Facebook und Twitter

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