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Länderreport / Archiv | Beitrag vom 15.02.2013

Krankenhaus bei Kerzenschein

Wie Berlin sich auf einen möglichen Blackout vorbereitet

Von Verena Kemna

Deutsches Herzzentrum Berlin: Licht aus, Notstromaggregate an.  (picture alliance / dpa Foto: Britta Pedersen)
Deutsches Herzzentrum Berlin: Licht aus, Notstromaggregate an. (picture alliance / dpa Foto: Britta Pedersen)

Strom weg, Licht aus, zappenduster. Bei einem Total-Stromausfall in Berlin würden Notstromaggregate nur etwa einen Tag den Betrieb der Krankenhäuser und der Wasserwerke sicherstellen. Solch ein Blackout ist zwar unwahrscheinlich, dennoch bereitet sich der Katastrophenschutz darauf vor.

Ein winterlicher Nachmittag. Feuerwehrautos und Polizeiwagen rasen durch die Stadt. Die Straßenbeleuchtung funktioniert nicht mehr. Aus Büros und Wohnungen dringt kein Licht nach draußen. Auch in Kneipen, Restaurants und Geschäften stehen die Menschen im Dunkeln. Für viele ist ein solches Szenario höchstens ein schlechter Scherz.

Umfrage: "Es kommt ja darauf an, ob Sommer oder Winter ist, da geht es ja schon mal los. Also im Winter fällt die Heizung aus, da wird es kalt, da braucht man ein paar Decken mehr. Ein paar Stunden kriegt man noch rum, wenn es abends ist, braucht man ein paar Kerzen."

In den Häusern fallen die Heizungen aus, Menschen bleiben in Aufzügen stecken, schon nach kurzer Zeit klingelt kein Telefon mehr, die Bankautomaten streiken, das Internet fällt aus ebenso wie Rundfunk und Fernsehen und das ist nur der Anfang, sagt Feuerwehrmann Frieder Kircher. Der Chef der Berliner Feuerwehr, Direktion Nord, Marzahn-Hellersdorf, sitzt in seinem Büro. An der Wand hängt seine dunkelblaue Uniformjacke, darüber die Feuerwehrmütze.

Die Frage, was würde passieren, wenn in ganz Berlin der Strom für Stunden oder gar mehrere Tage ausfällt, beschäftigt ihn seit Jahren. Die Notstromaggregate, die etwa Krankenhäuser versorgen, müssen spätestens nach einem Tag Diesel nachtanken. Doch keine herkömmliche Zapfsäule funktioniert ohne Strom. Nur eine einzige Tankstelle in ganz Berlin ist so eingerichtet, dass sich ein Generator anschließen lässt.

Frieder Kircher: "Das bedeutet natürlich auch für die Feuerwehr große Probleme, denn wir sind zwischenzeitlich nicht mehr autark im Bereich der Kraftstoffversorgung, sondern wir beziehen unseren Kraftstoff auch von den Tankstellen. Dafür gibt es eine Tankstelle in Berlin, von der wir wissen, die ist einspeisefähig. Wir müssen dann natürlich auch sehen, dass hauptsächlich unsere Fahrzeuge, die wir für die dringende Hilfeleistung benötigen und gegebenenfalls Fahrzeuge von Hilfsorganisationen versorgt werden."

Auch die Technik der Notstromaggregate birgt Risiken. So lässt sich von außen nicht erkennen, wie viel Kraftstoff bereits verbraucht ist und wann nachgetankt werden muss. Gerne spricht Feuerwehrmann Frieder Kircher über ein Forschungsprojekt mit dem sperrigen Titel "TankNotStrom". An der Studie haben sich unter anderem die Berliner Feuerwehr, die Universitätsklinik Charité, die Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin sowie die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk beteiligt. Ein handfestes Ergebnis der Studie ist ein neuartiges Monitoring-System.

Frieder Kircher: "Unser Forschungsprojekt beschäftigt sich mit der Frage: Wie bekommen wir Informationsstand über den Kraftstoffinhalt in den Behältern der Notstromaggregate. Wir haben mithilfe unserer Partner ein System für Berlin geschaffen, was die Information über den jeweiligen Füllstand der Kraftstoffbehälter in den Notstromaggregaten an eine zentrale Stelle überträgt."

Ginge es nach ihm würde Berlin das System sofort übernehmen. Auch in den Niederlanden, in Polen und Österreich sei das Interesse groß. In der Hauptstadt laufen gerade die Verhandlungen mit dem zuständigen Innensenator. Der CDU-Staatssekretär, Bernd Krömer in der Senatsverwaltung für Inneres und Sport spricht von Studien nach denen in Berlin höchstens alle vier Jahre für wenige Minuten der Strom ausfällt.

Dass der Strom länger als 24 Stunden flächendeckend ausfallen könnte, das hält Staatssekretär Krömer für unrealistisch. Berlin sei bestens gerüstet. Eine 24-Stunden Notversorgung, die Kommunikation der Krisenstäbe, ein unabhängiges Telefonnetz, die Lagebeurteilung durch den Innensenator, der im Ernstfall zum obersten Katastrophenschützer wird, all das sei in Katastrophenschutzplänen geregelt, erklärt Staatssekretär Krömer. Er lässt offen, ob Berlin das neu entwickelte TankNotStrom System übernehmen wird.

Bernd Krömer : "Da sind wir noch in den Überlegungen, aber ich glaube, dass man dem näher treten sollte, denn diese Fälle, wenn sie denn tatsächlich mal eintreten, dann kann man nicht anfangen zu planen, dann muss es funktionieren und insofern werden wir uns sicherlich in den nächsten Monaten noch besser aufstellen."

Feuerwehrmann Frieder Kircher arbeitet mit der Senatsverwaltung für Inneres und Sport zusammen. Eine ausgefeilte Logistik, um die Menschen im Notfall noch besser informieren und versorgen zu können, hält er für absolut notwendig. Schließlich können die Folgen eines Stromausfalls für jeden Einzelnen lebensbedrohlich sein. Schon jetzt sind bei einem längeren Stromausfall vor allem die etwa 3000 Dialysepatienten in der Stadt gefährdet.

Kircher: "Diese Dialyse läuft hauptsächlich in Praxen ab, die nicht notstromversorgt sind. In Berlin gibt es nur eine notstromversorgte Dialysepraxis und diese Praxis ist höchstens in der Lage einhundert bis zweihundert Menschen zu versorgen. Die Krankenhäuser, die eine Notstromversorgung haben, haben zwischenzeitlich kaum noch Dialysebetten aber wir haben einen Bedarf von fast 3000 Leuten, die dialysiert werden müssen."

Dafür hat selbst Kircher keine Lösung parat. Schließlich kann keine Dialysepraxis gezwungen werden, Notstromaggregate anzuschaffen. Für die Berliner Feuerwehr lautet das oberste Credo im Katastrophenfall: Einsatzbereit sein und kommunizieren können. Was banal klingt, ist komplex und kompliziert. Ein eigenes Funknetz sichert die Kommunikation von Feuerwehr und Polizei. Der Katastrophenschutzstab der Feuerwehr und der Krisenstab der Senatsverwaltung für Inneres müssen im Falle eines Falles schnell über Hilfsmaßnahmen und Prioritäten entscheiden können.

Kircher: "Wenn wir um 22 Uhr von einem totalen Stromausfall für ganz Berlin ausgehen, haben wir in unserer Präsentation die Annahme getroffen, dass spätestens gegen 5 Uhr vorsorglich der Landesbranddirektor dem Innensenator empfiehlt, Katastrophenalarm auszulösen. Solange nicht klar ist, wann der Stromausfall zu Ende ist."

Das Projekt TankNotStrom hat einiges verändert. So hat die Berliner Feuerwehr im vergangenen Jahr drei neue mobile Notstromaggregate angeschafft. Sämtliche Logistik-Konzepte werden derzeit überprüft. Ein unauffälliger, Din A 4 großer Heftordner liegt bei Frieder Kircher auf dem Schreibtisch. Er legt die Hand auf den Ordner. Im neu entwickelten Krisen- Handbuch steht unter anderem drin, wer im Krisenfall wann informiert werden muss. In der Öffentlichkeit wünscht sich Frieder Kircher mehr Sensibilität für den Fall der Fälle. Da für die meisten der Strom ganz einfach aus der Steckdose kommt, ist Aufklärung notwendig.

Kircher: "Das müssten wir versuchen in breite Kreise der Bevölkerung hinein zu bringen, dass man sich wenigstens Gedanken macht, ok, es könnte passieren, dass mal kein Strom da ist, was tue ich dann."

Spontan auf der Straße gefragt, müssen die meisten Berliner lange nachdenken bevor sie antworten. Ein Stromausfall ob kurz oder lang, ist für viele kaum vorstellbar.

Umfrage: "Wenn es länger wird, ist es schwierig. Dann geht es ja schon damit los, ob am nächsten Tag der Wecker angeht, wenn es nicht ein batteriebetriebener Wecker ist und dann geht das Warmwasser los unter der Dusche, wenn man nicht mehr duschen kann, nur noch kalt. Vielleicht haben wir dann endlich mal eine ein bisschen gemütliche Zeit, wie das noch vor 20 Jahren war, wo man noch so ein bisschen Ruhe hatte, nicht alle naslang ein Handy vor der Nase hatte, ja."

Was Menschen sich im digitalen Zeitalter kaum vorstellen können, ein Blackout auch für mehrere Tage ist möglich. So geschehen im Münsterland im Jahr 2005. Etwa 100.000 Haushalte hatten tagelang keinen Strom. Aus Gesprächen mit Kollegen von der Feuerwehr im Münsterland weiß der Berliner Frieder Kircher, dass sich Feuerwachen und Rathäuser in der Katastrophe als Informationszentralen bewährt haben. Wie viele Informationszentralen in einer Metropole mit dreieinhalb Millionen Einwohnern nötig wären, das versuchen die Fachleute für Katastrophenschutz derzeit mit einem weiteren Forschungsprojekt herauszufinden.

Kirche: "Alle zwei, drei, vier Kilometer brauchen wir einen Leuchtturm, wo die Leute dann wenigstens einen Punkt erreichen können, wo sie wissen, da ist Strom, da kriege ich Hilfe, da kriege ich Unterstützung, da kriege ich Hinweise."

In drei Jahren sollen die weiteren Forschungen beendet sein. Die Frage, ob ein Blackout in Berlin realistisch ist, spielt für den Feuerwehrmann Frieder Kircher dabei keine Rolle.

Kircher: "Ich muss mich auch auf einen Flugzeugabsturz über der Stadt vorbereiten und hoffe, dass er nie eintritt. Und so muss ich mich genauso darauf vorbereiten, was passiert, wenn ich einen längeren flächendeckenden Stromausfall habe - unabhängig davon, ob ich weiß, ob er eintritt oder nicht. Das ist mein berufliches Selbstverständnis. Dafür sind wir Feuerwehrleute, auf uns wird man immer zum Schluss gucken."

Thomas Schäfer ist Technikleiter beim Energieversorger Vattenfall. Vor seinem Büro in der Zentrale hängt ein Plakat. Sämtliche Kraft- und Umspannwerke, Netzknotenpunkte, Kabel und Freileitungen in ganz Berlin sind dort markiert. Klar hat Thomas Schäfer in seiner jahrzehntelangen Berufspraxis schon Stromausfälle erlebt, aber ein Blackout für ganz Berlin und das über mehrere Tage? Der Energieexperte lehnt sich zurück und antwortet gelassen.

Thomas Schäfer: "Dass in Berlin der Strom für mehrere Tage ausfällt, halte ich für sehr, sehr unrealistisch."

Allein das große Verbundnetz über regionale und Ländergrenzen hinweg sei eine Garantie dafür, dass Ausfälle schnell behoben werden könnten. Er rechnet vor, dass 260 Firmen derzeit Berlin mit Strom beliefern. Dabei werden im Jahresdurchschnitt etwa 40 Prozent des Strombedarfs regional in der Hauptstadt erzeugt, der Rest wird aus dem bundesweiten Übertragungsnetz eingespeist. Wenn es um die Sicherheit der Stromversorgung geht, spricht Thomas Schäfer gerne von Redundanzen.

Das System sei so ausgelegt, dass eine Störung keine weiteren provoziert. Auch Ausfälle einzelner Kraftwerke ließen sich leicht kompensieren. Und doch gibt es sie, die Fälle in denen Redundanzen, also eingebaute Überkapazitäten nicht ausreichen. Südschweden im September 2003: Mehr als vier Millionen Menschen sind über sechs Stunden lang ohne Strom. Im gleichen Jahr fällt in Italien fast 20 Stunden lang für etwa sechzig Millionen Menschen der Strom aus. Im August 2003 trifft ein Blackout gleich für mehrere Tage 50 Millionen Menschen in Nordamerika. Unwetter, technische Mängel, eine zu hohe Stromlast im Netz, all das kann Redundanzen ausschalten.

Schäfer: "Im Endeffekt ist es immer die Frage, reicht die Redundanz oder nicht. Eine Störung kann passieren, dann passiert nichts. Wenn dann in dem Moment eine zweite dazu kommt, dann kann das schon kritisch werden."

Höchstens drei Mal im Jahr würden gleich mehrere Fehler in einem Kabel zu einem kurzfristigen Stromausfall führen. Ein Krisenszenario sieht anders aus und wird bei Vattenfall regelmäßig trainiert. Mindestens einmal im Jahr proben Ingenieure im bundesweit einzigen Schulungssimulator in Cottbus den großen Blackout. Was passiert, wenn in Berlin dreieinhalb Millionen Menschen keinen Strom haben?"

Schäfer: "Die Kollegen, die im Netz arbeiten, die müssen die Umspannwerke besetzen und unsere Netzführung muss ein separates Netz schalten, damit wir mit den Kollegen, die hier in Berlin die Kraftwerke betreiben, damit wir mit denen abgestimmt eine kleine Insel wieder aufbauen können, von der aus wir dann die Teilversorgung allein mit den Möglichkeiten, die wir dann in dem Moment haben, für Berlin wieder aufbauen können."

Egal, ob der Orkan Kyrill, wie vor sechs Jahren in Deutschland, die Masten knickt, ob technische Mängel oder Überlast in den Stromnetzen zu einem Ausfall führen. Die Frage sei immer dieselbe.

Schäfer: "Die Frage ist gar nicht, was eigentlich alles kommen kann, sondern die Frage ist, in jedem Fall im Endeffekt, wenn es eingetreten ist, wie kann ich agieren, das ist der spannende Punkt, darauf muss ich vorbereitet sein."

Selbst das Szenario eines möglichen Terroranschlags kann Thomas Schäfer nicht aus der Ruhe bringen. Auch Anschläge auf so genannte kritische Infrastrukturen werden in Planspielen erprobt. Trotzdem, Schäfer bleibt dabei. Er sagt: Ein Blackout in Berlin ist schlichtweg unrealistisch. Allein den Gedanken an ein solches Horrorszenario empfindet er als Zumutung.

Schäfer: "Ich glaube auch, dass es schwer sein wird, wenn wir in Berlin schon mehrere Stunden keinen Strom haben. Über Tage, muss ich ihnen ehrlich sagen, möchte ich gar nicht nachdenken, was passieren würde, wenn in Berlin wirklich tagelang kein Strom wäre, das halte ich für nicht wahrscheinlich."

Umfrage: "Für ein paar Stunden geht’s aber die Panik würde wahrscheinlich kommen, wenn man merkt, was für Dinge wirklich noch ausfallen. Also natürlich die S-Bahn fährt auch nicht mehr. Ich denke, dass kommt dann nach und nach, die Sachen, die ausfallen und dann nicht mehr funktionieren. Das ist zumindest schwierig."

Was passiert, wenn das öffentliche Leben nach Stürmen, Terroranschlägen oder Stromausfällen zusammen bricht? Für den Katastrophenschützer Stephan Boy ist diese Frage zur Lebensfrage geworden, zumindest im Berufsleben. Boy leitet das Kompetenzzentrum Kritische Infrastrukturen, ein Beratungsunternehmen in Berlin. Die Kunden sind vor allem Netzbetreiber, Stadtwerke und Kommunen. Die Einspeisung Erneuerbarer Energien ins Netz führt bundesweit immer wieder zu Überlastungen. Damit steigt auch in Berlin das Risiko eines Blackout, meint Stephan Boy.

Stephan Boy: "Mittlerweile sind wir bei über 200 Tagen pro Jahr wo eingegriffen wird in die Netze, um die Systemstabilität sicher zu halten. In der Übergangsphase der Energiewende sind wir halt in einer instabilen Systemsituation und daraus kann es schon dazu kommen, dass es zu einem flächendeckenden Ausfall kommt. Dann liegt die Ursache nicht primär in Berlin, aber dann ist Berlin eben mit betroffen, weil es in dieser Netz-Zone liegt. Darum ist die Wahrscheinlichkeit für einen Blackout deutlich gestiegen."

Bei Vorträgen und Kongressen zitiert Stephan Boy gerne, zum Beispiel Perikles, 5. Jh. vor Christus: Es kommt nicht darauf an, die Zukunft vorauszusehen, sondern auf die Zukunft vorbereitet zu sein. Auch Boy weiß nicht, wann und ob es irgendwann zu einem Blackout kommt. Was passiert wenn, weiß er dagegen genau. Beispiel Kommunikation:

Boy: "Man geht heute davon aus, die Handynetze, halbe Stunde, vierzig Minuten, dann sind die komplett weg. Festnetztelefonie aufgrund des sehr hohen Digitalisierungsgrades ist sofort weg. Weil von den digitalen Verteilern in die Häuser rein, diese grauen Kästen, die man auf der Straße sieht, haben alle einen normalen 230 Volt Hausanschluss und der ist in dem Moment wo der Stromausfall da ist, weg. Das heißt, es findet keine Vermittlung statt, ich habe kein Netz mehr, ich kann nicht mehr telefonieren."

Er meint, dass schon nach wenigen Stunden in Berlin Katastrophenalarm ausgelöst werden müsste. Der Senatsverwaltung für Inneres und Sport bescheinigt er ein gutes Vorsorgemanagement. Mehrmals im Jahr treffen sich etwa Vertreter von Energieversorgern, der Berliner Wasserbetriebe, der Berliner Verkehrsbetriebe mit Vertretern von Polizei, Feuerwehr und Krankenhäusern und Krisenpläne zu besprechen. Ohne derartige Vorsorge sei gutes Krisenmanagement nicht machbar, meint Boy. Auf Grundlage der Studie TankNotStrom werden derzeit neue Kommunikationsstrukturen für den Ernstfall entwickelt.

Boy: "Na wir haben im Moment einen Arbeitstitel, der Arbeitstitel nennt sich Galli, das steht für Gemeinsames Lagezentrum für Leitungsgebundene Infrastruktur."

Nach den Veränderungen auf dem Strommarkt in den vergangenen zehn Jahren geht es nun darum, sich neu aufzustellen.

Boy: "Die Zahl der Player ist einfach viel größer geworden. Darum ergibt sich eine neue Marktsituation und der gilt es jetzt gerecht zu werden und die wird sich noch mal potenzieren, wenn wir zu dem Thema Energiewende kommen, wenn wir sagen, viele neue Player durch dezentrale Windräder, Biogasanlagen, neuer Vernetzungsmarkt, all die Themen werden noch mal zu einer Vervielfachung der Partner führen und da ist es künftig noch notwendiger, eine neue Form der Vernetzung zu implementieren."

Was in Berlin derzeit entwickelt wird, könnte auch bundesweit Vorbild sein, meint der Geschäftsführer vom Kompetenzzentrum für Kritische Infrastrukturen.

Boy: "Also, dass, was wir hier in Berlin machen, ist aktuell richtungsweisend."

Krisenstäbe und Lagepläne sind das eine. Jeder Einzelne sollte sich zumindest in Gedanken für den Ernstfall vorbereiten. Taschenlampen, Kerzen, ein batteriebetriebenes Radio, Feuerzeug, Getränke und Vorräte für mehrere Tage. All das empfiehlt Feuerwehrmann Frieder Kircher als Basisausrüstung. Der erfahrene Katastrophenschützer weiß: Ohne Nachbarschaftshilfe und die Unterstützung aus der Bevölkerung sind Polizei und Feuerwehr machtlos.

Viele wären sicher bereit zu helfen, doch die wenigsten sind für einen Tag X vorbereitet.

Umfrage: "In Belgien habe ich gelebt, da ist es regelmäßig passiert, dass für ein zwei Stunden der Strom ausfällt. Da hatte man höchstens Angst um die Gefriertruhe, dass die Ware schlecht wird. Sonst hat man damit gut gelebt, Kerze an, Taschenlampe geht alles ... Wir haben den Krieg erlebt, es gibt schlimmere Sachen, als wenn der Stromausfall ist!"

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