Seit 01:05 Uhr Tonart
 
Mittwoch, 1. Juni 2016MESZ01:46 Uhr

Interview | Beitrag vom 16.12.2015

KommunikationWie uns fehlende Smartphone-Regeln verunsichern

Peter Vorderer im Gespräch mit Christopher Ricke und Anke Schäfer

Beitrag hören
Schüler schreiben SMS und telefonieren am 22.04.2013 auf einem Schulhof in Braunschweig (Niedersachsen).  (  picture alliance / dpa)
Die Kommunikation wächst und erweitert ihre Möglichkeiten, sagt der Medienexperte Peter Vorderer ( picture alliance / dpa)

Smartphones und Tablets erweitern die Kommunikationsmöglichkeiten zwar enorm, meint der Medienwissenschaftler Peter Vorderer. Allerdings fehle es an neuen Regeln für die soziale Situation, in der die Kommunikation stattfinde.

Früher seien Anrufe während der Tagesschau tabu gewesen. Heute komme es häufig zu Konflikten, weil Jugendliche während des Abendessens mit der Familie gleichzeitig mit ihren Freunden chatten wollten. Es gebe die neue Lage, dass "die medial vermittelte Kommunikation an Orten und an Zeiten stattfindet, in denen es früher so nicht möglich war", sagte der Direktor des Instituts für Medien und Kommunikationswissenschaften an der Universität Mannheim, Peter Vorderer, im Deutschlandradio Kultur.

Unsicherheit angesichts neuer Kommunikationsformen

Angesichts des veränderten Kommunikationsverhaltens sagte Vorderer: "Es mischt sich, wenn Sie so wollen, mit der klassischen "Face-to-Face-Kommunikation" dergestalt, dass zwei Personen in einem Restaurant sitzen und ein Essen miteinander teilen und einer der beiden immer in das Smartphone schaut, weil sie in einer anderen Kommunikation eingebunden ist."

Es gebe heute eine große Unsicherheit darüber, welche Regeln in solchen Situationen gelten. Der Wissenschaftler wies darauf hin, dass die Computerkommunikation oft reizarmer sei als das persönliche Gespräch. Dafür gebe es aber die Möglichkeit, diese Nachteile durch Symbole wie Smileys anzureichern. Dennoch interpretiere der Leser häufig etwas anderes in einen Text hinein, als der Schreiber beabsichtigt habe.

Mehr zum Thema:

Kommentar - Mit Begriffen irritieren
(Deutschlandradio Kultur, Sein und Streit, 27.09.2015)

Ein Jahr Buzzfeed Deutschland - Optimiert für den schnellen Konsum
(Deutschlandradio Kultur, Studio 9, 10.09.2015)

Interview

Gorch FockTräume von der See − ausgelebt auf Papier
Das Bild zeigt das Schiff im Zwielicht unter wolkigem Himmel im grauen Meer. Die Segel werden gerade gesetzt. (Carsten Rehder / dpa)

Der Schriftsteller Gorch Fock gilt als Karl May des Meeres, sagt der Literaturwissenschaftler Rüdiger Schütt. Er schrieb eine Biografie über den vor 100 Jahren gestorbenen Namenspatron des deutschen Segelschulschiffs, den die Nazis vereinnahmten.Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

fghjghj