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Radiofeuilleton - Kino und Film / Archiv | Beitrag vom 25.11.2012

Komm, gib mir noch ein paar Pommes

Wie der "Tatort" und seine Kommissare sich verändert haben

Von Michael Meyer

Götz George im März 1981 bei Dreharbeiten für den Duisburger "Tatort" mit Kommissar Schimanski
Götz George im März 1981 bei Dreharbeiten für den Duisburger "Tatort" mit Kommissar Schimanski (picture alliance / dpa)

In 42 Jahren hat die Serie eine Unzahl an Drehorten, Schauspielern, Drehbuchautoren und Ideen verbraucht – kaum ein anderer Krimi ist dabei so spezifisch deutsch wie der "Tatort".

"Germans love their Tatort", schrieb die New York Times vor zwei Jahren und tat sich sichtlich schwer, den nichts ahnenden Lesern zu erklären, worin der Reiz der Serie genau besteht. Immerhin hat der "Tatort" in all den Jahren annähernd 80 Kommissare und Ermittler verschlissen.

Schon der Kommissar des ersten Tatorts, der Ende November 1970 gesendet wurde, war ein Zigarre rauchender, verbraucht aussehender und untersetzter Ermittler namens Trimmel, gespielt von Walter Richter. Er muss, obacht, Tabubruch, einen deutsch-deutschen Fall lösen:

"Und wir erhielten kürzlich die Nachrichten, dass in der DDR ein totes Kind gefunden wurde."

Die ermittelnden Kommissare blieben vom Typus her lange Jahre ähnlich: knarzig, manchmal auch mackerhaft und wenn's sein muss auch unsympathisch. Okay, es sei denn, man mochte Hansjörg Felmy und Heinz Drache – aber das war eine andere Zeit. So richtig lustig wurde es erst in den 80er-Jahren mit Schimanski:

"Hast Du noch ein paar Pommes für mich? – Nein, du hast die gleiche Menge gehabt wie ich, zwei Mark. Ich war ja auch ein Heimkind. – Komm, gib mir noch ein paar Pommes. – Nein, du musst lernen, mit dem auszukommen, was du hast. – Oh Mann, den Spruch kenne ich, den hat man mir schon als Kind beigebracht."

Da jede ARD-Anstalt ihren eigenen Tatort-Ermittler hat, sind fast alle bekannten Schauspieler schon mal in der Serie aufgetaucht. In den 90er- und Nuller-Jahren eroberten dann die Frauen den Tatort: Maria Furtwängler in Hannover, Ulrike Folkerts in Mannheim und Eva Mattes in Konstanz. Mittlerweile gibt es eine derartige Fülle von Ermittlerteams, dass man kaum noch mitkommt: Die FAZ ulkte neulich, es fehlten nur noch Kommissare aus Oberfranken, Mittelhessen oder der Lausitz – irgendwie muss jede Region versorgt werden.

Da beruhigt es schon fast, dass eine mittelgroße, und sagen wir es ruhig, nicht gerade für ihre übergroße Kriminalität berühmte Stadt wie Münster mit Axel Prahl und Jan-Josef Liefers zwei der witzigsten Figuren zu bieten hat:

"Spargel übrigens kann sehr helfen, wenn ihr kleiner Hauptkommissar sich noch mal der Sonne entgegenstrecken will. – [Klingeln] – Was wollen Sie? – Weißwein, Spargel, was will ich wohl wollen… Sex … der zentrale Trieb des menschlichen Säugetiers … wenn Sie dabei in ihrem Leichenbunker bleiben, soll es mir recht sein."

Interview mit dem TV-Kritiker und Buchautor Matthias Dell:Der Tatort "ist eigentlich eine Verabredung, ein Ritual"

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Der Tatort "ist eigentlich eine Verabredung, ein Ritual"