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Interview / Archiv | Beitrag vom 08.03.2007

Klimaforscher: Einigung beim EU-Klimagipfel hat Einfluss auf US-Politik

Schellnhuber spricht von möglicher "neuer Partnerschaft" mit Amerikanern

Professor Hans Joachim Schellnhuber ist Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung. (AP)
Professor Hans Joachim Schellnhuber ist Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung. (AP)

Nach Ansicht des Klimaforschers Hans-Joachim Schellnhuber ist die Europäische Union beim Klimaschutz in der Vorreiterrolle. Die EU sei weltweit die einzige Gemeinschaft, die "das Banner des Klimaschutzes" hochhalten könne, sagte der Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung und Berater der Bundeskanzlerin.

Deshalb sei eine Einigung auf dem heute beginnenden EU-Klimagipfel so wichtig.

Ohne verbindliche Ziele werde der Klimaschutz nur zu einer beliebigen Klausel. Außerdem würde es im Ausland als Schwäche der EU bewertet werden, wenn man sich nicht einigen würde. Besonders die USA beobachte den EU-Klimagipfel aufmerksam.

Grundsätzlich sei man dort für einen Systemwandel beim Klimaschutz bereit, erklärte Schellnhuber. Zwar werde sich dieser unter dem jetzigen Präsidenten Bush noch nicht vollziehen. Aber spätestens nach den nächsten US-Wahlen 2008 werde dies der Fall sein. Eine diesbezügliche Partnerschaft der USA mit der EU sei jedoch nur möglich, wenn die Europäer sich einig werden.

Schellnhuber wörtlich: "Wenn wir glaubwürdig sind, werden wir mit den Amerikanern hier zu einer neuen Partnerschaft kommen – davon bin ich überzeugt. Wir werden auch glaubwürdig demonstrieren müssen, dass ein klimafreundliches Modell des Wirtschaftswachstums und Fortschritts so hoch attraktiv ist für den einzelnen, dass später China und Indien bereit sind, dieses Modell zu übernehmen. Ich würde niemanden sonst in der Welt sehen, der in der Lage wäre, zu zeigen, dass wir auch einen anderen Entwicklungspfad nehmen können."

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