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Kulturnachrichten

Freitag, 21. April 2017

Klavierstimmer findet Schatz in Piano

Rund 900 Gold- und Silbermünzen aus dem 19. Jahrhundert unter Klaviertasten versteckt

Wie das British Museum in seinem Blog berichtete, war ein Klavierexperte gerufen worden, um ein mehr als 100 Jahre altes Klavier zu stimmen, das der Oberschule von Bishop's Castle im Zentrum von England gespendet worden war. Als er die etwas schwergängigen Tasten ausbaute, fand er in einem Hohlraum darunter mehrere sorgfältig vernähte Stoffpäckchen und eine lederne Börse - und darin verborgen rund 900 Gold- und Silbermünzen aus der Zeit von Queen Victoria. Laut dem Museum handelt es sich bei den zwischen 1847 und 1915 geprägten Münzen um den bislang größten derartigen Fund in Großbritannien. Medien schätzten den Wert auf zwischen 300.000 und 500.000 Pfund (330.000 bis 550.000 Euro). Es handele sich vermutlich um "die Ersparnisse eines ganzen Lebens", erklärte Peter Reavill vom British Museum. Versteckt worden seien sie frühestens Ende der 20er Jahre, wie eine um eines der Päckchen gewickelte Werbeanzeige belegt. Die rechtmäßigen Besitzer konnten bislang nicht ermittelt werden. Der Schatz gehört damit der britischen Krone.

Polnische Bildhauerin Magdalena Abakanowicz tot

Webkünstlerin und Bildhauerin wurde 86 Jahre alt

Abakanowicz, 1930 in Falenty bei Warschau geboren, wurde Mitte der 60er Jahre international bekannt für ihre überlebensgroßen, meist kopflosen, figürlichen Skulpturen. Außerdem entwickelte sie eine eigene Webtechnik und entwarf damit dreidimensionale Objekte. Eine polnische Kunstkritikerin prägte 1964 für diese eigenwilligen Textilreliefs die Bezeichnung "Abakan", die Künstlerin selbst verwandte diesen Begriff in der Folgezeit für ihre textilen Arbeiten. Der Zyklus der "Abakans" wurde unter anderem 1965 auf der Biennale von São Paulo ausgestellt und Abakanowicz hierfür mit dem Grand Prix geehrt. Abakanowicz war Mitglied der Berliner Akademie der Künste und wurde im Jahr 2000 mit dem Orden Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste in Berlin geehrt. Abakanowicz zählt mit vielen Exponaten im öffentlichen Raum weltweit zu den bedeutendsten zeitgenössischen Bildhauern und gilt als bekannteste polnische Künstlerin ihrer Generation. Ihre Arbeiten sind in vielen internationalen Sammlungen vertreten, unter anderem im Metropolitan Museum in New York und der Tate Modern in London.

"Akte X" geht weiter

Duchovny und Anderson wieder dabei

Die Science-Fiction-Serie „Akte X" bekommt eine neue Staffel. Nach dem sechsteiligen Comeback im vergangenen Jahr, hat der Sender Fox weitere zehn Folgen bestellt, die vielleicht noch in diesem Jahr in den USA ausgestrahlt werden könnten. Die Hauptdarsteller David Duchovny und Gillian Anderson sind wieder als Mulder und Scully an Bord und klären mysteriöse Kriminalfälle für das FBI auf. „Akte X" wurde ab 1993 in neun Staffeln ausgestrahlt und hatte danach 13 Jahre lang pausiert.

Vatileaks-Skandal liefert Stoff für TV-Serie

TV-Produktionsgesellschaft sichert sich Rechte am sogenanntes Enthüllungsbuch "Vatikan AG"

Der sogenannte Vatileaks-Skandal rund um Missstände und Korruption im Vatikan soll zum Thema einer Fernsehserie werden. Starten solle die englischsprachige Serie mit dem Stoff des Buches "Vatikan AG" des Enthüllungsjournalisten Gianluigi Nuzzi über dunkle Machenschaften im vatikanischen Finanzsystem, so die Produktionsfirma. Der Investigativjournalist Nuzzi werde am Drehbuch eines US-amerikanischen Autors mitarbeiten, sagte sie. Derzeit sei man noch auf der Suche nach einem Regisseur. Nuzzi hatte 2009 das Buch "Vatikan AG" vorgelegt. Drei Jahre später erschien "Seine Heiligkeit", in dem geheime Dokumente aus dem römisch-katholischen Kirchenstaat veröffentlicht wurden. Der Autor berichtet von heftigen Machtkämpfen an der Kirchenspitze, von einem Mordkomplott gegen den Papst und von Geldwäsche-Geschäften der Vatikanbank IOR.

Thomas Ostermeier besorgt um Frankreichs Kultur

"Ich befürchte Furchtbarstes"

Der Regisseur Thomas Ostermeier sorgt sich um das Schicksal französischer Kulturinstitutionen, falls Marine Le Pen bei den französischen Präsidentschaftswahlen gewinnen sollte. "Ganz viele Kulturinstitutionen oder die Köpfe der Kulturinstitutionen werden in Frankreich vom Präsidenten ernannt", sagte der Künstlerische Leiter der Schaubühne Berlin im Deutschlandradio Kultur. Zum Beispiel unterzeichne der Präsident den Vertrag mit dem Festivalchef von Avignon, mit dem Chef vom Odéon, mit dem Théâtre National de Bretagne, oder die Verträge in allen Nationaltheatern und Nationalopern. Also versuchten alle Präsidenten, "ganz viele Posten klarzumachen und ihre Kandidaten dort hinzusetzen", so Ostermeier. Frau Le Pen würde genau dasselbe machen. "Ich befürchte da Furchtbarstes, sowohl für die Kulturinstitutionen in Frankreich als auch für die deutsch-französische Achse. Die Europäische Union ist entstanden aus einer Union zwischen Deutschland und Frankreich. Wenn die da rausgeht, das wird unterirdisch." Allerdings hält er Le Pens Sieg nicht für sehr wahrscheinlich.

Barenboim: Nationalismus ist Gegenteil von Patriotismus

"Nationalismus schließt aus"

Vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich hat der Dirigent und Pianist Daniel Barenboim vor einer weiteren Stärkung des Nationalismus in Europa gewarnt. Angesichts der Siegeschancen der rechtsgerichteten Front National sagte Barenboim: "Der Nationalismus ist auch eine Folge des Unbehagens mit der Globalisierung, aber er ist das genaue Gegenteil von wahrem Patriotismus." Er könne zwar den Unmut vieler französischer Wähler mit den bisherigen Regierungen in Paris nachvollziehen. Ein nationalistischer Rückschlag wäre aber fatal für Europas Zukunft. "Es gibt einen Gegensatz zwischen Nationalismus und Patriotismus, so wie auch die Globalisierung mit ihrer Gleichmacherei der Idee einer gemeinsamen, universellen Menschheit zuwiderläuft." Wer sich seiner eigenen Identität, seiner Werte und Kultur sicher sei, könne auch gut mit anderen Menschen auskommen und zusammenarbeiten. "Der Patriotismus schließt die anderen ein, der Nationalismus als Reaktion auf die Globalisierung schließt sie aus."

Fotografin Sandra Hoyn bei Sony Awards ausgezeichnet

Serie über Sex-Arbeiterinnen gewinnt in der Kategorie "Alltag"

Die deutsche Fotografin Sandra Hoyn hat bei den renommierten Sony Photography Awards den Preis in der Kategorie "Alltag" gewonnen. Sie siegte mit einer Serie über Sex-Arbeiterinnen in Bangladesch. Dies teilten die Veranstalter in London mit. Es sei beeindruckend, wie die Fotografin aus Hamburg in die Story eintauche, hieß es von der Jury. Die auf den Fotos abgebildeten Menschen schienen zu vergessen, dass sie überhaupt da sei. Auch ein anderer Preis ging nach Deutschland: In der Kategorie „Landschaft" belegte Peter Franck aus Stuttgart mit einer Schwarz-Weiß-Serie über das Meer den dritten Platz. Alle Siegerfotos sind bis zum 7. Mai in einer Ausstellung im Somerset House in London zu sehen. Für den Wettbewerb wurden mehr als 227 000 Fotos aus 183 Ländern eingereicht.

"Thalys-Helden" kommen ins Kino

Clint Eastwood verfilmt vereitelte Terrorattacke in Zug nach Paris

Oscar-Preisträger Clint Eastwood packt als nächstes Regieprojekt die wahre Geschichte einer vereitelten Terrorattacke an. Der 86-Jährige werde für das Studio Warner Bros. die Buchvorlage "The 15:17 To Paris" verfilmen. Das schreiben zwei Branchenblätter. Dabei geht es geht um einen Vorfall im August 2015 an Bord eines Hochgeschwindigkeitszuges auf dem Weg von Amsterdam nach Paris. Drei amerikanischen Freunden war es mit Hilfe anderer Passagiere gelungen, einen schwer bewaffneten Angreifer zu überwältigen, als dieser auf Zuginsassen schießen wollte. Zwei Soldaten und ein Student wurden danach in Frankreich und in den USA als die "Thalys-Helden" gefeiert. Eastwood will nun die Darsteller aussuchen und noch in diesem Jahr mit dem Dreh beginnen.

Straße in Miami nach Oscar-Gewinner "Moonlight" umbenannt

Als Zeichen für Kinder in Armenvierteln

Eine Straße in Miamis Stadtteil Liberty City trägt jetzt den Namen "Moonlight Way", benannt nach dem diesjährigen Oscar-prämierten Film "Moonlight". Das berichtet die "Miami New Times". Die Straße befindet sich in einem der sozialen Wohnungsbauprojekte für Schwarze im Süden der USA. "Moonlight"-Regisseur Barry Jenkins und Autor Tarell Alvin McCraney wuchsen dort auf und hatten auch Teile des Dramas über das Heranwachsen eines schwarzen schwulen Jungens in dem Problemviertel gedreht. Der Bezirksrat will damit ein Zeichen für Kinder in dem Armenviertel setzen, dass eine Erfolgsstory wie "Moonlight" möglich ist. Der Film hatte im Februar drei Oscars gewonnen.

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