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Aktuell / Archiv | Beitrag vom 21.02.2016

Kinder-SendungPost von Kakadu

Von Thomas Fuchs

Kakadu - Das Programm für Kinder (Deutschlandradio)
Kakadu - Das Programm für Kinder (Deutschlandradio)

Liebe Fans, die ersten Zugvögel sind schon wieder da. Ehrlich. Gestern hatte ich einen Star im Park getroffen, der kam aus Tunesien. Er meinte: Okay, es wäre zwar noch etwas kalt hier im Norden, aber er fand es schön, wieder in Berlin zu sein.

Sein Nest oben bei der Bundekanzlerin unter dem Dach war sogar noch frei. Ich mag es, wenn die Zugvögel zurückkommen. Die haben immer so viel zu erzählen. Wenn die berichten, was sie so alles während ihrer Reise erlebt haben, dann werde ich mitunter sogar etwas neidisch. Und wie oft habe ich mir dann schon vorgenommen, im kommenden Herbst ebenfalls aufzubrechen. Aber Ihr wisst ja, wie das ist, dann hat man noch so viel zu erledigen, muss zur Kralliküre, hier im Sender ist ja auch sooo viel zu tun und dann kommt plötzlich wieder Weihnachten und es lohnt nicht mehr, aufzubrechen. Naja und schon kommen die ersten Reisenden ja auch wieder zurück.

Aber ehrlich gesagt sind so extreme Fernreisen irgendwie nicht mehr mein Ding. Okay, ich bewundere meine gefiederten Kollegen wie beispielsweise den Steinschmätzer. Und das ist nur eine der vielen Zugvögelarten.

Der Steinschmätzer: Noch nicht einmal 25 Gramm schwer und doch fliegt er jedes Jahr 14.500 Kilometer von der Tundra Alaskas in den Südosten Afrikas und wieder zurück. Das sind knapp 30.000 Kilometer Gesamtflugstrecke im Jahr. (picture alliance / dpa / Andreas Neuthe)Der Steinschmätzer: Noch nicht einmal 25 Gramm schwer und doch fliegt er jedes Jahr 14.500 Kilometer von der Tundra Alaskas in den Südosten Afrikas und wieder zurück. Das sind knapp 30.000 Kilometer Gesamtflugstrecke im Jahr. (picture alliance / dpa / Andreas Neuthe)

Wobei ich ja doch anmerken muss: Zugreisen sind nicht mehr so richtig en vogue bei uns Vögeln. Oder wenn doch, dann nicht mehr ganz so weit. Es muss nicht immer Nordafrika sein, in der Toskana ist es auch schön, oder in Andalusien, auf den Brionischen Inseln in Kroatien, um nur einige netten Winterreviere anzuführen.

Der neuste Trend unter uns Vögel ist aber, wie schon erwähnt, der, auf die winterlichen Flüge ganz zu verzichten. Klimawandel und Verstädterung sind da die Stichworte in den Vogel-Talk-Runden hoch oben auf den Hochspannungsleitungen oder Bäumen. Oder wen es dennoch unter den Schwingen juckt, der kommt eben früher zurück. Ich verfolge in dem Zusammenhang eine Internetseite mit den aktuellen Storchennachrichten. Daher weiß ich, dass mein alter Kumpel Storch Fridolin auch schon wieder in Leiferde in Niedersachsen angekommen ist. Laut den Berichten hat er einmal kurz geklappert, dann begonnen sein Nest auszumisten und wartet seitdem auf seine Storchendame Friederike.

Storch Fridolin auf seinem Horst im NABU-Artenschutzzentrum in Leiferde (picture alliance / dpa / Julian Stratenschulte)Seit dem 08.02.2016 sitzt Storch Fridolin wieder auf seinem Horst im NABU-Artenschutzzentrum in Leiferde im Landkreis Gifhorn. Picture alliance / dpa / Julian Stratenschulte (picture alliance / dpa / Julian Stratenschulte)

Tja, wieso in die Ferne fliegen, wenn es auch hier fast das ganze Jahr über warm ist. Ich sag nur Klimawandel.

Die Tendenz zu verkürzten Winteraufenthalten oder näher liegenden Reisezielen belegen inzwischen auch die neusten Forschungen. Durchschnittlich 6,8 Tage früher kehren die Vögel in ihre Brutgebiete im Norden zurück. Die Mönchsgrasmücke, ein kleiner Singvogel, hat es sogar auf 17 Tage gebracht.

Doch noch ist es nur ein Trend. Von den etwa 400 Vogelarten in Deutschland sind nach meinen Informationen bislang nur etwa 40 Arten ins Lager der Standvögel gewechselt. Aber darunter durchaus Vogelprominenz: Amseln, Graugänse, Feldlerchen, Hausrotschwänze, Störche und Kraniche.

Was ich witzig finde bei dieser ganzen Zugvögelthematik, ist ja, dass Ihr Menschen immer noch nicht herausgefunden habt, wie wir Vögel uns zurechtfinden. Ein Großteil der Forscher denkt ja, dass wir uns am Sternenhimmel orientieren. Da hat in den 1970 Jahren auch ein Biologe ganz interessante Versuche mit Grasmücken in einem Planetarium gemacht. Sein Fazit war, dass die Gesamtrotation des Sternenhimmels um den Polarstern eine wichtige Rolle bei der Orientierung der Vögel spielt. Ohne die Leistungen des Mannes schmälern zu wollen ... wenn es eine Vogelart gibt, die ununterbrochen andere Vögel nach dem Weg fragt, dann ist das die Grasmücke, okay? Ausgerechnet von denen etwas auf andere Vögel abzuleiten ist so, als würde man mit Athena Versuche zur Sprintanalyse machen oder mit Radprofis Studien zum sauberen Sport.

Tja, manche Geheimnisse werden Euch wohl noch für eine Zeit rätselhaft bleiben. Obwohl Ihr nahe dran seid. Die Feldlinien der Erdmagnetfelder ... oder der Geruchssinn. Könnt Ihr etwa nicht eine Duftquelle noch in 100 Kilometern ausmachen?

Also weiterforschen. Wenn Ihr es endlich rausbekommen habt, dann könnt Ihr GPS und Navi wegwerfen und auch dieses neue teure europäische Satellitending, wie hieß es doch gleich ...Galileo, richtig ist dann hinfällig.

Das europäische Navigationssystem Galileo im Weltraum - Modell (picture alliance / dpa / DLR)So oder so ähnlich sieht es einmal aus, wenn das europäische Navigationssystem Galileo im Weltraum in Betreib geht. Picture alliance / dpa / DLR (picture alliance / dpa / DLR)

Wie sage ich immer: Von uns Tieren lernen heißt, viel Geld sparen. Aber Ihr Menschen mögt es ja immer gerne etwas komplizierter und aufwändiger.

Wie auch mein Programm in dieser Woche.

Am Montag (22.2.) besuche ich den letzten Galionsfigurenschnitzer, stelle Euch eine geniale Erfindung vor und meine Theaterreporter waren auch wieder unterwegs.

Früher hatte jedes große Segelschiff eine Galionsfigur. Diese goldene Dame schmückt den Großsegler Juan Sebastián de Elcano, ein Segelschulschiff der spanischen Marine. (picture alliance / dpa / Axel Heimken)Früher hatte jedes große Segelschiff eine Galionsfigur. Diese goldene Dame schmückt den Großsegler Juan Sebastián de Elcano, ein Segelschulschiff der spanischen Marine. Picture alliance / dpa / Axel Heimken (picture alliance / dpa / Axel Heimken)

Am Dienstag (23.2.) stellt Euch meine Lesecrew Bücher über Flüchtlinge vor, es gibt einen neuen Spieletipp und außerdem haben Mia, Johanna und Johannes diverse Internetseiten besucht, auf denen Experten die verschiedenen Religionen vorstellen. Ob sich der Besuche dieser Seiten auch für Euch lohnt, erfahrt ihr, wenn Ihr meinen Medientag hört.

Am Mittwoch (24.2.) am Musiktag erfahrt Ihr zuerst von Ulrike Timm in der Reihe "Klassik für Einsteiger" was eine Orchesterrakete ist und wie man sie zündet. Anschließend lade ich Euch auf ein Jazzfestival für Kinder ein. Genauer gesagt ein Jazzfestival nicht nur für Kinder, sondern auch von Kindern. Der jüngste teilnehmende Musiker bei "Kids Jazz L.E" ist neun Jahre alt.

So sieht das Funkhaus aus, aus dem der Kakadu seinen Quasseltag sendet. Das Sendestudio ist im dritten Stock. (picture alliance / dpa / Stephanie Pilick)So sieht das Funkhaus aus, aus dem der Kakadu seinen Quasseltag sendet. Das Sendestudio ist im dritten Stock. Picture alliance / dpa / Stephanie Pilick (picture alliance / dpa / Stephanie Pilick)

Am Freitag (25.2.) am Quasseltag habe ich mir Kinder ins Studio eingeladen, die sich ehrenamtlich in Stiftungen engagieren. Denn ich finde das absolut klasse, wenn schon Menschen in Eurem Alter anfangen, sich für andere einzusetzen, in ihrer Freizeit aktiv sind, damit auch andere junge Menschen in diesem Land gut aufwachsen.

Mein Kakadu-Radio-Feature am Freitag (26.2.) am Entdeckertag möchte ich Euch dann ganz besonders ans Herz legen. Denn, ja, es ist auch irgendwie meine Geschichte, die Euch Christine Färber präsentiert: "Papageien vor der Haustür: Tierische Einwanderer in Deutschland".

Im Schlosspark in Wiesbaden lebt seit vielen Jahren eine Halsbandsittich-Großfamilie. Die Papageien leben eigentlich in viel wärmeren Ländern, fühlen sich aber offenbar in Wiesbaden trotz der Temperaturen so wohl, dass sie Eier legen und erfolgreich ausbrüten. Und: Sie sind nicht die einzigen tierischen Einwanderer, die vor unserer Haustür leben. Seit der Entdeckung Amerikas durch Herrn Kolumbus sind viele Tiere bei uns ein- und ausgereist. Aber wie sind sie über tausende von Kilometern zu uns gekommen? Was fressen sie in einem Land in dem es ihre Lieblingsspeise gar nicht gibt und warum brauchen selbst die Papageien bei Minusgraden keine Mütze?

Das sind sie, die Halsbandsittiche, die sich inzwischen mitten in Wiesbaden eingenistet haben. Wirklich eine Bereicherung. Picture alliance / dpa / Frederik von Erichsen) (picture alliance / dpa / Frederik von Erichsen)Das sind sie, die Halsbandsittiche, die sich inzwischen mitten in Wiesbaden eingenistet haben. Wirklich eine Bereicherung. Picture alliance / dpa / Frederik von Erichsen (picture alliance / dpa / Frederik von Erichsen)

Den Sonntag (28.2.) beginne ich mit meiner Geschichte für Frühaufsteher um 7:30 Uhr. Sie heißt: "Olha, ein Stinktier und die große Modenschau"


Nach den Ferien sitzt plötzlich ein fremdes Mädchen mit einem langen Pferdeschwanz in der Klasse. Es hat ein kariertes Kleid und weiße Kniestrümpfe an und ihr Deutsch klingt anders. Sie heißt Olha, erfahren die anderen Kinder in der Klasse und kommt aus der Ukraine. Und weil dort Krieg herrscht, lebt sie nun bei Ihrer Großmutter in Deutschland. Eine Erzählung von Christa Zeuch.

Und anschließend, um 08:05 Uhr nach den Nachrichten, sende ich wie jeden letzten Sonntag im Monat, meine große Reisesendung. Diesmal habe ich die Abschlussveranstaltung eines Workshops in der Jungen Deutschen Oper Berlin besucht.

50 Kinder und Jugendliche zwischen neun und 14 Jahren hatten sich die Winterferien über auf eine Klangforschungsreise begeben. In verschiedenen Workshops entwickelten ihre eigene Musik – vom Geräusche-Hörspiel über eigene Songs bis hin zum Hörtheater.

Gemeinsam mit Künstlern und unterstützt vom Team der Jungen Deutschen Oper wurde in fünf verschiedenen Laboren eine ganze Woche geforscht, experimentiert, aufgenommen, gesungen, gemixt, musiziert, getanzt und am Ende präsentiert.

Und was Sie da tolles präsentierten, könnt Ihr bei mir hören.

 So sieht das Funkhaus aus, aus dem der Kakadu seinen Quasseltag sendet. Das Sendestudio ist im dritten Stock. (picture alliance / dpa / Stephanie Pilick)(In diesem schlichten Würfel fanden sowohl der Workshop, als auch die Abschlussveranstaltung der Jungen Deutschen Oder von Berlin statt. Picture alliance / dpa / Sebastian Kahnert (picture alliance / dpa / Stephanie Pilick)

So, und fertig ist die Woche. Wieder mal eine. Und ich werde mich jetzt noch etwas raus begeben, um ein paar der Frühheimkehrer abzugreifen. Ihr kennt das ja vermutlich, richtig authentisch ist eine Geschichte doch nur, wenn sie zum ersten Mal erzählt wird. Bei jedem neuen Servieren kommt was dazu, fällt was weg, verändert sie sich. Und ich als Journalist muss natürlich direkt an die Quelle. Wenn hier wer dann später alles abändert und seine Story daraus macht, dann bin ich das.

Einen habe ich aber noch:
"Glaubt nicht dem Hörensagen und heiligen Überlieferungen, nicht Vermutungen oder eingewurzelten Anschauungen, auch nicht den Worten eines verehrten Meisters; sondern was ihr selbst gründlich geprüft und als euch selbst und anderen zum Wohle dienend erkannt habt, das nehmt an."

(Siddharta Gautama)

In diesem Sinne

Euer Kakadu

Studio 9

KatholikentagStreitthema AfD
Bundesinnenminister Thomas de Maiziere und Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung beten (SPD) beim 100. Deutschen Katholikentag in Leipzig. (dpa/picture alliance/Sebastian Willnow)

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