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Aktuell / Archiv | Beitrag vom 31.01.2016

Kinder-SendungPost von Kakadu

Von Thomas Fuchs

Kakadu - Das Programm für Kinder (Deutschlandradio)
Kakadu - Das Programm für Kinder (Deutschlandradio)

Liebe Fans, dieser Tage, gab oder gibt es die Zeugnisse. Als ich in der Redaktion die entsprechende Pressemitteilung las, da dachte ich mir, ach ja, Zeugnisse habe ich immer gemocht. Schon damals in der Kükengruppe, später auf der Jungvogelschule oder schließlich auf der Vogelakademie, die Zeugnistage waren für mich immer die schönsten Tage des Jahres.

Ich habe es geliebt, wenn in der Aula mein Name aufgerufen wurde, ich nach vorne auf die Bühne kommen durfte, um mal wieder das Zeugnis des Jahrgangsbesten in Empfang zu nehmen.
 Für viele Schulkinder ist der Zeugnistag schon deshalb ein Freudentag, weil es direkt danach ein paar Tage Ferien gibt. (picture alliance / dpa / Rolland Weihrauch)Für viele Schulkinder ist der Zeugnistag schon deshalb ein Freudentag, weil es direkt danach ein paar Tage Ferien gibt. (picture alliance / dpa / Rolland Weihrauch)

Ja, ich war wohl der Liebling meiner Lehrer und Ausbilder, was mir, das möchte ich keineswegs verschweigen, von meinem Vogelkommilitoninnen und Flügelpartnern nicht immer nur gegönnt wurde. Aber so ist es nun mal. Wer an der Spitze fliegt, muss den Gegenwind ertragen, die Luft wird oben dünner.
Umso mehr hat es mich gekränkt, dass meine überragenden Leistungen in Schule und Akademie neuerdings von Tiger und Athena in Zweifel gezogen werden. Ja, dass die beiden sich sogar über mich lustig machen. Sie behaupten, meine Zeugnisse wären gar nicht so gut, wie ich behaupten würde. Um mit diesem Unfug, beziehungsweise mit dieser üblen Nachrede, ein für alle Mal aufzuräumen, habe ich mich entschieden, stellvertretend für all meine herausragenden Zeugnisse, an dieser Stelle eins davon zu veröffentlichen. Möge der geneigte Leser selbst sein Urteil fällen. Da ich allerdings auf einer freien Vogelschule war, hatten wir keine Noten, sondern wurden schriftlich beurteilt.

Zeugnis 5. Klasse Vogelakademie Christchurch
für: Kakadu, Der

Sozialverhalten:
Sein Verhalten im Schülerkreis war tadellos. Kakadu war ein kritischer Mitschüler, wusste sich gut zu verkaufen und war äußerst talentiert Aufgaben zu delegieren. Er war durch sein breites Allgemeinwissen ein gesuchter Gesprächspartner und hatte für seine Mitvögel großes Einfühlungsvermögen.

Schulische Leistungen:
Kakadu hatte im letzten Jahr etliche Gelegenheiten, sich Wissen anzueignen. Er war stets bemüht und hatte überwiegend Verständnis für seine Aufgaben. Er zeigt reges Interesse am Unterricht. Sein Arbeitsstil war gleichbleibend.

Seine Schulzeit endet mit dem heutigen Tag, und wir wünschen Kakadu für die Zukunft vor allem Gesundheit und sehr viel Glück.

Also, das ist doch mal ein Zeugnis, oder? Tja, so was bekommt nicht jeder und ... Sekunde, Tiger und Athena kommen gerade. Natürlich dürft Ihr was dazu anmerken, bitte, deshalb habe ich es doch veröffentlicht.

So ähnlich wie diese Wellensittiche hätten sie auch in Kakadus Vogelschule im Unterricht auf der Stange gesessen und immer eifrig gelernt. Behauptet er zumindest. (picture alliance / dpa )So ähnlich wie diese Wellensittiche hätten sie auch in Kakadus Vogelschule im Unterricht auf der Stange gesessen und immer eifrig gelernt. Behauptet er zumindest. (picture alliance / dpa ) 

Tag, hier schreibt Tiger. Ich lade Kakadus Zeugnis jetzt mal hoch in den Zeugnis-Translator ... ein kostenloses Zeugnistextübersetzungsprogramm im Internet und schon ...

So, Kakadu. Hier dein toller Zeugnistext mit seiner wahren Bedeutung:
Kakadu, Der

Sozialverhalten:
Er hatte ständig Streit mit den Lehrern. Kakadu war ein Nörgler, tat selbst nicht viel, schmeichelte sich ein. Er war faul und ließ andere darunter leiden. Er war geschwätzig, störte ständig seine Nachbarn und hielt sie vom Lernen ab. Er war andauernd am Balzen.

Schulische Leistung:
Kakadu hat die Gelegenheit, in diesem Schuljahr irgendetwas zu lernen, nicht genutzt. Seine Gesamtleistung war ungenügend, sein Lernwille nicht vorhanden, einfach grottig. Er zeigte keinerlei Ausdauer und ließ sich durch alles und jeden ablenken.

Er flog aus gegebenem Anlass fristlos von der Schule. Kakadu war dauernd krank und es gab große Probleme in der Zusammenarbeit.

Sekunde! Tiger. Weg! Das muss gelöscht werden! Wieso kann ich das nicht löschen? Wie, veröffentlicht ist veröffentlicht und das Internet vergisst und vergibt nie? Was soll denn diese Aussage? Ach was soll´s, morgen wird eine neue Sau durchs Dorf getrieben.

Kommen wir zum Programm der neuen Woche.
Am Montag (1.2.) am Infotag dreht sich bei mir alles um den Karneval, auch Fasching genannt. Der 11.11. war der Start für den Karneval. In Köln wird ab diesem Tag richtig auf der Straße gefeiert. Warum der 11.11. Stichtag ist, dazu gibt es viele Theorien. Bei mir erfahrt Ihr, welche die einzig wahre ist. Außerdem alles sonstig Wichtige und Interessante rund um die närrischen Tage. Die fünfte Jahreszeit, nur echt mit dem Kakadu!

Der Eingang zum Eingang zum Kölner Karnevalsmuseum. (picture alliance / dpa / Horst Galuschka)Der Karneval ist in Köln so wichtig, dass sie dort sogar ein eigenes Karnevalmuseum haben. (picture alliance / dpa / Horst Galuschka)  
Am Dienstag (2.2.) am Medientag stelle ich Euch ein Buch mit dem Titel "Wie heißt dein Gott" vor. Anna Wollner hat den Film Robinson Crusoe gesehen und dann habe ich noch einen Spieltipp für Euch. Das Spiel heißt "Burg Flatterstein".

 Urwüchsige Landschaft auf der der Insel Mas a Tierra, auch Robinson-Insel genannt. (Undatierte Aufnahme). (picture alliance / dpa / Michael Serrallier)Die Insel Mas a Terra, 650 Kilometer vor Valparaiso gelegen, trägt auch den Namen Robinson-Insel. Benannt nach dem weltberühmten Schiffbrüchigen der angeblich dort gestrandet war. (picture alliance / dpa / Michael Serrallier)

 Am Mittwoch (3.2.) am Musiktag könnt Ihr wieder den Dirigenten Stefan Malzew hören. Für seine inzwischen fast schon legendären Musikminuten hat er sich erneut an den großen Flügel gesetzt und mir ein paar Geheimnisse der klassischen Musik anvertraut.

 Den nach seinen eigenen Wünschen entworfenen und gebauten Konzertflügel präsentiert der Pianist Barenboim (nicht im Bild) am  26.05.2015 in der Royal Festival Hall in London. (picture alliance / dpa / Teresa Dapp)Dieser Konzertflügel gehört einem anderen berühmten Dirigenten. Er wurde nach den Wünschen Daniel Barenboim entworfen und gebaut und trägt daher auch seinen Namen. (picture alliance / dpa / Teresa Dapp)

Am Donnerstag (4.2.) am Quasseltag, also da sind Tim und ich noch uneins, worüber wir quasseln wollen. Tim ist für Karneval, ich bin aber eher für das Thema "Tausend Tipps, wie Hörerkinder Ihrem Kakadu mit teuren Geschenken eine Freude machen können". Wer sich durchsetzt, nun, das erfahrt ihr, wenn Ihr mich einschaltet. 

Rosenmontagsumzug am 16.02.2015 in Herbtsein (Hessen. (picture alliance / dpa / Uwe Zucchi)Nahezu an allen Orten Deutschlands wird in diesen Tagen Karneval oder Fasching gefeiert. In Herbstein in Hessen mit dem traditionellen Springerzug. (picture alliance / dpa / Uwe Zucchi) 
Am Freitag (5.2.) am Entdeckertag ... nun ... also ... da wird es irgendwie cool bei mir, echt krass, etwas gaga. Besser gesagt dada. Oder wie findet Ihr Gedichte wie dies hier:

sankt ziegenzack springt aus dem ei
rumsdiebums das gigerltum
vergißmeinicht rollt um den stuhl
glocke schlägt nur eins und zwei...

Das sind Zeilen aus einem Gedicht von Hans Arp. Und auch wenn es nicht so klingt - er hat sich sehr wohl etwas dabei gedacht. Die sogenannten "Dadaisten", zu denen Hans Arp gehörte, hatten keine Lust mehr auf schöne gereimte Gedichte. Sie wollten etwas ganz Neues schaffen. Also nahmen sie die Sprache auseinander und experimentierten damit. Dabei entstanden die verrücktesten Gedichte und Lieder.

"Unsinn, Blödsinn, Quatsch?! - Dada und der Club der verrückten Poeten" Mein Kakadu-Feature am Freitag von Maria Riederer. 
 Dada-Museum in der Spiegelgasse in Zürich, Schweiz. (picture alliance / dpa / Thierry Gachon)In der Stadt Zürich in der Schweiz gibt es sogar ein eigenes Dada-Museum. (picture alliance / dpa / Thierry Gachon)

Am Sonntag (7.2.) begrüßt Euch Tim früh um 07:30 Uhr zur Geschichte für Frühaufsteher. Diesmal mit einer Erzählung von Mario Göpfert. Sie heißt "Die Faschingsinsel".

Alles begann an einem verregneten Sonntagnachmittag im Januar. Titus´ Mutter hatte den Hauptgewinn in der Lotterie gezogen: eine Reise auf die Faschingsinsel. Wenig später sitzt Titus mit seinen Eltern in einem Flugzeug der Fun-Air. Die Stewardessen tragen Mickeymauskostüme. Auch die Passagiere bekommen Kostüme, die sie anziehen müssen. Als plötzlich auch noch Fallschirme verteilt werden, wird Titus die Sache ein bisschen unheimlich. Doch das ist erst der Anfang einer Reihe von Merkwürdigkeiten, in deren Strudel Titus auf der Faschingsinsel gerät. Und dass er ausgerechnet seine heimliche Schulfreundin Alissa dort trifft, hätte Titus sich nicht im Traum erhofft.

Anschließend um 08:05 Uhr nach den Nachrichten könnt Ihr ein Kinderhörspiel von Lena Hach hören. Es heißt: "Flo und Zahnvampir"
Florian ist 8 und sein Milchzahn wackelt gewaltig. Je eher das Ding rausfällt, umso besser, sagt er sich und will am liebsten selbst etwas nachhelfen. Zusammen mit seinem großen Bruder Anton bindet er einen Faden um den Zahn, das andere Ende machen sie an der Zimmertür fest und dann - verlieren beide den Mut. Egal. Denn eines Abends passiert von ganz allein, was passieren muss: Beim Abendbrot fällt Flos Zahn plötzlich auf den Teller. Endlich kann er ihn nachts unter das Kopfkissen legen, damit die Zahnfee kommt. Sie holt den Zahn und legt ihm dafür was Süßes unters Kissen. So zumindest der Plan. Doch in dieser Nacht kommt nicht die Zahnfee angeschlichen, sondern Valentina, genau genommen: Valentina-Viola von Valenzia, das Vampirmädchen. Sie ist auch auf der Suche nach Zähnen, möglichst scharfe Eckzähne sollten es sein. Denn nur wer die hat, darf zum Ball der Vampire. 
 Eine Zahnlücke mit einem nachwachsenden Zahn. (picture alliance / dpa / Lars Halbauer)Und ist der Milchzahn draußen, wächst in die Lücke der bleibende Zahn. (picture alliance / dpa / Lars Halbauer)

 Ja, und nun, da ich mit dem Programm durch bin, möchte ich doch noch einmal auf das leidige Thema Zeugnisse zurückkommen. Und ja, man kann mein Zeugnis so interpretieren, wie Tiger es getan hat. Aber man kann es auch ganz anders interpretieren. Denn interpretieren heißt ja auslegen, soweit ich weiß. Und nicht, das es so ist. Und nur so ist. Da gibt es immer einen gewissen Deutungsspielraum.

Das zum einen. Und zum anderen möchte ich auf einen Aspekt aus dem Bereich des Arbeitsrechts hinweisen. Dort ist festgeschrieben, dass der Arbeitnehmer nicht unbedingt einen Zeugnisberichtigungsanspruch hat, wohl aber darauf, dass der Arbeitgeber ihm ein "wohlwollendes Zeugnis" ausstellt. Im Internet findet man Programm wie "Zeugnis-Creator", der einem das Wunschzeugnis vorformuliert, das dann der Arbeitgeber nur noch zu unterschreiben braucht.

Ich finde, was in der Arbeitswelt gilt, sollte auch für die Schüler gelten. Wenn Schüler sich ihre Zeugnisse selbst ausstellen dürften, die Texte oder die Noten  ganz allgemein wohlwollender ausfallen würden, wäre das doch alles wesentlich entspannter. Das nur mal so als Denkanstoß...

Zum Thema Noten und Zeugnis habe ich einen aber noch:
Den Schwachen zu tadeln, heißt seine Schwächen zu stärken.

In diesem Sinne

Euer Kakadu

 

 

 Eine maskierte und kostümierte Person posiert beim Karneval in Venedig. (picture alliance / dpa / Piergiorgio Pirrone )Ein Karnevalskostüm in Venedig ist ohne Maske gar nicht denkbar. (picture alliance / dpa / Piergiorgio Pirrone )

P.S.: Karneval gibt es schon ganz, ganz lange. Während der Karneval-Zeit sollen alle Menschen gleich sein - und das ist bis heute ein Merkmal des Festes. Das wurde vor etwa 3.000 Jahren erstmals schriftlich erwähnt. Karneval in Rio, Karneval in Venedig und Karneval im Rheinland sind schon die bekanntesten Feste auf der Welt. Obwohl: Hier in Berlin gibt es noch den Karneval der Kulturen - der ist allerdings erst im Mai. Darauf können wir uns hier noch freuen!

 

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