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Sonntag, 29. Mai 2016MESZ23:02 Uhr

Kulturnachrichten

Dienstag, 19. Januar 2016

Kieler Uni-Bibliothek baut Skandinavien-Kompetenz aus

Bundesweit größter Bestand an Skandinavien-Literatur

Die Kieler Christian-Albrechts-Universität will ihre umfassende Literatur-Sammlung zu Skandinavien zu einem "Fachinformationsdienst Nordeuropa" ausbauen. An den Kosten von rund einer Million Euro beteilige sich die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) mit 830.500 Euro, teilte die Hochschule mit. Die DFG unterstützt den Skandinavien-Pool der Uni-Bibliothek bereits seit 1949. Nach eigenen Angaben verfügt die Uni Kiel deutschlandweit über die größte Auswahl an Literatur aus und über Skandinavien. Ausgebaut werden soll auch das Internet-Portal www.vifanord.de ("Virtuelle Fachbibliothek Nordeuropa-vifanord").

Wissenschaftsfilm-Preis für "Sendung mit der Maus"

Jury: "hervorragendes Beispiel von Wissenschaftsjournalismus für ein junges Publikum"

"Die Sendung mit der Maus" erhält in diesem Jahr den Wissenschaftsfilm-Preis des Goethe-Instituts. Das teilte der Westdeutsche Rundfunk mit. In der Kategorie "Bildungspreis" sei beim internationalen Science Film Festival eine "Maus"-Sachgeschichte über "Glasinnengravur" des Reporters Johannes Büchs ausgezeichnet worden. Die internationale Fachjury lobte die WDR-Produktion als "hervorragendes Beispiel von Wissenschaftsjournalismus für ein junges Publikum". Wissenschaftliche Erklärungen würden so präsentiert, dass sie für junge Zuschauer verständlich seien. Das vom Goethe-Institut 2005 in Leben gerufene Science Film Festival gehört heute zu den größten seiner Art, mit mehr als 750.000 Besuchern in Südostasien, Nordafrika und dem Nahen Osten.

Kirchner-Bild kehrt ins Dresdner Albertinum zurück

1937 als "entartet" beschlagnahmt

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden haben mit Hilfe des Bundes und von Förderern das Gemälde "Straßenbild vor dem Friseurladen" des Expressionisten Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938) erworben. Damit kehrt ein bedeutendes Werk des "Brücke"-Künstlers nach rund 80 Jahren in die Elbestadt zurück. Das 1926 entstandene großformatige Bild hatte die Stadt einst vom Künstler erworben und der damaligen Staatlichen Gemäldegalerie als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt. 1937 war es von den Nazis als "entartet" beschlagnahmt worden. Nun konnte es bei einer Auktion aus Privatbesitz zurückgekauft werden.

Kunst wird Präsidentin der Humboldt-Universität

Brandenburgische Wissenschaftsministerin Sabine Kunst wird Nachfolgerin von Jan-Hendrik Olbertz

Neue Präsidentin der Berliner Humboldt-Universität wird die brandenburgische Wissenschaftsministerin Sabine Kunst (SPD). Das Konzil der Berliner Humboldt-Universität wählte die 61-Jährige am Dienstag mit deutlicher Mehrheit als Nachfolgerin von Jan-Hendrik Olbertz. Kunst werde ihr Amt voraussichtlich im Sommersemester antreten, teilte die Universität mit. Die derzeitige Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg ist zugleich Vorsitzende der Verwaltungskommission und Koordinatorin der Länder im Wissenschaftsrat, wichtigstes wissenschaftspolitisches Beratungsgremium in Deutschland. Bis zu ihrer Ernennung als Ministerin im Februar 2011 war sie vier Jahre lang Präsidentin der Universität Potsdam. Zuvor übte die promovierte Ingenieurin und Politologin verschiedene leitende Funktionen an der Universität Hannover aus. Kunst war die einzige Kandidatin für das höchste Amt an der renommierten Wissenschaftseinrichtung. Mit der Wahl der SPD-Politikerin geht eine längere Suche nach einem Nachfolger für Olbertz zu Ende. Dieser hatte bereits im März vergangenen Jahres bekanntgegeben, keine weitere Amtszeit anzustreben. Olbertz (61) bleibt bis zum Amtsantritt von Kunst Präsident der Humboldt-Universität.

Eagles-Mitgründer Glenn Frey ist tot

Der Gitarrist der US-Rockband starb im Alter von 67 Jahren in New York.

Glenn Frey sei Komplikationen in Folge von Krankheiten erlegen, teilte die Band auf ihrer Webseite mit. Er war Mitbegründer einer der erfolgreichsten US-Rockbands und prägte mit ihr ein eigenes Genre. Die Eagles waren 1971 von Musikmanagern als Begleitband für die Country-Rock-Sängerin Linda Ronstadt gegründet worden. Mit ihrem warmen melodiösen Sound wurden sie zum Inbegriff des California Rock. Zu den bekanntesten Titeln zählen "Hotel California", "Take It Easy", "Tequila Sunrise" und "Heartache Tonight". Glenn Lewis Frey wurde in Detroit geboren und wuchs in den Vororten der Großstadt im US-Staat Michigan auf. Als Markenzeichen galten sein markantes Kinn, sein breites Grinsen, seine unverblümte Art und seine Liebe zur Musik, zu Frauen und dem Lifestyle des Rock'n'Roll. 1980 löste sich die Band auf, kam jedoch vierzehn Jahre später wieder zusammen. Frey war später auch als Solomusiker erfolgreich. Zu seinen Hits zählten "The Heat Is On" und "Smuggler's Blues". Zahlreiche Musiker verschiedener Generationen wie Carole King, Huey Lewis, Sheryl Crow, Meat Loaf, Paul Stanley (Kiss), Ryan Adams und die Boygruppe One Direction drückten in den sozialen Medien Trauer und Bewunderung für Frey aus.

Spike Lee will Oscars boykottieren

Kein einziger afroamerikanischer Schauspieler für Oscar-Auszeichnung nominiert

Aus Protest gegen die Nicht-Nominierung schwarzer Schauspieler für die Oscars wollen die afroamerikanischen Hollywood-Größen Spike Lee (58) und Jada Pinkett Smith (44) die Zeremonie boykottieren. "Um Anerkennung zu betteln oder auch nur darum zu bitten mindert Würde und Macht", sagte die Schauspielerin und Ehefrau des zweifach Oscar-nominierten Kollegen Will Smith (47) am Montag in einem Facebook-Video. Will Smith ging in diesem Jahr wie alle anderen afroamerikanischen Schauspieler bei den Nominierungen leer aus. Der Regisseur Lee, dem im vergangenen Jahr ein Ehren-Oscar verliehen worden war, schrieb bei Instagram: "Wie ist es möglich, dass zum zweiten Jahr in Folge alle 20 Anwärter in der Schauspielkategorie weiß sind?" Das wahre Problem sei jedoch nicht beim Filmpreis zu suchen, sondern in den Büros der Hollywood-Studios. Dort werde entschieden, welche Filme gemacht würden. Die afroamerikanische Präsidentin der Oscar-Akademie, Cheryl Boone Isaacs, äußerte sich am Montag in einer Mitteilung betrübt über die fehlende Vielfalt bei den Nominierten. Sie sei untröstlich und frustriert, schrieb sie. Die rund 6000 Mitglieder der Akademie entscheiden über Oscar-Nominierungen und -Gewinner. Die Oscars werden in diesem Jahr von dem schwarzen Comedian Chris Rock (49) präsentiert.

Kein generelles Fotografie-Verbot in Kunstmuseen

Zeitgenössische Kunst ist jedoch meist urheberrechtlich geschützt

Auch wenn der eigene Eindruck täuschen mag: Das Fotografieren ist in den meisten Kunstmuseen erlaubt. Jedes Museum bestimme die Regeln selbst, sagt die Geschäftsführerin des Deutschen Museumsbunds, Anja Schaluschke. Bei Sonderausstellungen oder zeitgenössischen Kunstwerken gebe es jedoch ein Mitspracherecht der Künstler oder ihrer Nachlässe, wie Sprecher mehrerer deutscher Museen auf dpa-Anfrage erläuterten. Hintergrund ist, dass das Urheberrecht erst 70 Jahre nach dem Tod eines Künstlers erlischt. Zwar dürften Museumsbesucher die Ausstellungsgegenstände für private Zwecke fotografieren, aber nicht sorglos im Internet verbreiten. In vielen Häusern sind in den Räumen der Dauerausstellung private Fotos erlaubt, so etwa in den Staatlichen Museen zu Berlin oder im Kunstmuseum Stuttgart. "Was die Leute mit den Aufnahmen machen, hätten wir sowieso nicht in der Hand und könnten dies nicht kontrollieren", sagt eine Stuttgarter Museums-Sprecherin.

Französischer Schriftsteller Michel Tournier gestorben

Renommierter Autor starb mit 91 Jahren in Choisel bei Paris

Michel Tournier gehörte zu den bedeutendsten Autoren Frankreichs in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. 1970 erhielt er für seinen Roman "Der Erlkönig" den begehrten Prix Goncourt. Die Geschichte, die in einer NS-Eliteschule in Ostpreußen spielt, wurde 1996 unter dem Titel "Der Unhold" von Volker Schlöndorff verfilmt. In seinen Romanen verwendete Tournier Mythen und Märchen, die er mit Ironie in Geschichten unserer Zeit verwandelte. Seine Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Frankreichs Premierminister Manuel Valls würdigte Tournier als einen herausragenden Erzähler. Sein Werk werde weiterleben, schrieb Valls auf Twitter.

Untersuchungsausschuss Staatsoper zur Kostenexplosion

Der Schlussbericht soll im Juni vorgelegt werden

Der Untersuchungsausschuss zur Kostenexplosion bei der Berliner Staatsoper will im April seine Beweisaufnahme beenden. Der Abschlussbericht soll am 9. Juni im Plenum vorgelegt werden. Das teilte Ausschusschef Wolfgang Brauer heute mit. Danach haben sich die Ausschussmitglieder im Abgeordnetenhaus darauf verständigt, am 15. April die letzten Zeugen zu vernehmen. Anschließend soll der Abschlussbericht formuliert und zunächst intern beraten werden. Der Ausschuss versucht seit dem vergangenen Mai zu klären, wer an der Kostenexplosion bei der Sanierung des renommierten Opernhauses schuld ist. Statt der ursprünglich rund 240 Millionen sind inzwischen 400 Millionen Euro für das Projekt veranschlagt. Die Wiedereröffnung des Hauses Unter den Linden hat sich um mehrere Jahre auf Herbst 2017 verschoben.

Facebook gründet "Initiative für Zivilcourage Online"

Damit soll auch entschiedener gegen Hass-Botschaften im Netz vorgegangen werden

Facebook hat zusammen mit Menschenrechtsorganisationen und Forschungseinrichtungen die europäische "Initiative für Zivicourage Online" ins Leben gerufen. Die Aktion hat sich zum Ziel gesetzt, Extremismus und Hassrede im Internet zu bekämpfen. Die Initiative kann Nichtregierungsorganisationen fördern, die sich im Kampf gegen Online-Extremismus in Europa engagieren. Das Fördervolumen von mehr als einer Million Euro besteht zur Hälfte aus freien finanziellen Mitteln und zur anderen Hälfte aus der Unterstützung von Marketing-Aktivitäten auf Facebook. An der Gründung der Initiative beteiligen sich neben Facebook die Amadeu Antonio Stiftung, die sich in Deutschland einen Namen im Kampf gegen Rassismus gemacht hat, das International Centre for the Study of Radicalisation and Political Violence (ICSR) sowie das Institute for Strategic Dialogue (ISD). ICSR und ISD sind Einrichtungen, die sich wissenschaftlich und beratend mit den Themen Radikalisierung und politischer Gewalt auseinandersetzen. Zuvor hatte Facebook angekündigt, gegen Hasskommentare künftig auch von Deutschland aus aktiv zu werden. Der bisherige, recht schleppende Umgang von Facebook damit war wiederholt in die Kritik geraten.

Eine Million für freie Theater in Brandenburg

Der Kulturtourismus profitiert von den attraktiven kulturellen Angeboten

Die Landesregierung fördert die freien Theater in Brandenburg in diesem Jahr mit insgesamt einer Million Euro. Neben den Mitteln aus dem allgemeinen Fördertopf in Höhe von unverändert 850 000 Euro für insgesamt 15 Theater, erhalte das Kinder- und Jugendtheater "piccolo" in Cottbus 150 000 Euro, sagte der Sprecher des Kulturministeriums, Stephan Breiding. "Dieses Theater hat mit seinem großen Angebot für Kinder und Jugendliche eine Strahlkraft für ganz Brandenburg", so Breiding. Daneben erhalten fünf Ensembles und zehn freie Theater für einzelne Projekte Geld vom Land. Mehr als 32 professionelle freie Theater seien in Brandenburg aktiv, sagte Kulturministerin Sabine Kunst . "Die positive Entwicklung des Kulturtourismus in den vergangenen Jahren verdanken wir in hohem Maße den attraktiven kulturellen Angeboten in Brandenburg." Daran hätten die freien Theater einen großen Anteil.

Gedenktafel für David Bowie in Berlin geplant

Eine Petition fordert zudem eine 'David-Bowie-Strasse'

Am früheren Wohnhaus von David Bowie in Berlin soll eine Gedenktafel an den britischen Starmusiker erinnern. Kulturstaatssekretär Tim Renner sagte heute im zuständigen Ausschuss des Abgeordnetenhauses, üblicherweise werde über solche Tafeln erst fünf Jahre nach dem Tod befunden, um nicht "im Überschwang der Verlustes" zu entscheiden. Er sei aber zuversichtlich, dass der zuständige Historische Beirat bei seiner Sitzung am 16. März im Fall Bowie eine frühere Ehrung empfehlen werde. Auch der Bezirk Schöneberg denkt über eine Erinnerungstafel nach. Zudem fordert eine Online-Petition die Umbenennung der Schöneberger Hauptstraße in David-Bowie-Straße. Dort wohnte der Musiker in den 70er Jahren im Haus Nr. 155. Mehr als 11 000 Fans haben das Anliegen bereits unterschrieben. Bowie war am 10. Januar mit 69 Jahren gestorben.

Thomas Köck erhält Kleist-Förderpreis 2016

Der Autor stammt aus Österreich

Der aus Österreich stammende Autor Thomas Köck erhält den Kleist-Förderpreis für junge Dramatikerinnen und Dramatiker 2016. Das teilte die Jury heute in Frankfurt (Oder) mit. Der 29-Jährige werde für sein Stück "paradies fluten" geehrt, das maßlos in seiner Themenvielfalt und Bilderflut sei, hieß es in der Begründung. Der Preis ist benannt nach dem in Frankfurt (Oder) geborenen Dichter Heinrich von Kleist. Er wurde zum 21. Mal vergeben, ist mit 7500 Euro dotiert und garantiert die Uraufführung des Werkes. Das Stück wird vom Staatstheater Mainz produziert und hat bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen Anfang Juni Premiere.

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