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Kulturnachrichten

Samstag, 23. Januar 2016

Kermani für Einsatz von Bodentruppen in Syrien

Schriftsteller fordert mehr deutsches Engagement gegen IS

Der Schriftsteller und Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels, Navid Kermani, hat sich für einen Einsatz internationaler Bodentruppen in Syrien ausgesprochen. Allein mit Luftangriffen sei die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) nicht zu besiegen, sagte Kermani dem Magazin "Spiegel". Es sei falsch so zu tun, als habe der Krieg in Syrien "nichts mit uns zu tun". Als Voraussetzung für einen Einsatz von Bodentruppen nannte Kermani allerdings eine Verständigung der internationalen Gemeinschaft auf eine Friedensperspektive für Syrien und ein Mandat der Vereinten Nationen. Dann jedoch wüsste er auch keinen Grund, "warum Deutschland sich dann raushalten könnte".

Sonja Kehler gestorben

Die Sängerin und Schauspielerin starb im Alter von 82 Jahren

Die Brecht-Interpretin Sonja Kehler ist tot. Wie erst jetzt bekannt wurde, starb sie, laut Informationen aus dem Kreise der Familie, bereits am 18. Januar. Nach ihrem Schauspielstudium an der Theaterhochschule Leipzig spielte Kehler zunächst einige Jahre erfolgreich an verschiedenen DDR-Bühnen. Als Eliza Doolittle in My Fair Lady und Seeräuber-Jenny in der Dreigroschenoper gab sie erste Kostproben ihres auch musikalischen Talents. Bereits zu dieser Zeit nannte man sie die "singende Schauspielerin". 1967 nahm sie an dem 1. Chanson-Wettbewerb der DDR teil und erhielt den Sonderpreis des Rundfunks. 1971 in Berlin stand Kehler schließlich mit ihrem ersten Brecht-Programm auf der Bühne, das von Publikum wie Kritik gut aufgenommen wurde. Bald auch von der internationalen Kritik als eine der erfolgreichsten und wichtigsten Interpretinnen deutscher Sprache beachtet, erschienen ihre Schallplatten in der DDR ebenso wie in Westdeutschland und im Ausland. Nach der Wende arbeitete Kehler auch als Regisseurin, trat aber weiterhin mit literarischen Programmen auf.

Macel zur Kuratorin der Venedig-Biennale berufen

Christine Macel kuratierte schon verschiedene nationale Pavillons in Venedig

Die Französin Christine Macel wird Kuratorin der 57. Biennale 2017 in Venedig. Das teilte der Präsident der internationalen Kunstausstellung, Paolo Baratta, mit. Macel ist seit dem Jahr 2000 Chefkuratorin des Pariser Centre Pompidou. Darüber hinaus war sie bereits Kuratorin des französischen Pavillons auf der Biennale 2013 und des belgischen 2007. Die 57. Biennale läuft vom 13. Mai bis 26. November 2017. Die letzte Biennale 2015, die vom Nigerianer Okwui Enwezor kuratiert worden war, lockte die Rekordzahl von mehr als einer halben Million Besuchern in die Lagunenstadt. Sie schloss im November.

Oscar-Akademie kündigt "historische" Maßnahmen an

Reaktion auf die jüngste Kritik, dass Minderheiten übergangen werden

Nach heftiger Kritik an der Oscar-Akademie über die einseitige Auswahl der diesjährigen Oscar-Anwärter zieht der Filmverband Konsequenzen. Durch neue Mitgliedsregeln und eine Erweiterung des Vorstands soll mehr Vielfalt geschaffen werden. Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences kündigte "historische" Maßnahmen an, um mehr Frauen und Minderheiten in die über 6000 Mitglieder starke Organisation aufzunehmen. Zum zweiten Mal in Folge hatten die Wähler der Film-Akademie Afroamerikaner in den vier Schauspielkategorien für den wichtigsten Filmpreis der Welt völlig übersehen. Stars wie Spike Lee und das Schauspielehepaar Will und Jada Pinkett Smith kündigten in den letzten Tagen an, der Oscar-Gala am 28. Februar aus Protest fernzubleiben. Zahlreiche Filmschaffende, darunter die Oscar-Preisträger George Clooney und Lupita Nyong'o, forderten Veränderungen in der Akademie. Andere riefen zu einem Boykott der Show auf. Laut Mitteilung stimmte der Vorstand der Akademie nun für neue Regeln, mit dem Ziel, die Zahl von Frauen und Minderheiten bis zum Jahr 2020 zu verdoppeln. Das bisherige lebenslange Stimmrecht soll auf zehn Jahre beschränkt werden. Eine Verlängerung ist nur dann möglich, wenn das Mitglied weiter aktiv im Filmgeschäft tätig ist. Bei der jährlichen Berufung neuer Mitglieder soll aus einem vielfältigeren Pool mit Augenmerk auf Minderheiten geschöpft werden. Zudem soll der 51-köpfige Vorstand um drei neue Posten erweitert werden. Dem Fachblatt "Hollywood Reporter" zufolge gehören derzeit nur 17 Frauen dem Vorstand an, die Akademie-Vorsitzende Cheryl Boone Isaacs sei die einzige Afroamerikanerin.

Lübecker Literaturtreffen endet ohne politische Statements

Grass' Geist sei noch präsent gewesen, sagten Teilnehmer

Ohne politische Statements ist das erste Lübecker Literaturtreffen ohne Günter Grass zu Ende gegangen. Angesichts der aktuellen Weltlage reiche eine einzige Deklaration vermutlich nicht aus, deshalb habe man sich lieber auf die Arbeit konzentriert, sagte der Schriftsteller Tilman Spengler. Ihm hatte Grass wenige Wochen vor seinem Tod im April 2015 den Vorsitz des jährlichen Treffens ans Herz gelegt. Neben Spengler nahmen in diesem Jahr Nora Bossong, Lena Gorelik, Karen Köhler, Dagmar Leupold, Eva Menasse, Christiane Neudecker, Norbert Niemann und Fridolin Schley teil. Die ebenfalls eingeladenen Benjamin Lebert und Feridun Zaimoglu hatten kurzfristig abgesagt.Der Geist des Literaturnobelpreisträgers sei noch sehr präsent gewesen, erklärten die Teilnehmer. Zum Abschluss des Treffens ist am Abend eine öffentliche Lesung im Lübecker Theater geplant.

Max-Ophüls-Preise werden verliehen

Die Preise sind mit insgesamt 110 000 Euro dotiert

Beim 37. Max-Ophüls-Filmfestival werden heute ab 19 Uhr 30 in Saarbrücken die Preise verliehen. Um den mit 36 000 Euro dotierten Hauptpreis konkurrieren 16 Spielfilme deutschsprachiger Nachwuchsregisseure. Zudem werden 14 weitere Auszeichnungen an Filmemacher und Schauspieler vergeben. Die traditionelle Filmwoche in Saarbrücken gilt als eines der wichtigsten Festivals für den deutschsprachigen Filmnachwuchs. Im Wettbewerb standen 55 Spiel-, Dokumentar- sowie Kurz- und mittellange Filme. Die Preise sind mit insgesamt 110 000 Euro dotiert. Das Filmfestival geht am Sonntag zu Ende.

Steinschlag: Pompeji-Eingang vorübergehend geschlossen

Zugang über andere Eingänge ist aber weiterhin möglich

Nach dem Abbröckeln eines größeren Steins ist einer der Eingänge zur historischen Ausgrabungsstätte Pompeji vorübergehend geschlossen worden. Der Zugang über die Porta Marina sei derzeit nicht möglich, teilten die Behörden mit. Von einer Säule im Eingangsportal eines benachbarten Hauses war ein größeres Stück Stein abgebrochen. Die bei Touristen äußerst beliebte Unesco-Weltkulturerbestätte Pompeji ist vom Verfall bedroht, immer wieder stürzen Mauern oder sogar ganze Gebäude ein. Nach dem neuerlichen Vorfall wurde der betroffene Bereich weiträumig abgesperrt. Es solle zunächst die Stabilität der Säule überprüft werden, erklärten die Behörden. Besucher können die historische Stadt im Golf von Neapel weiterhin über die anderen Eingänge betreten, allerdings sind auch andere Bereiche von der Sperrung betroffen, so etwa das berühmte Haus des Romulus und Remus.

Hollande eröffnet erweitertes Unterlinden-Museum

Die Erweiterungs- und Umbauarbeiten kosteten mehr als 35 Millionen Euro

Der französische Staatspräsident François Hollande hat das erweiterte Unterlinden-Museum in Colmar offiziell eröffnet. In einer feierlichen Zeremonie würdigte der Präsident am Samstag den berühmten Isenheimer Altar von Matthias Grünewald als "Teil des Kulturerbes der Menschheit". Hollande betonte sein Engagement, die Mittel des Kulturministeriums zu erhöhen, und sprach von etwa 65 Millionen Besuchern, die jedes Jahr die Museen des Landes besuchen. In der mittelalterlichen Abteilung des Unterlinden-Museums sind Werke von Künstlern wie Martin Schongauer, Lucas Cranach d.Ä. und Hans Holbein d.Ä. ausgestellt, die zum deutschen Kulturerbe zählen. Die Erweiterungs- und Umbauarbeiten durch die Schweizer Architekten Herzog & de Meuron kosteten mehr als 35 Millionen Euro. Die Ausstellungsfläche wurde fast verdoppelt. So wurde Raum geschaffen für die Kunst des 19. und des 20. Jahrhunderts bis in die Moderne, die bisher aus Platzmangel nicht gezeigt wurde.

Kulturhauptstadt San Sebastián feiert Eröffnungsvolksfest

Unter dem Motto "Brücke des Miteinanders"

In San Sebastián hat der Höhepunkt des Eröffnungsprogramms der Kulturhauptstadt Europas 2016 begonnen. Bewohner und Besucher der nordspanischen Küstenstadt wurden mit einem Trommlerumzug zur Teilnahme an einem Volksfest auf der traditionsreichen Brücke María Cristina aufgerufen. Das Hauptevent stand unter dem Motto "Brücke des Miteinanders". Der künstlerische Leiter der Show, Hansel Cereza, ein Mitgründer der weltbekannten Theatergruppe "La Fura dels Baus", hatte "eine einmalige, unvergessliche Veranstaltung" mit Teilnahme von rund Tausend Künstlern angekündigt. "Der große Star des Abends wird aber der Bürger sein", betonte der 58-Jährige. Das Eröffnungsprogramm hatte in der baskischen Provinzhauptstadt schon am Mittwoch, dem Tag des heiligen Sebastians, des Namensgebers der Stadt, begonnen. San Sebastián trägt den Titel Europäische Kulturhauptstadt in diesem Jahr zusammen mit Breslau (Wroclaw) in Polen. Die Stadt in Niederschlesien hatte ihr Programm bereits am vorigen Sonntag offiziell eröffnet.

Theaterneubau in Berlin geplant

Ein Theaterpavillon mit Zuschauerraum im Untergeschoss soll entstehen

Die traditionsreichen Kudamm-Bühnen sollen nach einem Vorschlag des Immobilieninvestors in ein neues Theater einziehen. Die Cells Bauwelt GmbH teilte mit, sie plane bei der Neugestaltung des Kudamm-Karrees einen neuen Theaterpavillon mit einem Zuschauerraum im Untergeschoss. Dem Theater am Kurfürstendamm werde angeboten, dort einzuziehen. Theaterchef Martin Woelffer sagte, für sein Haus sei vor allem eine bezahlbare Miete und die Garantie zu einer langfristigen Nutzung wichtig. Auch für die Übergangszeit bis 2019 müsse es eine tragbare Regelung geben. Der Investor hat gegen die beiden bisher im Erdgeschoss untergebrachten Bühnen - Theater und Komödie - eine Räumungsklage eingereicht. Eine gerichtliche Entscheidung dazu steht aber noch aus. Um das Areal wird seit langem gerungen. Cells Bauwelt will aus dem verwinkelten und in die Jahre gekommenen Kudamm-Karree bis 2019 nun einen öffentlicher Raum mit Einzelhandel, Kindergarten, Restaurants, Hotel und Parkhaus machen.

Cusanuswerk vergibt drei neue Meistermann-Stipendien

Stipendiaten erhalten je 38.000 Euro

Am Beginn seines Jubiläumsjahrs zum 60. Geburtstag hat das Cusanuswerk drei junge Künstler mit dem Georg-Meistermann-Stipendium ausgezeichnet. Romina Abate (33), Marco Di Carlo (35) und Enric Fort Ballester (28) erhielten das mit je 38.000 Euro dotierte Graduierten-Stipendium, das zu den höchstdotierten für junge Künstler in Deutschland gehört. Die Stipendiaten erhalten neben der monatlichen Förderung über zwei Jahre ein Budget für eine Einzelausstellung mit Katalog. Mit seinem Förderprogramm will das Cusanuswerk Studierenden der Bildenden Künste vor allem eine zweijährige Phase konzentrierter künstlerischer Arbeit nach dem Hochschulabschluss garantieren. Das Stipendium ist nach dem Künstler Georg Meistermann (1911-1990) benannt, der vor allem durch seine Glasmalerei in mehr als 70 Kirchen in ganz Europa bekannt wurde.

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