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Katholischer Jugendverband: Kirche muss Arbeitsrecht überprüfen

Dirk Tänzler: Geschiedene und Homosexuelle dürfen im Arbeitsleben nicht diskriminiert werden

Bischofskreuz
Bischofskreuz (dapd)

Der Vorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend, Dirk Tänzler, hat die katholische Kirche aufgefordert, unterschiedliche Lebensentwürfe zu akzeptieren und nicht zu bewerten.

Geschiedene und wiederverheiratete Menschen oder homosexuelle Lebensgemeinschaften müssten die gleichen Rechte in der Kirche haben wie andere Katholiken auch, forderte Tänzler anlässlich der zweiten Jahrestreffens des Dialogprozesses in der katholischen Kirche. "Ich möchte diese Menschen auch annehmen und in unserer Kirche willkommen heißen", sagte Tänzler.

Die Kirche müsse auf neue Milieus zugehen und auch das Arbeitsrecht daraufhin überprüfen. Derzeit könnten Geschiedene oder Menschen, die in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft leben, offiziell in der katholischen Kirche keinen Job bekommen.

Tänzler betonte, dass in den katholischen Jugendverbänden Demokratie "von unten" praktiziert werde. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene könnten mitentscheiden. Leiter und Leiterinnen würden gewählt, Männer und Frauen seien gleichberechtigt, und es gebe keine Hierarchie zwischen Laien und Klerikern: "Das wollen wir zeigen, dass das auch innerhalb der katholischen Kirche durchaus ein Modell sein kann, wie man Kirche auch leben kann."

Von dem derzeitigen Treffen habe er den Eindruck, dass dort ein Geist der Veränderung wehe, resümierte Tänzler.

Das vollständige Interview mit Dirk Tänzler können Sie bis mindestens zum 15.2. 2013 in unserem Audio-on-demand-Angebot nachhören.

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