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Filme der Woche / Archiv | Beitrag vom 11.11.2009

"Kapitalismus - eine Liebesgeschichte"

Jörg Taszman über einen aufrüttelnden Film, der wütend macht

Regisseur Michael Moore spiegelt in seinem neuen Dokumentarfilm eine Gesellschaft, die sich zunehmend entsolidarisiert. Dabei lamentiert er nicht nur, sondern zeigt auch, wie man sich erfolgreich wehren kann.

USA 2009, Regie: Michael Moore, Darsteller: (Mitwirkende) Michael Moore, William Black, Wallace Shawn, Jimmy Carter, ab 6 Jahren, 127 Minuten

Auch wenn das "Michael-Moore-bashing" (fertig machen) "in" ist, vor allem bei deutschen Journalisten, die um Gottes willen nicht als politisch "links" eingestuft werden wollen und sich krampfhaft um Objektivität bemühen, ist dieser sehr parteiische und leidenschaftliche Film des schwergewichtigen Amerikaners großes und wichtiges Politkino.

Moore legt den Finger auf die Wunden, prangert den (amerikanischen) Kapitalismus dort an, wo er widerwärtig und pervers wird. So beispielsweise ist es in den USA großen Firmen wie "Wal Mart" möglich, Lebensversicherungen auf Angestellte (ohne deren Wissen) abzuschließen und dann als Ex-Arbeitgeber vom tragischen Tod der Arbeiter in Millionenhöhe zu profitieren, während die Angehörigen kaum wissen, wie sie die Beerdigungskosten tragen sollen. Moore findet aber auch andere Beispiele einer Gesellschaft, die sich zunehmend entsolidarisiert. Dabei lamentiert er nicht nur, sondern zeigt auch, wie man sich erfolgreich wehren kann. Kapitalismus als reine Gier und Sucht nach Profit ist unmoralisch und unmenschlich. Genau darum und nur darum geht es Michael Moore.

Ein Film, der aufrüttelt und wütend macht. Ein Muss für Alle, besonders lehrreich für Politiker, Lehrer und Schüler.

Filmhomepage: "Kapitalismus - eine Liebesgeschichte"

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