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Religionen / Archiv | Beitrag vom 24.05.2008

Jugendliche auf dem Katholikentag

Von Ita Niehaus

Katholikentag
Katholikentag (AP)

Es sollte ein "junger" Katholikentag werden, so hatte es der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode, der zugleich Jugendbischof ist, angekündigt. Wer sich in den vergangenen Tagen in der Osnabrücker Innenstadt und auf den Veranstaltungen des Katholikentags umsah, der konnte klar feststellen: Ja, der 97.deutsche Katholikentag ist ein junger Katholikentag.

Anna Kuliberda: "Ich wurde echt magisch angezogen. Man musste ihn anfassen. Es ist richtig ein Bedürfnis, es auszuprobieren und den Nagel rauszuziehen."



Katharina Felsner: "Ich fand auch die Kombination faszinierend, dass jemand das alles in einem vereinen konnte, also sowohl Wasser als auch Blut als auch Nägel. So habe ich den Kreuzigungsgedanken noch nie dargestellt gesehen, so einfach, so schlicht und wirkungsvoll."



Anna Kuliberda aus Bitterfeld und Katharina Felsner aus Magdeburg in der Osnabrücker Herz Jesu Kirche. – Während des Katholikentags ist sie die Jugendkirche Aqua. Sie stehen vor einer großen Installation aus Eis, Stahl und Licht. "Wasser und Blut" ist der Titel der Skulptur von Rupert König.



Bruno Krenzel: "Der Corpus Christi ist als riesiger Eisblock, also Wasser und rote Farbe als Blut symbolisiert, mit vielen vielen Stahlnägeln eingefroren ist. Das ist also ein ganz starkes Zeichen."



Bruno Krenzel, Leiter des Bischöflichen Jugendamtes, hat mitgearbeitet am Konzept des Jugendprogramms des Katholikentages. Das Ziel: das Motto des Katholikentages auch für Jugendliche erlebbar zu machen: "Du führst uns hinaus ins Weite."



Krenzel: "Wir würden gerne, dass Jugendliche sich hier so äußern, dass wir von Ihnen lernen, was Weite ist. Wir haben nix dagegen, wenn Jugendliche neugierig werden und sagen, okay wir lassen uns auch mal von deren Angebote ansprechen, wo wir weitermachen wollen."



Vincent Benter: "Ich suche Arbeit, nehme jede Arbeit, die es gibt!"



Die Jugendlichen auf dem 97. Deutschen Katholikentag interessieren sich nicht nur für Glaubensfragen. Sie haben ganz drängende Probleme wie drohende Arbeitslosigkeit. Es gehört schon Mut und Überwindung dazu, sich, wie der 19-jährige Schüler Vincent Benter, auf eine Leiter zu stellen und laut vor großem Publikum, auszurufen "Ich suche Arbeit!"



Sich zu Zukunftsängsten zu bekennen ist auch ein Weg, in die Weite zu gehen.

Haben Sie schon einmal einen Hartz IV Antrag ausgefüllt? Vincent hat es versucht - am Stand der Christlichen Arbeiterjugend.



Benter: "Planlos und hilflos,orientierungslos – ein Scheißgefühl."



Gemeinsam singen, Streetsoccer spielen, Improtheater probieren – auch das gehört zum Angebot für Jugendliche auf dem Katholikentag.



Umfrage unter Jugendlichen:

"Ich finde es unheimlich spannend, dass man immer wieder mit unterschiedlichen Leute ins Gespräch kommt. Man entdeckt Gemeinsamkeiten und letztendlich verbindet ja alle ein Glaube und das ist noch einmal eine ganz eigene Stimmung, die einen hier trägt – das finde ich schön. Man kann sich hier kreativ ausleben und zu ganz vielen Fragestellungen mit ganz vielen Leuten was machen . Es ist sehr spannend, hier Gemeinschaft und Kirche zu erleben."



Also – heile jugendliche Welt auf dem Katholikentag? Keine Forderungen nach Veränderungen an der Amtskirche? Doch.



Umfrage unter Jugendlichen:

"Liberaler werden, Zölibat abschaffen, Frauen-Gleichberechtigung einführen, sich öffnen.

Eigentlich nie stehen bleiben. Die Kirche muss immer so unterschiedlich sein wie die Gläubigen und die Menschen die dahin kommen."