Seit 15:30 Uhr Tonart
 
Mittwoch, 25. Mai 2016MESZ16:58 Uhr

Interview / Archiv | Beitrag vom 24.02.2009

Journalisten-Verband: Ein "unglaublicher Vorgang"

Konken rügt parteipolitische Einmischung beim ZDF

Nikolaus Brender (AP)
Nikolaus Brender (AP)

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat die Diskussion um die Vertragsverlängerung des ZDF-Chefredakteurs Nikolaus Brender kritisiert. Es sei ein Versuch der Politik, die freie Presse zu unterlaufen und für parteipolitische Zwecke zu missbrauchen, sagte der DJV-Vorsitzende Michael Konken.

Er könne sich nicht erinnern, dass es in den vergangenen Jahren einen vergleichbaren Vorgang gegeben hätte, bei dem sich die Politik so massiv in die Besetzung eines Chefredakteurspostens eingemischt habe, sagte das Mitglied im ZDF-Fernsehrat.

Konken bescheinigte Brender, dass er politisch immer unabhängig berichtet habe. Gerade der ZDF-Chefredakteur sei jemand, der sich seiner Verantwortung als Journalist bewusst sei und die Unabhängigkeit und Objektivität der Berichterstattung zu seiner Maxime mache.

"Das ist ja gerade das Problematische, dieser unglaubliche Vorgang, dass hier wirklich massiv Druck gemacht wird in einer Demokratie. Denn wir wissen ja gerade, dass der Journalismus ein wichtiger Pfeiler ist in einer Demokratie, um unabhängig zu berichten", sagte Konken. "Man möchte natürlich Journalisten haben, die einem nach dem Munde schreiben, die dann vielleicht auch für Wahlzwecke dienlich sind." Aber genau dies dürfe bei öffentlich-rechtlichen und anderen Medien nicht der Fall sein. Deutschland sei von einer inneren Rundfunkfreiheit sehr weit entfernt, sagte der Gewerkschaftsvertreter. "Da ist die Lobbyarbeit der Politik zu stark, das will man einfach nicht."

Das Gespräch mit Michael Konken können sie bis zum 24. Juli 2009 in unserem Audio-on-Demand-Angebot nachhören. MP3-Audio

Interview

VenezuelaIn den Supermärkten fehlt es an allem
Sie sehen eine Frau, die einen Fisch putzt, rechts und links stehen Kinder. (AFP / Juan Barreto)

Der Leiter des Büros der Friedrich Ebert Stiftung (FES) in Caracas, Benjamin Reichenbach, sieht Venezuela nah am Staatsbankrott. Es komme zu Protesten und Plünderungen, weil es an Lebensmitteln fehle und das Land aus der Wirtschaftskrise nicht herauskomme. Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

fghjghj