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Filme der Woche / Archiv | Beitrag vom 01.04.2009

"John Rabe"

Jörg Taszman über ein Lebensretter-Opus

Der Film setzt einem deutschen Kaufmann ein Denkmal. John Rabe wurde 1937 in der damaligen chinesischen Hauptstadt Nanking von der japanischen Besetzung der Stadt überrascht. Mutig rettete er über 200.000 Chinesen das Leben. Ulrich Tukur spielt die Hauptrolle in dieser mit Pathos inszenierten Geschichte.

Deutschland 2007, Regie: Florian Gallenberger, Hauptdarsteller: Ulrich Tukur, Dagmar Manzel, Steve Buscemi, ab zwölf Jahren

Er war der gute Mensch von Nanking, John Rabe ein lange in China lebender Industrieller, der die dortigen Siemens-Werke leitete, als Nationalkonservativer und Deutscher Mitglied der NSDAP wurde und über sich hinauswuchs, als die Japaner Nanking eroberten und ein grausames Gemetzel unter der Zivilbevölkerung anrichteten.

Zusammen mit anderen engagierten Ausländern trotzte Rabe den Japanern eine internationale Schutzzone ab und rettete so über 200.000 Chinesen das Leben. Florian Gallenberger inszeniert diese außergewöhnliche Geschichte als großes Hollywood-Opus, scheut sich nicht vor großen Gefühlen, die gelegentlich die Kitschgrenze überschreiten. Verlassen kann er sich dabei auf einen großartigen Ulrich Tukur.

Bei aller berechtigten Kritik an gewissen Massenszenen und dramaturgischen Vereinfachungen, bleibt "John Rabe" dennoch ein sehenswerter Film, der an einen aufrechten Mann mit viel Zivilcourage erinnert und eine Geschichte erzählt, die es wert ist, als großes Epos auf die Leinwand zu kommen. Und warum sollte nicht auch ein Deutscher Regisseur mit den Mitteln des Hollywoodkinos arbeiten, an ein dunkles Geschichtskapitel erinnern und einen Mann in den Mittelpunkt stellen, der zu Unrecht in Vergessenheit geriet?

Filmhomepage "John Rabe"

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