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Interview / Archiv | Beitrag vom 18.01.2016

Jens Hilgenberg zum FeinstaubalarmUmweltexperte hält freiwilligen Autoverzicht in Stuttgart für sinnlos

Jens Hilgenberg im Gespräch mit Anke Schaefer und Christopher Ricke

Eine digitale Anzeige weist Autofahrer an einer Straße in Stuttgart auf den Feinstaubalarm hin. (dpa / Bernd Weißbrod)
In Stuttgart gilt heute erstmals Feinstaubalarm: Viele Autofahrer sind dennoch unterwegs (dpa / Bernd Weißbrod)

In Stuttgart gilt seit heute Feinstaubalarm: Die Bürger sollen in den nächsten Tagen ihr Auto stehen lassen. Da die Teilnahme freiwillig ist, werde die Maßnahme aber nichts bringen, meint Jens Hilgenberg vom Bund für Umwelt und Naturschutz. Das habe man schon beim Ozon-Alarm gesehen.

Die derzeitige Feinstaubkonzentration in Stuttgart hält Jens Hilgenberg, Verkehrsreferent beim Bund für Umwelt und Naturschutz, für "sehr gefährlich". Vergleiche mit Peking, wo die Konzentration den nackten Zahlen nach zu urteilen um ein Vielfaches höher liegt, hält Hilgenberg nicht für zulässig. Denn der Feinstaub in China sei "sehr grob", während er in Deutschland "sehr fein" sei. Diese Mikropartikel gingen "tief in die Lungen" und schädigten diese, betonte der Experte im Deutschlandradio Kultur.

Nur Fahrverbote und schadstoffarme Autos helfen

"Freiwilligkeit funktioniert leider nicht", sagte Hilgenberg mit Blick nach Stuttgart, wo die Autofahrer ab heute ihr Fahrzeug stehen lassen sollen. Schon beim Ozon-Alarm oder der Einführung der Sicherheitsgurte habe man gesehen, dass nicht allzu viel passiere, solange man nur an die Freiwilligkeit appelliere. Auch die Deutsche Umwelthilfe spricht von einer "Placebo-Maßnahme" ohne Wirkung. Die Umweltverbände fordern deswegen Fahrverbote und die blaue Plakette für besonders schadstoffarme Autos.

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