Mittwoch, 22. Oktober 2014MESZ01:58 Uhr

Kulturpresseschau

weitere Beiträge

Fazit

Kunsthalle BremenViele Lücken in den Beweisketten
Die Aufnahme vom 20.08.2011 zeigt die Rückseite der Kunsthalle Bremen am Tag ihrer Wiedereröffnung mit beiden Anbauten. Damit vergrößerte sich die Nutzfläche um 3750 auf insgesamt 7820 Quadratmeter. Nach der zweijährigen Schließung präsentierte sich damit die Kunsthalle der Hansestadt deutlich erweitert und modernisiert.

Bundesweit lagert in den Museen noch von den Nazis geraubter Besitz. Denn wenn der Etat kaum für Museumsarbeit reicht, kommt auch die Provenienzforschung zu kurz. Die Kunsthalle zeigt erste Ergebnisse eines dreijährigen Projekts.Mehr

Brasiliens KulturszeneZerrissen wie nie
Blick auf die Stadt Rio de Janeiro und die Bucht, links ist die Christusstatue zu sehen 

Wenige Tage vor der Stichwahl um das Präsidentenamt streiten die Kulturschaffenden in Brasilien über die Frage, für wen sie ihr Kreuz machen sollen. Die Auseinandersetzung wird emotional geführt - und verursachte sogar das Aus einer Filmfirma.Mehr

FilmmusikKlänge für den Kampf gegen den Hai
Pierre Brice (l) als Apachen-Häuptling Winnetou und Lex Barker als sein Blutsbruder Old Shatterhand in einer Szene des Karl-May-Films "Im Tal des Todes". Lex Barker sitzt auf einem Pferd mit einem Gewehr in der Hand. Beide schauen in die Ferne.

Moderne Musik für einen Stummfilmklassiker: Bei den Filmmusiktagen Sachsen-Anhalt üben sich zum Beispiel junge Komponisten. Doch auch die renommierten Vertreter kommen in Halle auf ihre Kosten und es gibt eine Ehrung für den Komponisten der Winnetou-Musik.Mehr

weitere Beiträge

Fazit / Archiv | Beitrag vom 23.06.2011

"Je mehr Öffentlichkeit, umso besser"

Klaus Staeck sieht im Fall von Ai Weiwei einen positiven Effekt der internationalen Kritik

Klaus Staeck im Gespräch mit Jürgen Liebing

Klaus Staeck, seit 2006 Präsident der Akademie der Künste in Berlin
Klaus Staeck, seit 2006 Präsident der Akademie der Künste in Berlin (AP)

Der Präsident der Akademie der Künste in Berlin geht davon aus, dass die Freilassung des chinesischen Künstlers Ai Weiwei einem gewissen politischen Kalkül geschuldet ist. Aber auch der öffentliche Druck habe eine Rolle gespielt.

Klaus Staeck, der sich in vielen Interviews für Ai Weiwei und andere chinesische Dissidenten eingesetzt hat, ist der Meinung, dass die Freilassung Weiweis auch eine Folge der scharfen internationalen Kritik gewesen ist. Wie Staeck im Deutschlandradio Kultur sagte, habe die Akademie der Künste in dieser Frage eine sehr deutliche Position vertreten:

"Je mehr Öffentlichkeit, umso besser, denn das Schlimmste, was jemandem passieren kann in seiner Situation, ist, wenn er vergessen wird, und ich hoffe, dass diese Öffentlichkeit, die ja doch schon beeindruckend war von vielen, vielen Seiten her, dass die diese Freiheit jetzt auch mitbewirkt hat."

Der Akademie-Präsident zeigte sich davon überzeugt, dass Weiwei nach einer gewissen Pause schon bald wieder an die Öffentlichkeit treten werde:

"Er wird natürlich unter dem Eindruck der Haft erstmal selber eine Ruhepause einlegen, um nachzudenken, wie er sich weiter äußert, denn Ai Weiwei ist einer der bekanntesten Künstler, und Künstler finden doch, das hoffe ich jedenfalls, immer einen Weg, das Subversive ist auch der Kunst nun mal eigen, und ich denke, er wird einen Weg finden, um sich zu äußern."

Wie Staeck weiter sagte, hat bei der Freilassung Ai Weiweis auch die bevorstehende Europareise des chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao eine Rolle gespielt, denn die Inhaftierung des Künstlers wäre sonst immer wieder angesprochen worden:

"Unsere Politiker haben sich ja zum Teil auch ganz klar geäußert, zuletzt der Kulturstaatsminiter Bernd Neumann hier bei uns in der Akademie, während einer großen Veranstaltung. Also da wurden schon sehr klare Worte gesprochen in Richtung Meinungsfreiheit, und dass wir alle mit einem gewissen Unverständnis reagiert haben und empört waren, so, wie das damals gelaufen war, das war schon eine Provokation, und zwar eine deutliche."

Nach der Freilassung hofft Staeck, baldmöglichst mit Ai Weiwei Kontakt aufnehmen zu können, denn der Künstler war während seiner Haft Anfang Mai von den Mitgliedern der Akademie in die Sektion Bildende Kunst gewählt worden. Die Mitgliedschaft trete aber erst in Kraft, wenn der Gewählte auch zustimme. Dazu habe Ai Weiwei bisher keine Gelegenheit gehabt.

Das vollständige Gespräch können Sie mindestens bis zum 13.12.2011 als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Player nachhören.


Links auf dradio.de:

"Aktuell" vom 22.6.2011: Ai Weiwei ist frei - Chinesischer Künstler aus Haft entlassen
Chinesische Regierung will mit Freilassung Ai Weiweis "Gesicht wahren" - Tilman Spengler: Ausland sollte seinen Einfluss nicht überschätzen