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Studio 9 | Beitrag vom 12.10.2014

Jaron Lanier Internetpionier erhält Friedenspreis

Der US-Schriftsteller warnt in seiner Dankesrede vor der Macht der Internetkonzerne

Jaron Lanier bei der Preisverleihung in der Frankfurter Paulskirche. (DANIEL ROLAND / AFP)
Jaron Lanier bei der Preisverleihung in der Frankfurter Paulskirche. (DANIEL ROLAND / AFP)

Der deutsche Buchhandel ehrt einen Computer-Freak, der über digitale Auswüchse schimpft: Jaron Lanier. Der diesjährige Friedenspreisträger hat ein Computerspiel programmiert und drei Bücher geschrieben, die aktuelle Fragen der digitalen Gesellschaft behandeln.

Der Informatiker Jaron Lanier hat den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels in der Frankfurter Paulskirche entgegengenommen. Künstliche Intelligenz sollte nicht mehr sein als ein technisches Hilfsmittel, sagte er in seiner Dankesrede. Das Internet dürfe nicht zur einzigen Plattform der Kommunikation werden. Lanier betrachtete das World Wide Web anfangs als Heilsbringer für die Demokratie. "Wir dachten, wenn die Information im Netz frei fließt, haben alle Menschen Zugang dazu." 

Der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, sagte in seiner Laudatio, kaum jemand habe die Gefahren und Risiken der zunehmenden Digitalisierung grundsätzlicher benannt als Jaron Lanier. Er warnte davor, "Computer und Netzwerke über das Menschliche zu stellen, den Menschen also klein zu machen".

Internetpionier Lanier kritisiert etwa in seinem jüngsten Buch "Wem gehört die Zukunft?" das Geschäftsmodell von Internetunternehmen wie Facebook, die massenhaft persönliche Daten von Internetnutzern sammeln. In seiner Rede sagte Lanier, Internetnutzer würden sich "der billigen und beiläufigen Massenspionage und -manipulation" unterwerfen. 

Mit dem Friedenspreis ehrt der Deutsche Buchhandel seit 1950 Persönlichkeiten, die sich für Völkerverständigung und Menschlichkeit einsetzen. Der Preis gilt als eine der bedeutendsten Auszeichnungen Deutschlands. Zu den bekanntesten Preisträgern gehören Albert Schweitzer (1951), Hermann Hesse (1955) und Siegfried Lenz (1988).

oma/dpa

Mehr zum Thema:

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