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Filme der Woche / Archiv | Beitrag vom 30.11.2011

"Jane Eyre"

Prächtiges Kostümkino und packende Charakterstudie

Von Jörg Taszman

Der Filmregisseur Cary Fukunaga (picture alliance / dpa / Toni Albir)
Der Filmregisseur Cary Fukunaga (picture alliance / dpa / Toni Albir)

Waisenkinder, Gouvernanten und britische Herrenhäuser: Regisseur Cary Fukunaga verfilmt Charlotte Brontes Romanklassiker aus dem Jahr 1847. Mia Wasikowska spielt die Titelfigur als eine moderne Frau, die sich auflehnt und selbstbewusst versucht, ihren eigenen Weg zu gehen.

Eine junge Frau flieht aus einem herrschaftlichen Haus, gerät in ein Unwetter, fällt zu Boden, mag kaum noch aufstehen und klopft schließlich - völlig erschöpft - an die Tür eines jungen Pfarrers, der dort mit seinen Schwestern lebt. Schon der kraftvolle Auftakt dieses so gar nicht verstaubten Kostümfilms ist packend.

In einer langen Rückblende erfährt man dann mehr über diese von Mia Wasikowska (bekannt aus "Alice im Wunderland" und "The Kids are alright") eindringlich und sehr berührend verkörperte Jane Eyre: Eine Waise, die von einer lieblosen Tante als Kind in ein strenges Internat abgeschoben wurde und später eine Stelle als Gouvernante im Anwesen Thornfield Hall annimmt.

Dort erfährt sie durch die Haushälterin Mrs. Fairfax (Judi Dench) zum ersten Mal Anerkennung und fühlt sich zu dem launischen, unberechenbaren Schlossherrn Edward Rochester (Michael Fassbender) seltsam hingezogen. Und doch ist dies keine verklemmt-kitschige Verfilmung des 1847 erschienen Romans von Charlotte Brontë.

Regisseur Cary Joji Fukunaga der sich mit dem Flüchtlingsdrama "Sin Nombre" einen Namen machte, setzt nicht auf schmachtende Blicke, unerwiderte Gefühle und unglückliche Liebe. Mia Wasikowska spielt diese Jane Eyre eher als eine moderne Frau, die sich auflehnt und selbstbewusst versucht, ihren eigenen Weg zu gehen. Der irisch-deutsche Schauspieler Michael Fassbender beweist nach seiner Rolle als Carl Jung in "Eine dunkle Begierde" wieder einmal seine Vielseitigkeit, Subtilität und spielt einen innerlich zerrissenen Mann, der mal drohend und manipulativ, dann wieder ehrlich und fast sentimental um die Zuneigung, Liebe und Leidenschaft dieses einfachen Mädchens wirbt.

Und so ist "Jane Eyre" prächtiges Kostümkino und packende Charakterstudie zugleich. Und das alles mit einem großen Unterhaltungswert.

GB 2011, Regie: Cary Joji Fukunaga; Hauptdarsteller: Mia Wasikowska, Michael Fassbender, Judy Dench; Länge: 120 Minuten

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