Seit 10:07 Uhr Lesart
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 10:07 Uhr Lesart
 
 

Konzert / Archiv | Beitrag vom 21.03.2017

Jakub Hrůša beim ORF-SinfonieorchesterKölner Gaunerballett

Aufzeichnung aus dem Wiener Musikverein

(Prague Philharmonia/IMG Artists)
Der tschechische Dirigent Jakub Hrůša (Prague Philharmonia/IMG Artists)

Ein tschechisch-ungarisches Musikprogramm dirigierte Jakub Hrůša beim ORF-Radio-Symphonieorchester - im Mittelpunkt stand der Psalmus Hungaricus des vor 50 Jahren gestorbenen Zoltán Kodály. Außerdem gab es die Dichtung "V Tatrách" von Vítzěslav Novák, Antonín Dvořáks Othello-Ouvertüre und die Orchestersuite "Der wunderbare Mandarin" von Béla Bartók.

Vor gut zwei Jahren war Jakub Hrůša das erste Mal beim ORF-Radio Symphonieorchester Wien zu Gast. Es sei Liebe auf den ersten Blick gewesen, meinte hinterher das Orchester. Der tschechische Dirigent kommt gern wieder zum einzigen österreichischen Rundfunkorchester, obwohl er weltweit sehr gefragt ist. Inzwischen leitet er als Chefdirigent die Bamberger Symphoniker und als Gastdirigent viele Orchester in seiner Heimat wie im Rest Europas.

Nicht auf seine Rolle als Sachwalter der Musik Tschechiens reduzieren lassen will sich Jakub Hrůša, wenn er in Wien, Paris oder Berlin gastiert. Dieses Wiener Programm, das wir in einer Aufzeichnung des ORF vom Donnerstag der Vorwoche senden, besteht zur Hälfte aus tschechischer und ungarischer Musik. Zu Beginn gibt es die späte Othello-Konzertouvertüre Antonín Dvořáks. Darauf folgt ein aufwühlendes Werk des außerhalb Tschechiens unbekannten Spätromantikers Vítzěslav Novák - seine Gebirgs-Orchesterdichtung "In der Tatra".

Zentrum des Abends ist sicher der Psalmus Hungaricus für Tenor, Chor und Orchester von Zoltán Kodály. Der Komponist starb am 6. März vor 50 Jahren in der Stadt, der auch sein "Psalmus Hungaricus" gewidmet ist, in der ungarischen Hauptstadt Budapest. Noch stärker als sein Freund und Weggefährte Béla Bartók rekurrierte er auf die Volksmusik als Quelle, um zeitgenössische und dennoch zugängliche Musik zu schreiben. Energie und Spannung gewann er aus den Volksliedern und alten Kirchenliedern des Landes.

Béla Bartók hingegen war auch Modernist, was die Inhalte seiner Musik anging. Seine Ballettmusik "Der wunderbare Mandarin" op. 19 ist scharfkantig und sozialkritisch und erhielt anlässlich ihrer Uraufführung im Jahr 1925 ein Verbot seitens des Oberbürgermeisters Konrad Adenauer in der Stadt Köln. Der war kein Fachmann für Musik, und dennoch sah sich Bartók gezwungen, die Ballettmusik für den Konzertgebrauch umzuschreiben. Ob er sie dabei entschärft hat, ist fraglich. Töne sind auf jeden Fall weniger provokant als getanzte Bilder und erzählte Geschichten - die sind beim "Wunderbaren Mandarin" anrüchig, spielt das Ganze doch im Rotlichtmilieu.

Dramatisch sind alle vier Werke dieses dichten und aussagekräftigen Konzertprogramms. Vom edlen Shakespeare-Stoff der Othello-Ouvertüre erfährt es eine Steigerung über die Landschafts- und Historienbilder aus der Tatra und der ungarischen Geschichte bis hin zum zeitlosen Gaunerballett. 

Musikverein Wien
Aufzeichnung vom 16. März 2017

Antonín Dvořák
Konzertouvertüre "Othello" op. 93

Vítzěslav Novák
"V Tatrách" (In der Tatra) op. 26

ca. 20.45 Uhr Konzertpause, darin: "Die Ideen Zoltán Kodálys zur Musikerziehung leben!" - ein Gespräch mit Matthias Funkhauser, dem Vorsitzenden der Deutschen Kodály-Gesellschaft zum Erbe des Komponisten und Musikpädagogen anläßlich seines 50.Todestages, von Volker Michael

Zoltán Kodály
"Psalmus Hungaricus" op. 13 für Tenor, Chor und Orchester 

Béla Bartók
"Der wunderbare Mandarin", Orchestersuite op. 19

Zoltán Nyári, Tenor
Wiener Singverein
ORF Radio-Symphonieorchester Wien
Leitung: Jakub Hrůša

Konzert

Fidelio an der METLeonore am Broadway
Der Hornist und Heldentenor Klaus Florian Vogt, aufgenommen am 03.02.2012 in der TV-Talkshow "3nach9" von Radio Bremen. (picture alliance / dpa / Frank Pusch)

Beethovens einzige Oper "Fidelio" hat die MET in dieser Saison in einer Starbesetzung im Programm. Adrianne Pieczonka, Klaus Florian Vogt, Greer Grimsley und Falk Struckmann sind die Solisten. Sebastian Weigle dirigiert.Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur