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Kulturnachrichten

Freitag, 29. Januar 2016

Getty Museum ersteigert Barockbild für 30 Millionen

Gemälde ist eines der bedeutendsten Werke der Epoche

Das Getty Museum in Los Angeles hat bei einer Auktion in New York ein Barockkunstwerk des italienischen Malers Orazio Gentileschi für 30,5 Millionen Dollar ersteigert. Das sei mehr als siebenmal so viel wie der bisherige Rekordpreis für ein Bild des Künstlers, teilte das Auktionshaus Sotheby's mit. Erwartet hatte das Auktionshaus etwa 25 bis 35 Millionen Dollar für das Werk, das zuvor seit einigen Jahren einer Familienstiftung gehörte. Auf dem "Danaë" betitelten Ölgemälde sind eine auf einem Bett liegende und nur mit einem Tuch bedeckte Frau und Amor, der Gott der Liebe, als kleines Engelchen zu sehen, während es von oben Goldstücke regnet. Das etwa 1,6 mal 2 Meter große Werk ist nach Angaben des Auktionshauses eines der bedeutendsten Bilder des italienischen Barocks, die seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs auf den Markt gekommen sind.

Müller sieht keinen "Baupfusch" an der Staatsoper

Sanierungskosten in Berlin stiegen von 239 auf 400 Millionen

Die Probleme bei der millionenschweren Sanierung der Berliner Staatsoper sind nach Ansicht von Regierungschef Michael Müller (SPD) nicht auf "Baupfusch" zurückzuführen. "Da gibt es andere Baustellen, wo wir so was haben. Bei der Oper nicht", sagte Müller im Untersuchungsausschuss des Abgeordnetenhauses. Müller war von 2011 bis 2014 Senator für Stadtentwicklung. Er bewertete es im Rückblick kritisch, dass gleichzeitig gebaut und geplant wurde. Müller räumte ein, es habe auch Schwierigkeiten bei der Abstimmung mit der Kulturverwaltung gegeben. Die Staatsoper Unter den Linden wird seit 2010 saniert, die Wiedereröffnung ist auf 2017 verschoben. Die Kosten stiegen von etwa 239 Millionen Euro auf geschätzt 400 Millionen Euro. Der Ausschuss soll klären, wer für diese Entwicklung verantwortlich ist.

Deutsches Museum in Bonn steht vor Schließung

Stadt will die Kosten für den Betrieb einsparen

Das Deutsche Museum in Bonn steht vor dem Aus. Die Stadt als Geldgeber hat den Vertrag für Anfang 2018 gekündigt, wie das Museum mitteilte. "Es bleibt nur noch die Möglichkeit, mit unserem Förderverein und der Wissenschaft ein Zukunftskonzept zu entwickeln, das uns auf andere finanzielle Beine stellt", sagte die Museumsleiterin Andrea Niehaus der Deutschen Presse-Agentur. Eine Sprecherin der Stadt Bonn erklärte, die Einsparungen seien notwendig, um den Haushalt bis 2021 auszugleichen. Das Deutsche Museum in Bonn ist eine Außenstelle des großen Deutschen Museums in München. Jährlich kommen rund 65 000 Besucher, auch bei Schulen ist die Einrichtung in Bonn beliebt. Das Museum stellt Exponate und Experimente berühmter Wissenschaftler, Techniker und Erfinder vor. Die drohende Schließung kommt nicht überraschend: Die Stadt hatte bereits vor längerer Zeit angekündigt, die 830 000 Euro pro Jahr für den laufenden Betrieb und die Miete nicht mehr übernehmen zu wollen.

Jacques Rivette gestorben

Der Nouvelle Vague-Regisseur wurde 87 Jahre alt

Der französische Filmregisseur Jacques Rivette ist tot. Er starb am Freitag im Alter von 87 Jahren, wie die französische Zeitung "Le Monde" unter Berufung auf seine Produzentin berichtete. Rivette gehörte neben Francois Truffaut, Jean-Luc Godard, Eric Rohmer und Claude Chabrol zu den Begründern der in den 50er und 60er Jahren entstandenen Filmbewegung "Nouvelle vague". Sie machte mit subjektivem Blick Front gegen das Kommerzkino. Zu Rivettes bekanntesten Filmen gehören "Paris nous appartient", "L'Amour fou", "Die Nonne" und "Die schöne Querulantin".

Numajiri verlässt Theater Lübeck vorzeitig

Generalmusikdirektor will sich seiner internátionalen Karriere widmen

Generalmusikdirektor Ryusuke Numajiri verlässt die Hansestadt Lübeck zum Ende der Spielzeit 2016/2017 vorzeitig. Er wolle sich verstärkt seiner internationalen Karriere als Dirigent und Komponist widmen, erklärte Numajiri. Diese Pläne ließen sich mit der Position des Generalmusikdirektors am Theater Lübeck nicht in Einklang bringen, hieß es in einer Erklärung des Theaters. Der in Tokio geborene Numajiri war 2013 nach Lübeck gekommen, sein Vertrag wäre noch bis 2018 gelaufen.

Expertenkommission: Exzellenzinitiative ist erfolgreich

Programm fördert Spitzenforschung an Universitäten

Die Exzellenzinitiative zur Förderung der Spitzenforschung an deutschen Hochschulen ist nach Ansicht einer Expertenkommission erfolgreich gewesen. Die Initiative habe "eine neue Dynamik in das deutsche Universitätssystem gebracht", heißt es in dem am Freitag vorgestellten Bericht der Kommission. Die Experten sprachen sich dafür aus, die millionenschwere Förderung fortzusetzen.
Das 2005 gestartete Programm fördert gezielt Forschung auf Spitzenniveau an deutschen Hochschulen. Im Rahmen der Exzellenzinitiative fließen bis 2017 mehr als 4,5 Milliarden Euro an die Universitäten. Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern will im April eine Fortsetzung des Programms beschließen. Darüber müssen dann Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten endgültig entscheiden.

Arte arbeitet nicht mehr mit polnischem Fernsehsender

Sender reagiert auf neues polnisches Mediengesetz

Der deutsch-französische Kultursender Arte hat die Zusammenarbeit mit dem polnischen öffentlich-rechtlichen Fernsehsender TVP bis auf weiteres ausgesetzt. Die Entscheidung sei eine Reaktion auf das im Dezember in Polen verabschiedete umstrittene Mediengesetz, teilte Arte in Straßburg mit. "Es werden keine neuen Koproduktionen begonnen, solange Arte nicht die Gewissheit hat, dass die Meinungsfreiheit, die redaktionelle Vielfalt sowie die Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Fernsehens in Polen gewährleistet sind", heißt es weiter. "Wir bedauern sehr, diese Entscheidung treffen zu müssen, da unserem Sender die Beziehung mit Polen besonders wichtig ist", betonten Arte-Präsident Peter Boudgoust und Vizepräsidentin Anne Durupty in einem Brief an den TVP-Intendanten Jacek Kurski. Zwischen TVP und Arte besteht seit 2001 ein Assoziierungsabkommen.

Martin Walser zu Flüchtlingskrise: Wir müssen es schaffen

Schriftsteller sieht auch großen Gewinn für die deutsche Literatur

Schriftsteller Martin Walser (88) hat erneut die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel verteidigt. Deren Satz "Wir schaffen das!" stimmte er ausdrücklich zu. Es sei klar, dass es keine andere Möglichkeit gebe, "als es zu schaffen", sagte er dem Nachrichtenmagazin "Focus". Alles andere wäre viel schlimmer. Walser erinnerte an die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, bei der man den Wiederaufbau trotz einer viel schlechteren wirtschaftlichen Lage bewältigt habe. Was die Bundeskanzlerin in der Flüchtlingsfrage getan habe, sei großartig gewesen. "In Deutschland wurde zum ersten Mal weltbewegend menschlich reagiert", sagte der Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels. Martin Walser glaubt, dass sich Deutschland durch die Flüchtlinge verändern werde und sieht darin Chancen: "In 20 Jahren wird es Romane und Gedichte dieser Menschen geben in einer deutschen Sprache, die es zuvor noch gar nicht geben konnte, und das wird ein Reichtum sein."

Mitgründer von Rockband Jefferson Airplane gestorben

Gitarrist Paul Kantner wurde 74 Jahre alt

Der Mitgründer der US-Rockband Jefferson Airplane, Paul Kantner, ist tot. Der 74-Jährige sei an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben, sagte seine Sprecherin in San Francisco . Der Gitarrist, der eigentlich aus der Folk-Szene kam, wurde mit Jefferson Airplane zu den Wegbereitern des psychedelischen Rocks, der in den 60er Jahren aufkam. Hits der Band wie "Somebody to love" oder "White Rabbit" wurden zu Hymnen der Hippie-Bewegung. Die Band trat auch bei dem legendären Woodstock-Festival 1969 auf. Die Musikwelt habe eine "wahre Ikone" verloren, schrieb der Vorsitzende der Recording Academy, Neil Portnow, in einer Mitteilung. Der Verband, der alljährlich die Grammy-Musikpreise verleiht, hatte Mitte Januar verkündet, dass Jefferson Airplane in diesem Jahr mit einem Sonderpreis geehrt werden soll.

ARD will Prämien an erfolgreiche Produktionen vergeben

Vergabe erfolgt nach Punktesystem für Nominierungen und Auszeichnungen

Die ARD will künftig Prämien für besonders erfolgreiche und innovative Fernsehproduktionen vergeben. Pro Jahr sollen dafür 3,2 Millionen Euro zur Verfügung stehen, wie die ARD bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Produzentenallianz in Berlin mitteilte. Bei der Vergabe sollen nach einem Punktesystem unter anderem Nominierungen und Auszeichnungen bei wichtigen TV-Preisen und Festivals berücksichtigt werden - etwa beim Grimme-Preis, Deutschen Fernsehpreis oder bei der Berlinale. "Wir wollen die ganze Breite der Genres fördern", sagte die ARD-Vorsitzende Karola Wille. Die Prämien sind zweckgebunden und sollen für die Entwicklung neuer TV-Projekte für die ARD verwendet werden. Das neue sogenannte Leistungsmodell gehört zu einem Eckpunkte-Papier, auf das sich die ARD jetzt mit der Produzentenallianz geeinigt hat. Die Produzentenallianz vertritt nach eigenen Angaben mehr als 230 Produktionsunternehmen aus den Bereichen TV-Entertainment, Animation, Dokumentation, Kinofilm, TV-Fiktion und Werbung.

Hamburger Kunsthalle stellt 15.000 Werke online

Digitale Bild- und Objektdaten sind ohne Registrierung erreichbar

4.000 Zeichnungen alter Meister und 11.000 italienische Druckgrafiken aus dem Bestand der Hamburger Kunsthalle sind ab sofort online zugänglich. Sie stammen aus der Zeit von 1450 bis 1850 und werden im Internet wissenschaftlich vollständig erfasst, wie die Kunsthalle in Hamburg bekanntgab. Damit nehme man deutschlandweit eine Vorreiterrolle unter den Museen ein. Die digitalen Bild- und Objektdaten sind über die Website der Kunsthalle ohne Registrierung erreichbar. Bislang seien etwa Zeichnungen aus der italienischen, deutschen und niederländischen Schule nur in Büchern zugänglich gewesen, so die Initiatoren. Jetzt seien die Werke von Leonardo da Vinci, Raffael, Albrecht Dürer, Rembrandt und anderen erstmals komplett und in Farbe digital zugänglich. Die italienischen Druckgrafik sei größtenteils bisher nur in Expertenkreisen bekannt gewesen. Die Onlinestellung bedeute daher einen großen Gewinn für die Forschung.

Martin Scorsese will Rolls-Royce-Film drehen

Regie soll aber Asif Kapadia führen

US-Regisseur Martin Scorsese, der zuletzt "The Wolf of Wall Street" in die Kinos brachte, will jetzt die Geschichte der berühmten Automarke Rolly-Royce erzählen. Wie das US-Branchenblatt "Hollywood Reporter" berichtete, ist Scorsese als Produzent des Films "Silver Ghost" an Bord. Für die Regie des Films über die legendären Hersteller Charles Stewart Rolls und Frederick Henry Royce hat der Oscar-Preisträger den Briten Asif Kapadia gewonnen, der die Dokumentation "Amy" über den Aufstieg und Absturz der Sängerin Amy Winehouse drehte. Über die Besetzung der Filmrollen und den Drehbeginn wurde zunächst nichts bekannt. Hinter der britischen Automarke Rolls-Royce steckt die Geschichte von dem begüterten Aristokratensohn Rolls und dem Selfmademan Royce, die sich 1904 begegneten. Zwei Jahre später brachten sie ein silberfarben lackiertes Auto auf den Markt, das als der legendäre «Silver Ghost» bekanntwurde.

Ehrenbürgerwürde für Andrzej Wajda umstritten

Die Abstimmung im Danziger Stadtrat war von Parteienstreit geprägt

Andrzej Wajda ist der große alte Mann des polnischen Kinos. Die nordpolnische Hafenstadt Danzig, in der er Filme wie "Der Mann aus Eisen" und "Walesa" drehte, will ihm nun die Ehrenbürgerschaft verleihen. Die Abstimmung im Stadtrat war jedoch von Parteienstreit geprägt, berichtete der Rundfunksender Radio Gdansk. "Es ist höchste Zeit, ihm für sein Werk zu danken", sagte der liberalkonservative Bürgermeister Pawel Adamowicz vor der Abstimmung.
Danzig sei dem Oscar-Preisträger etwas schuldig. Die nationalkonservative Opposition hingegen blieb der Abstimmung aus Protest fern. Sie sah in der Ehrenbürgerwürde ein politisches Dankeschön für Wajdas Unterstützung für die Liberalkonservativen.

Planlosigkeit beim Cervantes-Jahr

Spanische Schriftsteller beklagen fehlendes Programm für das Cervantes-Jahr 2016

Spanische Schriftsteller und Intellektuelle haben beklagt, dass die Madrider Regierung für das derzeitige "Cervantes-Jahr" bisher kein offizielles Programm vorgestellt habe. Der Schriftsteller Javier Marías klagte: "In den vergangenen vier Jahren haben wir eine ablehnende Haltung gegenüber der Welt der Kultur erlebt, die vergleichbar ist mit der Feindschaft, die es während der Franco-Diktatur (1939-1975) gegeben hatte." Spanien feiert 2016 ein "Cervantes-Jahr", weil sich am 22. April zum 400. Mal der Todestag des Schriftstellers Miguel de Cervantes, des Autors des "Don Quijote", jährt. Eine Kommission, die dazu im April 2015 eingerichtet worden war und dem Madrider Kulturministerium angegliedert ist, hat bisher noch kein detailliertes Programm vorgelegt.

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