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Mittwoch, 25. Mai 2016MESZ18:53 Uhr

Kulturnachrichten

Mittwoch, 20. Januar 2016

Carl-von-Ossietzky-Preis für Ahmad Mansour

Der Psychologe und Autor erhält den Preis am 3. Mai

Die Jury des Carl-von-Ossietzky-Preises 2016 hat sich für den Psychologen und Buchautor Ahmad Mansour entschieden. Der 39jährige, heißt es in der Begründung, setze sich "eindrucksvoll für ein demokratisches, gewaltfreies und friedliches, dem Grundgesetz und den Menschenrechten verpflichtetes Zusammenleben" ein. Mansour lebt seit 10 Jahren in Deutschland. Der Palästinenser mit israelischem Pass wäre nach eigenen Angaben in seiner Heimat beinahe radikaler Islamist geworden. Die Stadt Oldenburg zeichnet mit dem Preis alle zwei Jahre Menschen aus, die sich mit der Person Ossietzkys, dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus oder im Geiste Ossietzkys mit Politik und Zeitgeschichte befassen.

Kulturstaatsministerin setzt beim Humboldtforum weiter auf Neil MacGregor

Grütters meldet sich erstmals nach Kündigung von Vorstand Rettig zu Wort

„Dieses Projekt ist größer als die handelnden Personen“. So äußerte sich Kulturstaatsministerin Monika Grütters zu den Differenzen und Forderungen, die mit dem öffentlich gewordenen Rückzug des Vorstands der Stiftung Berliner Schloss, Manfred Rettig, laut geworden sind. Dem Tagesspiegel sagte die Christdemokratin: "Ich würde mich freuen, wenn sich alle Beteiligten in den Dienst der Sache stellten, denn es ist das größte und bedeutendste Kulturvorhaben Deutschlands. Es geht nicht um ein Gebäude, es geht um eine Idee. Ich hätte mich gefreut, wenn Manfred Rettig das Projekt mit seiner Erfahrung weiterhin begleitet hätte". Die SPD fordert, eine rasche Entscheidung für die Nachfolge von Rettig zu finden. Eva Högl, Mitglied im Bundestagsausschuss für Kultur und Medien, sieht das Projekt in Verzug, weil noch kein künstlerisches Konzept für das Humboldtforum vorliege, das 2019 eröffnen soll. Die Gründungsintendanten um Neil MacGregor müssten zügig mit ihrer gemeinsamen Arbeit beginnen, so Högl. "Wir haben Sorge, dass es zu Verzögerungen und damit auch zu einer Verteuerung des Projekts kommt."

Auch George Clooney kritisiert Oscar-Nominierungen

Der zweifache Oscar-Preisträger gab dem Magazin "Variety" ein Interview

In die Debatte um die wichtigste Filmauszeichnung der Welt, hat sich auch George Clooney eingeschaltet. Es sei wahr, dass Afroamerikaner in Hollywoods Filmindustrie unterrepräsentiert seien, sagte er. Vor zehn Jahren habe die Academy of Motion Picture Arts and Sciences bei der Nominierung von Afroamerikanern einen "besseren Job" gemacht als heute. Nach Einschätzung des 54jährigen sei das eigentliche Problem nicht, dass viele der 6000 Mitglieder der Academy "alte weiße Männer" seien, sondern dass nur wenige Filmproduzenten wichtige Rollen an Minderheiten vergäben. Gestern hatten Spike Lee und Jada Pinkett Smith angekündigt, der diesjährigen Oscar-Verleihung fernzubleiben, weil die Filmakademie vergangene Woche keinen schwarzen Schauspieler nominiert hatte.

Deutscher Krimi Preis 2016 für Friedrich Ani

Das teilte das Bochumer Krimi Archiv mit

Der Münchner Friedrich Ani ist für "Der namenlose Tag" mit dem Deutschen Krimi Preis ausgezeichnet worden. Die Geschichte handelt von einem Vater, der den pensionierten Kommissar Jakob Franck bittet, die Umstände zu untersuchen, unter denen seine Tochter vor 20 Jahren starb. Mit dem undotierten Preis werden seit 1985 Autoren geehrt, die "literarisch gekonnt und inhaltlich originell dem Genre neue Impulse" geben. Eine öffentliche Verleihung findet nicht statt. Der Jury gehören Literaturkritiker, Literaturwissenschaftler und Vertreter von Krimi-Buchhandlungen an. Der zweite Platz für den Preis wurde in diesem Jahr Merle Kröger für "Havarie", ein Krimi um Schiffe und Flüchtlingsboote im Mittelmeer zugesprochen. Internationale Preise gingen an Richard Price für "Die Unantastbaren" und Fred Vargas für "Das barmherzige Fallbeil".

Johann Hinrich Claussen neuer Kulturbeauftragter der EKD

Der 51jährige tritt sein neues Amt am 1. Februar an

Der neue Kulturbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland ist Johann Hinrich Claussen. Er ist Nachfolger von Petra Bahr, die 2006 zur ersten Kulturbeauftragten der EKD berufen worden war und 2014 zur Konrad-Adenauer-Stiftung wechselte. Seitdem war das Amt vakant. Der bisherige Probst und Hauptpastor in Hamburg, promovierter und habilitierter Theologe, schreibt regelmäßig auch für überregionale Medien.

Filmemacher Ettore Scola gestorben

Der italienische Regisseur und Drehbuchautor wurde 84 Jahre alt

Scola begann seine Karriere 1953 als Drehbuchautor. Seinen ersten Film "Frivole Spiele" drehte er 1964. In dem innovativen Film spielt Vittorio Gassman in mehreren Rollen den Verführer. Zu Scolas Werken gehörte auch "Ein besonderer Tag" mit den Stars Marcello Mastroianni und Sophia Loren, der 1977 für einen Oscar nominiert war. Er spielt im Italien der 1930er Jahre und handelt von der Begegnung einer naiven Hausfrau mit einem von den Faschisten verfolgten Radiojournalisten. Außerdem schrieb und inszenierte Scola den Film "Wir waren so verliebt" von 1974 über drei ehemalige italienische Partisanen in der Nachkriegszeit. In fast 40 Jahren drehte Scola insgesamt 41 Filme. 2013 widmete er sich mit einer Dokumentation einem anderen großen Meister des italienischen Films: Federico Fellini. Scolas Töchter Paola und Silvia widmeten ihrerseits ihrem Vater im vergangenen Jahr eine Dokumentation. Italiens Regierungschef Matteo Renzi bekundete seine Trauer über den Tod des Altmeisters. Scola sei ein "Meister in der Kunst des Beobachtens" der italienischen Gesellschaft gewesen, erklärte der Ministerpräsident.

Verleger Lord Weidenfeld gestorben

Der britische Verleger und Diplomat wurde 96 Jahre alt

Lord George Weidenfeld war Träger zahlreicher internationaler Auszeichnungen. Der gebürtige Wiener war zur Zeit der NS-Diktatur nach England geflohen. Noch im Dezember hatte sich der österreichisch-jüdischer Publizist zur deutschen Flüchtlingsdebatte geäußert und den den Deutschen mangelnde Bekenntnisfreude vorgeworfen. "Offenbar hat man in Deutschland nicht mehr den Mut, sich zu den christlichen und abendländischen Werten zu bekennen", sagte er der "Welt am Sonntag". In seiner Jugend seien die Menschen bereit gewesen, "sich für irgendeine Ideologie zu schlagen". Heute dagegen "sehe ich nur noch Fußballfans, es gibt kein Bekenntnis mehr für irgendwas, schon gar nicht für unsere westliche Freiheit".

Akademiker protestieren gegen Diskriminierung an Hochschulen in Indien

Eigentlich ist Ungleichbehandlung aufgrund der Kastenzugehörigkeit verboten

Akademiker aus aller Welt beklagen, dass an indischen Hochschulen noch immer Menschen diskriminiert werden. Viele Dalits, die das Schlusslicht in der Kastenhierarchie einnehmen müssen, würden deswegen depressiv, schreiben Professoren aus den USA, Großbritannien, Kanada und Deutschland in einem Offenen Brief. Die besten Bildungseinrichtungen des Landes versagten darin, die intellektuelle und persönliche Entwicklung der besonders verletzbaren jungen Menschen zu fördern. Gerade für sie müsse es Förderprogramme geben. Der Selbstmord eines Dalit an der Universität Hyderabad hat auch diesen Protest ausgelöst. Zahlreiche Politiker reisten zu Trauerbekundungen an.

David Bowies letzte Platte wird für 500 Euro gehandelt

Preissteigerung außergewöhnlich hoch

Tonträger mit Musik von David Bowie werden derzeit bis zum zehnfachen Preis gehandelt. Das berichtet das britische Fachmagazin "Record Collector". So werde eine Vinyl-Sonderausgabe von "Blackstar" mit mehr als 500 Euro gehandelt. Selbst sehr verbreitete Alben mit deutlichen Gebrauchsspuren würden mehr als das fünffache ihres eigentlichen Wertes erzielen. David Bowie war im Alter am 10. Januar im Alter von 69 Jahren gestorben.

Aus für Berliner Musical-Theater

Ende August wird der letzte Vorhang fallen

Das Musical-Theater am Potsdamer Platz in Berlin schließt. Das bestätigte der Hamburger Unterhaltungskonzern Stage Entertainment. Mehr als zwei Millionen Besucher hätten in den vergangenen vier Jahren das Udo-Lindenberg-Musical "Hinterm Horizont" gesehen. Es fehle nun aber ein "wirklich zugkräftiges Nachfolgestück", sagte Sprecher Stephan Jaekel. Der Stage-Konzern betreibt auch in Hamburg, Stuttgart und Oberhausen Musical-Bühnen. Das Haus gehört zusammen mit großen Teilen des Potsdamer Platzes seit dem Jahreswechsel dem kanadischen Immobilieninvestor Brookfield Property Partners. Der Mietvertrag für das Musical-Theater hat eine Laufzeit bis Ende 2022.

Kieler Uni-Bibliothek baut Skandinavien-Kompetenz aus

Bundesweit größter Bestand an Skandinavien-Literatur

Die Kieler Christian-Albrechts-Universität will ihre umfassende Literatur-Sammlung zu Skandinavien zu einem "Fachinformationsdienst Nordeuropa" ausbauen. An den Kosten von rund einer Million Euro beteilige sich die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) mit 830.500 Euro, teilte die Hochschule mit. Die DFG unterstützt den Skandinavien-Pool der Uni-Bibliothek bereits seit 1949. Nach eigenen Angaben verfügt die Uni Kiel deutschlandweit über die größte Auswahl an Literatur aus und über Skandinavien. Ausgebaut werden soll auch das Internet-Portal www.vifanord.de ("Virtuelle Fachbibliothek Nordeuropa-vifanord").

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Fazit

KulturpolitikDrama um das Theater in Augsburg
Das Stadttheater in Augsburg (picture alliance / dpa / Karl-Josef Hildenbrand)

Das Augsburger Theater muss Mitte Juni schließen wegen Sanierungsmaßnahmen. Das Theater ist geschockt, denn die Schließung wurde erst am Wochenende kurzfristig bekannt gegeben. Zugleich kämpft es gegen ein Volksbegehren, das die Sanierung stoppen will.Mehr

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