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Konzert / Archiv | Beitrag vom 20.02.2012

Italienische Barockmusik aus Dänemark

Lars Ulrik Mortensen und das Concerto Copenhagen

Die Statue der Kleinen Meerjungfrau in Kopenhagen
Die Statue der Kleinen Meerjungfrau in Kopenhagen (AP)

"Early and Baroque Music" heißt eine Euroradio-Konzertreihe, die europäische Instrumental- und Vokalmusik zwischen 1500 und 1750 zum Inhalt hat. Bekanntes steht neben Unbekanntem. Der dänische Rundfunk hat ein Konzert aus der Garnisonskirche Kopenhagen angeboten. Es spielt Concerto Copenhagen, das führende Barock-Ensemble Skandinaviens, das 2011 sein zwanzigjähriges Bestehen feierte.

Das Programm ist ein rein italienisches mit Komponisten, die zu Zeiten Johann Sebastian Bachs gewirkt haben. Der Bekannteste ist Antonio Vivaldi mit allein über 500 Konzerten. Sein unter dem Beinamen "Il Grosso Mogul" bekanntes Violinkonzert bearbeitete Bach für Orgel. Und das Cellokonzert enthält bereits Elemente, die bei den Bach-Söhnen und dem jungen Mozart wiederzufinden sind.

Der Älteste in der Reihe ist Arcangelo Corelli. Obwohl er von einflussreichen römischen Kardinälen gefördert wurde, was ihm erlaubte, genügende Zeit für das Komponieren zu verwenden, ist sein Werk zahlenmäßig eher überschaubar geblieben. Aber es wurde von vielen Kollegen intensiv studiert, bearbeitet, und seine Kompositionstechnik fand viele Nachahmer.

Giovanni Mossi, vermutlich einer der vielen Schüler Corellis, ist kaum bekannt. Er konzentrierte sich nur rund fünfzehn Jahre in der Mitte seines Lebens auf das Komponieren. Hauptsächlich glänzte Mossi als Violinvirtuose. Auch für Pietro Locatelli war seine Zeit in Rom von starkem Einfluss auf das eigene Schaffen. Er studierte sorgfältig Corelles Concerti grossi, Instrumentalstücke, bei denen dem "Concertino", einer kleinen Gruppe von Musikern, das "Ripieno", eine größere Gruppe als Begleitung gegenübersteht. Zu den ersten Komponisten, welche diese Musizierform pflegten, gehört Giuseppe Torelli.

Alle diese Komponisten machten durch Konzertreisen oder zeitweilige Anstellungen an Höfen die italienische Barockmusik in ganz Europa bekannt, mit unterschiedlichem Erfolg für die eigene Existenz. Locatelli war in Amsterdam eine Zeit lang der bestverdienende Musiker der Stadt. Vivaldi ging von hier aus weiter nach Wien und starb dort in Armut.


Garnisonskirche, Kopenhagen
Aufzeichnung vom 3.10.11

Giovanni Mossi
Concerto für 4 Violinen, Streicher
und Basso continuo g-Moll op. 4/12

Pietro Antonio Locatelli
Concerto grosso Streicher
und Basso continuo c-Moll op. 4/11

Antonio Vivaldi
Concerto für Violoncello, Streicher
und Basso continuo G-Dur
Concerto für Violine, Streicher
und Basso continuo D-Dur ("Der Großmogul”)

Giuseppe Torelli
Concerto für 4 Violinen, Streicher
und Basso continuo a-Moll

Arcangelo Corelli
Concerto grosso in D op. 6/4

Lars Ulrik Mortensen, Cembalo
Fredrik From, Violine
Mime Yamahiro Brinmann, Violoncello
Concerto Copenhagen
Leitung: Lars Ulrik Mortensen