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Fazit / Archiv | Beitrag vom 28.09.2011

"Investmentbanken sind die Ursache der Finanzkrise"

Wieslaw Jurczenko fordert Trennung der Geschäftsbanken vom Investmentbanking

Das Logo der Schweizer Großbank UBS an einer Filliale in Aarau, Schweiz (AP)
Das Logo der Schweizer Großbank UBS an einer Filliale in Aarau, Schweiz (AP)

Der Wertpapier-Experte Wieslaw Jurczenko fordert eine grundlegende Finanzmarktreform. Jedes Land müsse für sich die Frage beantworten, was sein Finanzsektor innerhalb der Gesellschaft leisten müsse. Eine solche Diskussion finde in Deutschland nicht statt.

Mit Blick auf den Fall des jetzt inhaftierten UBS-Wertpapierhändlers Kweku Adoboli, der vor drei Jahren mit seinen Transaktionen die Finanzkrise ins Rollen gebracht hatte, sagte Jurczenko: Das Argument vieler Geschäftsbanken, ohne Investmentbanking seien sie international nicht konkurrenzfähig, sei "nicht sehr stichhaltig".

Jurczenko sagte weiter, der Eigenhandel beim Investmentbanking nütze eigentlich "nur einer Gruppe, nämlich der Gruppe der Bonus-Empfänger." Denn wenn in einer der Investmentbanken Gewinne anfielen, hätten weder die Aktionäre noch die Mitarbeiter etwas davon. "Und wenn Verluste auftauchten, wurden sie mit Steuern und Arbeitsplätzen bezahlt" – Bonus-Empfänger hingegen blieben unangetastet, das sei keine sinnvolle Struktur für die Zukunft.

Aus Sicht eines ehemaligen Risikomanagers sagte Jurczenko, aggressive Geschäftsziele der Banken seien eine der Hauptursachen für kriminelles Verhalten von Wertpapierhändlern wie Adoboli. Hinzu kämen verschiedene Anreizsysteme, "die vor allem die individuelle Leistung in den Vordergrund stellen und damit die Teamleistung zurückdrängen."

Zum vollständigen Interview mit Wieslaw Jurczenko im Radiofeuilleton

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