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Interview / Archiv | Beitrag vom 21.03.2016

Interview mit kubanischem Journalisten"Obama muss sich zu Menschenrechten bekennen"

Moderation: Nicole Dittmer und Julius Stucke

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Auf dem Bild ist ein Radfahrer in Havanna zu sehen, der die kubanische und die US-Flagge an seinem Rad befestigt hat. (dpa / picture alliance / Alejandro Ernesto)
Barack Obama besucht als erster US-Präsident seit fast 90 Jahren Kuba. (dpa / picture alliance / Alejandro Ernesto)

Mit seinem Besuch in Kuba setze US-Präsident Obama ein Zeichen für Veränderungen, meint der kubanische Journalist Boris Luis Santa Coloma. Der recht kalte Empfang für Obama durch die kubanische Führung signalisiere aber: Eine interne Einmischung wird nicht geduldet.

Sowohl die Opppsition als auch die "Durchschnitts-Kubaner" hätten hohe Erwartungen an den Besuch von US-Präsident Barack Obama in Kuba gesetzt, sagte der frühere Presseattaché an der kubanischen Botschaft, Boris Luis Santa Coloma, im Deutschlandradio Kultur. "Obama muss bei seiner Reise ein klares Bekenntnis ablegen zur Demokratie und zur Achtung der Menschenrechte in Kuba", so Santa Coloma. Im Vorfeld des Obama-Besuches war es zu einer Verschärfung der Repressionen gekommen, hatten Verhaftungen von Menschenrechtlern und Mitgliedern der Frauenbewegungen stattgefunden.

"Mit so einem kalten Empfang hätte ich nicht gerechnet"

Obama setzte mit seiner Reise ein Signal für Veränderungen in den Beziehungen zwischen den USA und Kuba. Doch zeigt Coloma zufolge der "kalte Empfang" der kubanischen Führung für den mächtigsten Menschen auch, dass die Diktatur Obama und den westlichen Ländern klar zeige, "dass sie eine Normalisierung der Beziehungen akzeptieren, aber nur in dem Rahmen, wo es wirtschaftlich und kommerziell zugeht." Intern jedoch würde Havanna keine Einmischung zulassen. Damit sende die Führung aber auch intern die Botschaft, dass es keine Reformen geben wird und man am Fidelismus festhalte – "nämlich an der Interpretation des Marxismus durch Fidel Castro."

Es sei sehr wichtig gewesen, dass Obama im Vorfeld seiner Reise klargemacht habe, dass die Privatinitiative der Kubaner gestärkt werden solle und nicht die von der Castro-Familie kontrollierte Staatswirtschaft. "Vor allem die jungen Menschen sehen den Besuch Obamas als Signal, dass Veränderungen stattfinden". Die hochgepriesenen Veränderungen in Kuba seien lediglich, dass man etwa zu Hause ein Restaurant oder einen Friseur-Salon eröffnen dürfe. Die Lizenen dafür vergebe nur das Regime.

Einhaltung der Bürgerrechte hat Priorität

Als wichtigstes Ziel betrachtet der nun als Journalist arbeitende Coloma die Einhaltung der Bürgerrechte in Kuba. "Es kann nicht vorwärts gehen, ohne dass die Menschen die Freiheit bekommen, über ihr eigenes Schicksal zu entscheiden", sagte Coloma. Dazu zähle die wirtschaftliche Freiheit, aber auch der Raum für geistige Entfaltung ohne Angst vor Verhaftungen oder Dransalierungen.

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