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Interview | Beitrag vom 23.02.2016

Internationale KonflikteDie Sehnsucht nach einfachen Lösungen

Volker Perthes im Gespräch mit Nicole Dittmer und Julius Stucke

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Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Horst Seehofer und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor der Klausurtagung der CSU-Landesgruppe im Bundestag in Wildbad Kreuth (Bayern) am 06.01.2016. (picture alliance / dpa / Matthias Balk)
Angela Merkel, Horst Seehofer und andere tun, als hätten sie Lösungen parat. Sie müssen Hoffnung schüren, sagt Volker Perthes. (picture alliance / dpa / Matthias Balk)

Ach, wenn es doch alles so einfach wär. Der Politologe Volker Perthes kann nachvollziehen, warum Politiker auch bei komplizierten Konflikten so tun, als hätten sie eine simple Lösung parat. Wer keine Hoffnung schürt, stehe wie ein Depp da.

Politiker reden gern von einem Durchbruch. Viele tun so, als hätten sie eine Lösung für eine Problem längst parat. Die Flüchtlingskrise verdeutlicht das. Die Bundeskanzlerin verspricht "Wir schaffen das!", ihre Gegner tun so, als müsse man nur Obergrenzen und Transitzonen einführen und schon wäre die Krise entschärft.

Der Wunsch nach einem Durchbruch

Volker Perthes, Chef der Stiftung Wissenschaft und Politik, beobachtet eine in Deutschland und anderen Industriestaaten weit verbreitete Sehnsucht nach einfachen Lösungen bei politischen Konflikten. Er spricht von dem "Wunsch nach Gewissheit" bei vielen Bürgern.

"Das war früher leichter. Da wusste man, irgendjemand ist Freund und irgendjemand ist Feind. Wir wissen auch nicht mehr unbedingt: Was ist Innenpolitik und was ist Außenpolitik?"

Viele Bürger seien verwirrt davon, dass in der Flüchtlingskrise der Innenminister offenbar auch in der Verantwortung stehe, wenn es um politische Maßnahmen im Ausland gehe. Alles hänge miteinander zusammen, so auch das Verhalten Russlands im Umgang mit der Ukraine mit den Militärschlägen der russischen Armee in Syrien.

"Politiker müssen Hoffnung präsentieren, damit sie nicht da stehen wie die Deppen in der Öffentlichkeit", sagt Perthes im Deutschlandradio Kultur.

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