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Interview / Archiv | Beitrag vom 26.02.2016

Internationale Konferenz von FlüchtlingenFür mehr Vernetzung und Selbstorganisation

Asmara Habtezion im Gespräch mit Christopher Ricke und Anke Schaefer

Flüchtlinge in Berlin vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (07.12.2015). (picture alliance / dpa / Michael Kappeler)
Flüchtlinge wollen nicht länger nur warten, sondern über ihre Situation mitreden - auf der ersten Internationalen Konferenz für Geflüchtete und Migranten. Das Foto zeigt wartende Flüchtlinge vor dem Lageso in Berlin. (picture alliance / dpa / Michael Kappeler)

Alle reden über sie - aber nicht mit ihnen: Erstmals treffen sich Flüchtlinge aus aller Welt in Hamburg auf einer selbst organisierten Internationalen Konferenz. Es gehe darum, sich zu vernetzen und Lösungsvorschläge für die Flüchtlingskrise zu erarbeiten, sagt die Organisatorin Asmara Habtezion.

"Die Flüchtlingskrise" - das ist ein Dauerthema in der Öffentlichkeit. Deshalb finden zahlreiche Krisen-Gipfel und Konferenzen dazu statt. Allerdings fällt auf, dass alle Gipfel-Teilnehmer zwar viel über Flüchtlinge reden - aber keiner wirklich mit ihnen.

Und genau das hätten die geflüchteten Menschen satt, sagt die Aktivistin Asmara Habtezion, geboren in Deutschland als Kind eriträeischer Eltern. Sie ist Mitorganisatorin der ersten Internationalen Konferenz von Geflüchteten und Migranten, die vom 26. bis zum 28. Februar in Hamburg statt findet, unter dem Titel:  "The struggle of Refugees - How to go on?!". Sie sagt, es sei höchste Zeit, dass Geflüchtete aus aller Welt sich vernetzten und an einer Selbstorganisation ihres Alltags als Asylsuchende mitwirkten.

Flüchtlinge sollen auch einander besser verstehen können

Gerade der Austausch sei sehr wichtig, zu wissen: Wie wirken wir auf die Bürger im Asylland, wie wirken diese auf uns? Und wo liegen die Probleme in den einzelnen Flüchtlingsgruppen - wie unterscheiden diese sich?

"Jemand aus Eriträer weiß nicht wirklich, was jemandem aus Afghanistan widerfahren ist. Es dient also auch dazu, sich gegenseitig näher zu kommen. Den nin den Flüchtlingsunterkünften gibt es ja auch Konflikte ohne Ende. Es sind ja verschiedene Nationen mit verschiedenen Traditionen, die aufeinander treffen und wo es immer wieder zu Ausschreitungen kommt, zu Kämpfen."

Allein aus diesem Grund sei es wichtig, Flüchtlinge auf der Konferenz zusammen zu führen - als ein Mittel der Konfliktvermeidung. Am letzten Tag sollten dann gemeinsam Lösungsvorschläge - vor allem für die Selbstorganisation von Flüchtlingen -  erarbeitet werden, die Vertretern der Politik vorgelegt werden könnten. 200 verschiedene Gruppen und Organisationen hätten sich für die Veranstaltung angemeldet, die Veranstalter rechnen mit bis zu 2000 Teilnehmern.

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