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Kulturnachrichten

Mittwoch, 13. Januar 2016

Ai Weiwei bejubelt Sieg im Streit mit Lego

Unternehmen ändert seine Richtlinien

Lego hat im Streit über die Verwendung seiner Bausteine für politische Zwecke eingelenkt und will dem chinesischen Künstler Ai Weiwei und anderen künftig auch Großbestellungen erlauben. Ai sprach in einem Telefonat mit der Nachrichtenagentur AP von einem Sieg für die Meinungsfreiheit. Lego hatte Ai vergangenes Jahr eine Großbestellung von Lego-Steinen für eine Ausstellung in Melbourne verweigert. Der chinesische Künstler hatte dies als "Akt der Zensur und Diskriminierung" verurteilt. Lego hingegen beharrte darauf, dass es keine Projekte mit politischer Agenda fördern wolle. Nun gab das Unternehmen aber bekannt, dass es nicht mehr nach dem Verwendungszweck der Bausteine fragen werde. Bei öffentlichen Lego-Bauten müssten die Urheber aber deutlich machen, dass das Unternehmen diese nicht unterstütze.

Buchhandel blickt auf durchwachsenes Jahr 2015

Jahresergebnis im Publikumsmarkt liegt 1,7 Prozent unter Vorjahr

Auf ein durchwachsenes Bücherjahr 2015 blickt die deutsche Buchbranche zurück. Der Buchhandel vor Ort kam sogar auf ein Minus von 3,6 Prozent, teilte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Frankfurt mit. "Die Betrogene" von Charlotte Link war den Angaben zufolge das meistverkaufte Buch des Jahres. "Es fehlten auch im letzten Jahr die starken Einzeltitel, die ein Jahresergebnis nach oben treiben können", heißt es im "Branchen-Monitor Buch". Gut verkauft wurden 2015 Sachbücher. Der Umsatz stieg den Angaben zufolge hier nochmals um 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bereits 2014 hatte er mit 5,4 Prozent einen gewaltigen Sprung nach oben gemacht. Knapp unter Vorjahresniveau blieb mit minus 0,8 Prozent das Reisesegment. Ebenfalls leicht im Minus waren die Kinder- und Jugendbücher mit 1,0 Prozent. Zu kämpfen hat laut Branchen-Monitor immer noch die Belletristik, die im vergangenen Jahr auf minus 1,6 Prozent kam.

Vogtherr wird neuer Kunsthallenchef in Hamburg

Er folgt auf Hubertus Gaßner

Der Londoner Museumschef Christoph Martin Vogtherr wird neuer Direktor der Hamburger Kunsthalle. Vogtherr ist seit 2011 Direktor der Wallace Collection in London, einem Museum für ältere, insbesondere französische Kunst. Am 1. Oktober 2016 tritt er die Nachfolge von Hubertus Gaßner an, der in den Ruhestand geht, teilte die Kulturbehörde in Hamburg mit. Kultursenatorin Barbara Kisseler (parteilos) würdigte Vogtherr als ebenso erfahrenen wie innovativen Museumsdirektor und international anerkannten Kunsthistoriker. "Wir haben mit ihm eine Persönlichkeit gefunden, die dem Rang der Hamburger Kunsthalle gerecht wird und neue internationale Impulse setzen wird", hieß es in der Mitteilung der Kulturbehörde.

Ankauf der Portigon-Sammlung auf der Zielgeraden

NRW-Kulturministerin Christina Kampmann seit 100 Tagen im Amt

Die Verhandlungen zur Sicherung der millionenschweren Kunstsammlung der WestLB-Nachfolgering Portigon für das Land Nordrhein-Westfalen stehen vor dem Abschluss. Im Frühjahr sei ein dritter Runder Tisch geplant, bei dem die Ergebnisse präsentiert werden sollen, sagte NRW-Kulturministerin Christina Kampmann (SPD) in Düsseldorf. "Ich habe das Gefühl, dass das auf einem sehr guten Weg ist." Welche Werke aus der Sammlung mit 380 Kunstwerken in eine geplante Stiftung eingehen sollen, werde noch abschließend geklärt. Die Kaufsumme wird auf 30 Millionen Euro geschätzt. Vergangenes Jahr hatte es um die Rettung der Kunstkollektion monatelangen Streit gegeben, bis die damalige Kulturministerin Ute Schäfer (SPD) Politik, Banken und Museen an einem Tisch zusammenbrachte. Eine unselbstständige Stiftung soll nun für den Ankauf der Sammlung von der landeseigenen NRW.Bank einen Kredit bekommen, der über eine Landesbürgschaft abgesichert wird.

"Fifty Shades of Grey" nominiert für "Goldene Himbeere"

Die Goldene Himbeere wird seit 1980 verliehen

Der Erotikfilm "Fifty Shades of Grey" hat beste Chancen, den Preis für den schlechtesten Film des Jahres zu gewinnen. Gleich in sechs Kategorien wurde die US-Produktion für die "Goldene Himbeere" nominiert, wie aus einem im Internet veröffentlichten Video des Veranstalters hervorgeht. Auf ebenfalls sechs Nominierungen kamen die Science-Fiction Filme "Jupiter Ascending" und "Pixels" sowie die Action-Krimikomödie "Paul Blart Mall Cop 2". Die Gewinner des Schmähpreises werden am 27. Februar bekanntgegeben, einen Tag vor den Oscars. Um den Titel des schlechtesten Schauspielers streiten sich unter anderem Jamie Dornan (Fifty Shades of Grey), Adam Sandler (Pixels und The Cobbler) und Jonny Depp (Mortdecai - Der Teilzeitgauner). Bei den Frauen stehen unter anderem Dakota Johnson (Fifty Shades of Grey), Katherine Heigl (Home Sweet Hell) und Jennifer Lopez (The Boy Next Door) zur Wahl.

DW-Intendant kritisiert Flüchtlingsberichterstattung

Limbourg fordert auch mehr Informationsangebote für Flüchtlinge

Der Intendant der Deutschen Welle, Peter Limbourg, hat die Medienberichterstattung über Flüchtlinge scharf kritisiert. "Es wäre gut, wenn in vielen Redaktionen mal wieder der gesunde Menschenverstand einkehren würde", sagte Limbourg heute in Berlin. Es gebe vielfach Pauschalisierungen. Seit den Übergriffen in der Silvesternacht in Köln etwa stünden nicht mehr individuelle Schicksale und Fluchtursachen im Fokus, sondern nun noch kulturelle Unterschiede. Der Intendant rief zu einer ausgewogeneren Berichterstattung auf: "Eine Glorifizierung der Flüchtlinge ist falsch, die Probleme müssen natürlich benannt werden: ethnische Spannungen, sexuelle Übergriffe oder wenn Religion über Gesetze gestellt wird." Gleichwohl sei genauso darauf hinzuweisen, dass dies nicht die Regel sei. Limbourg appellierte an die Medien, mehr Informationsangebote für Flüchtlinge zu entwickeln. Wichtig sei, diese auf deren Mediennutzung abzustimmen und möglichst mobile Angebote etwa für Smartphones anzubieten.

Verband startet Blog zu Gewalt gegen Journalisten

Vorstand: Über Entwicklungen am rechten Rand wurde hinweggesehen

Wegen einer wachsenden Zahl von Gewalttaten gegen Berichterstatter hat der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) einen Blog gestartet. Auf Augenzeugen.info sollen Journalisten zu Wort kommen, die Opfer von rechtsextremer Gewalt wurden oder Übergriffe auf Journalisten miterlebt haben. Das teilte der Verband heute in Berlin mit. Die Augenzeugenberichte in Wort, Bild und Video sollen mit Interviews mit Experten und Politikern angereichert werden. Initiator ist der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall. Er wirft Politik, Polizei und Öffentlichkeit vor, über die Entwicklungen am rechten Rand der Gesellschaft viel zu lange hinweggesehen zu haben. Rechtsextreme machten mitten in Deutschland gezielt Jagd auf Journalisten. "Hier artikulieren sich erklärte Gegner unserer demokratischen Werte."

Iñárritu für US-Regiepreis nominiert

Auch Kandidaten für die Goldene Himbeere stehen fest

Wegweisend für die kommenden Oscar Verleihungen im Februar in Los Angeles wird der Regisseur Alejandro González Iñárritu jetzt auch vom US-Regieverband, dem Directors Guild of America (DGA), unterstützt. Der DGA nominierte Iñárritu mit seinem Drama "The Reverent", das bereits am vergangenen Sonntag drei Preise bei den Golden Globes gewonnen hatte. Die DGA-Awards werden am 6. Februar in Los Angeles verliehen. Ebenfalls bekannt sind jetzt die Anwärter für die Negativ-Auszeichnung "Goldene Himbeere", die für die schlechtesten filmischen Leistungen von der Golden Raspberry Award Foundation vergeben wird. Nominiert sind unter anderem als schlechteste Filme "Fifty Shades of Grey", "Pixels" und "Jupiter Ascending". In der Kategorie schlechteste Schauspieler gehören Jennifer Lopez (The Boy Next Door) und Gwyneth Paltrow (Mortdecai) zu den Kandidaten. Die goldene Himbeere wird am 27.Februar verliehen.

"Trapp-Familie"-Star Ruth Leuwerik gestorben

Sie wurde 91 Jahre alt

Die Schauspielerin Ruth Leuwerik ist im Alter von 91 Jahren in München gestorben. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus dem Umfeld der Familie. Mit starken Frauenrollen wurde sie in den 50er Jahren zum Vorbild einer ganzen Generation. Großen Erfolg hatte Leuwerik mit dem Kinofilm «Die Trapp-Familie» über eine junge Nonne, die sich um die Kinder eines verwitweten Barons kümmert. In den 60er Jahren zog sich die Schauspielerin mehr und mehr aus dem Filmgeschäft zurück. Mit ihrem Filmpartner Dieter Borsche galt Leuwerik in den 50ern als Traumpaar des deutschsprachigen Kinos, neben Stars wie Maria Schell und O.W. Fischer oder Romy Schneider und Karlheinz Böhm.

Manager der Großbaustelle Berliner Schloss hört auf

Rettig überzeugte mit vorbildlichem Zeit- und Kostenplan

Manfred Rettig, der erfolgreiche Manager der Mammutbaustelle Berliner Schloss, gibt überraschend sein Amt im März ab. Das teilt die von ihm geführte Stiftung in Berlin mit. Der 63-Jährige hatte seit 2009 den auf 590 Millionen Euro veranschlagten Bau vorangetrieben. Das Projekt liegt bisher im Kosten- und Zeitplan und gilt damit angesichts der zahlreichen Bau-Desaster in Berlin als Vorzeigeprojekt. Rettig war wegen seiner Durchsetzungsfreude gelegentlich sogar als Manager für den Pannenflughafen BER gehandelt worden. Über seine Nachfolge bei der Schloss-Stiftung soll im März beraten und entschieden werden, teilte der Stiftungsrat mit.

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Fotografin Candida HöferGespür für gläsernes Licht
Die Fotografin Candida Höfer am 12.9.2013 in Düsseldorf (dpa / picture alliance / Roland Weihrauch)

Berühmt wurde die Fotografin Candida Höfer mit ihren menschenleeren Bildern von Bibliotheken, Museen und Opernbühnen. Jetzt stellt der Neue Berliner Kunstverein frühe Arbeiten wie ihre Serie über "Türken in Deutschland" aus dem Jahr 1979 neuesten Bildern gegenüber.Mehr

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