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Fazit / Archiv | Beitrag vom 05.11.2013

"In einer Schachtel bekommt man nicht genug Luft in den Kopf"

Der algerische Autor Boualem Sansal über Empathie und Antisemitismus unter arabischen Jugendlichen

Moderation: Barbara Wahlster

Boualem Sansal bei der Verleihung des Friedenspreises in der Frankfurter Paulskirche. (picture alliance / dpa / Arne Dedert)
Boualem Sansal bei der Verleihung des Friedenspreises in der Frankfurter Paulskirche. (picture alliance / dpa / Arne Dedert)

In einem Essay mit dem Titel "Allahs Narren. Wie der Islamismus die Welt erobert" setzt sich Schriftsteller Boualem Sansal kritisch mit dem religiösen Fundamentalismus auseinander. Er sagt: Der Grund von Antisemitismus und Antizionismus bei arabischen Jugendlichen in Europa ist religiöse Indoktrination.

Der algerische Schriftsteller Boualem Sansal glaubt, dass der Grund von Antisemitismus und Antizionismus bei arabischen Jugendlichen in Europa die Folge religiöser Indoktrination ist. Auch zeige die Propaganda, die sich mehr und mehr auf das Feindbild des christlich-jüdischen Abendlandes verlagere, bei der zweiten und dritten Einwanderer-Generation zunehmend Wirkung. Früher hingegen hätten Jugendliche derlei für Manipulation gehalten.

Boualem, der gemeinsam mit dem israelischen Schriftsteller David Grossman eine Initiative für den Frieden zwischen Palästinensern und Israelis gegründet hat, sagte, es sei "ungemein schwer" Empathie zu lernen, wenn man nur die eigene Heimat kenne. Mehr als 90 Prozent der Jugendlichen aus Maghreb hätten noch nie ihr Land verlassen, viele Algerier seien im Alter von 40 Jahren noch nicht im Ausland gewesen. "Das zerstört mit der Zeit das Hirn", so Boualem. Das Leben in seinem Heimatland drehe sich um Stadion, Moschee und Präsident. Man müsse aber die Welt betrachten, damit der Geist sich weite. "In einer Schachtel bekommt man nicht genug Luft in den Kopf."

Das vollständige Gespräch mit Boualem Sansal können Sie mindestens bis zum 5.2.2014 in unserem Audio-on-Demand-Player hören.

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