Seit 10:07 Uhr Lesart
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 10:07 Uhr Lesart
 
 

Filme der Woche / Archiv | Beitrag vom 13.05.2009

"In Berlin"

Peter Claus sah eine als Dokumentation getarnte Werbekampagne

GRAFT Architekten ( Deutsches Museum)
GRAFT Architekten ( Deutsches Museum)

Nach über 20 Jahren in Hollywood ist Kameralegende Michael Ballhaus in seine Heimatstadt Berlin zurückgekehrt, die er in diesem Film porträtiert. Hinter der Kamera stand Co-Regisseur Ciro Cappellari. Die Vielfalt der Stadt fängt der Film jedoch nicht ein und bleibt auf Werbefilmchenniveau.

Deutschland 2008. Regie: Michael Ballhaus, Ciro Cappellari. Mitwirkende: Alexander Hacke, Danielle de Picciotto, Nele Winkler, Angela Winkler, Hakan Savas Mican, Maybrit Illner. Länge: 96 Minuten

Der Film behauptet, Alltag in Berlin in all seiner Vielfalt spiegeln zu wollen. Verantwortlich zeichnen zwei Regisseure: Kamera-Altmeister Michael Ballhaus und der in Spielfilmen für sehr zärtliche, in die Tiefe gehende Charakterstudien bekannte Ciro Cappellari, der vor einigen Jahren mit "Zeit der Flamingos" begeisterte.

Was sie liefern ist ein flaches, angeberisches Filmchen zur Hauptstadtwerbekampagne "Be Berlin!". Promis wie die Politiker Steinmeier und Wowereit dürfen viel reden, haben aber nichts zu sagen, und die Bilder voller Szene-Schick ebenso wenig. "Berlin ist hip", das ist die entscheidende Ansage - eine Aussage findet sich nicht. Ausnahme: Schauspielerin Angela Winkler und ihrer Tochter Nele, die das Down-Syndrom hat. Wenn sie gezeigt werden, ist Leben zu ahnen. Ansonsten gibt's nur Konservenkost - fad.

Michael Ballhaus ist als Kameramann berühmt. Er hat viele Filme von Fassbinder und von Scorsese fotografiert, hat dafür viele Preise bekommen. Das lässt auf tolle Bilder hoffen. Die Hoffnung wird teilweise eingelöst. Manches ist stimmungsvoll, die Architektur fein choreographiert eingefangen, vor allem glänzen schöne Luftaufnahmen.

Wobei: Ballhaus hat nicht fotografiert, hier zeichnet Cappelari verantwortlich. Leider werden die tollen Bilder von den Interviewsequenzen überdeckt und verdrängt. Da prägt sich letztlich nichts ein. Und Berlin in seiner Vielfalt, fern von Klischees, ist nicht zu sehen. Mitreißend ist das nicht. Für mich wird hier aus der geplanten Werbung harsche Anti-Werbung.

Filmhomepage "In Berlin"

Filme der Woche

Neu im KinoAttraktive Chefin im tristen Büro
Der britische Schauspieler Nick Frost (dpa / picture alliance / Dan Himbrechts)

Bruce war drauf und dran, als 13-Jähriger die Salsa-Junioren-WM zu gewinnen. Dann hat er lange mit dem Tanzen nichts mehr am Hut - bis er eine neue Chefin bekommt. Um sie zu beeindrucken, fängt er wieder damit an.Mehr

Neu im KinoUnsterblich verliebte Todgeweihte
Schauspielerin Shailene Woodley, aufgenommen am 30. März 2014 in London. (picture alliance / dpa / Tal Cohen)

Die Jugendbuchverfilmung um die 16-jährige Hasel, die unheilbar an Schilddrüsenkrebs erkrankt ist, schafft, was schon der Romanvorlage gelang: unkonventionelle Charakterzeichnung und Herzkino ohne Gefühlsduselei.Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur