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Im Stream

Bringt das Netz neue Spielarten literarischer Intellektualität hervor?

Von Florian Felix Weyh

Viele Schreiber erzeugen gemeinsam einen Stream.
Viele Schreiber erzeugen gemeinsam einen Stream. (picture alliance / dpa - Oliver Berg)

Der kollektive "stream of consciousness" im Netz - Vorbild für eine E-Literatur der Zukunft, für eine künftige literarisch-politische Intellektualität? Trotz des Siegeszugs von Internet und Smartphones scheinen sich literarische Ausdrucksformen wieder dem vertrauten Papier zugewandt zu haben. Manche Gattungen jedoch scheinen elektronisch emanzipiert.

Die spitzzüngigsten Aphorismen finden sich mittlerweile auf Twitter, und die Form des bebilderten Essays à la Alexander Kluge hat in den sozialen Netzwerken eine ungeahnte Weiterentwicklung genommen.

Freilich benutzt nicht mehr nur ein singulärer Autor diese Technik, viele Schreiber erzeugen gemeinsam den Stream. Äußerungen erfolgen nicht mehr ex cathedra von oben nach unten, sondern mit Rückkanal. So entsteht ein vielschichtiges Text-Gedanken-Konvolut, ein kollektiver "stream of consciousness". Allerdings bleibt die Zeitsouveränität des Lesers auf der Strecke: Der Stream will dauernd beobachtet und überwacht sein, was ihn so faszinierend wie beängstigend macht.

Avantgarde-Blase wie bei der Hypertextliteratur vor einem Jahrzehnt? Oder entstehen hier Strukturen für eine E-Literatur der Zukunft, für eine literarisch-politische Intellektualität, die irgendwann den papiernen Diskursen den Rang ablaufen wird?

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