Mittwoch, 27. Mai 2015MESZ15:45 Uhr

Literatur

Athen bei NachtWenn sich der Abend senkt
Athen - Akropolis Griechenland (picture alliance / dpa / Andreas Neumeier)

Der Schriftsteller Andreas Schäfer ist fasziniert von der Widersprüchlichkeit Athens. Um ihrem Rätsel näherzukommen, erkundet er auf einem Moped das abendliche und nächtliche Athen.Mehr

Fritz Rudolf Fries zum GedenkenDer Rausch im Niemandsland
Fritz Rudolf Fries (imago/ gezett)

Im Alter von sechs Jahren zog der in Bilbao geborene Fritz Rudolf Fries in die DDR. Jazz, Literatur, Politik: Von einem magischen Dreieck handelt das Feature über den späteren Schriftsteller, der letztes Jahr gestorben ist und am 19. Mai 80 Jahre alt geworden wäre.Mehr

OptimierungEntwürfe des perfekten Menschen
Smartphone mit einer Fitness-App, daneben eine Hantel auf einem Handtuch (Imago / Westend61)

In zeitgenössischen Romanen von Juli Zeh, Angelika Meier, Benjamin Stein und anderen wird der Mensch mittels Medizin und Technik optimiert. Dabei stellt sich die Frage: Was ist Science Fiction und was bereits Realität? Mehr

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Literatur / Archiv | Beitrag vom 02.12.2012

Im Stream

Bringt das Netz neue Spielarten literarischer Intellektualität hervor?

Von Florian Felix Weyh

Viele Schreiber erzeugen gemeinsam einen Stream. (picture alliance / dpa - Oliver Berg)
Viele Schreiber erzeugen gemeinsam einen Stream. (picture alliance / dpa - Oliver Berg)

Der kollektive "stream of consciousness" im Netz - Vorbild für eine E-Literatur der Zukunft, für eine künftige literarisch-politische Intellektualität? Trotz des Siegeszugs von Internet und Smartphones scheinen sich literarische Ausdrucksformen wieder dem vertrauten Papier zugewandt zu haben. Manche Gattungen jedoch scheinen elektronisch emanzipiert.

Die spitzzüngigsten Aphorismen finden sich mittlerweile auf Twitter, und die Form des bebilderten Essays à la Alexander Kluge hat in den sozialen Netzwerken eine ungeahnte Weiterentwicklung genommen.

Freilich benutzt nicht mehr nur ein singulärer Autor diese Technik, viele Schreiber erzeugen gemeinsam den Stream. Äußerungen erfolgen nicht mehr ex cathedra von oben nach unten, sondern mit Rückkanal. So entsteht ein vielschichtiges Text-Gedanken-Konvolut, ein kollektiver "stream of consciousness". Allerdings bleibt die Zeitsouveränität des Lesers auf der Strecke: Der Stream will dauernd beobachtet und überwacht sein, was ihn so faszinierend wie beängstigend macht.

Avantgarde-Blase wie bei der Hypertextliteratur vor einem Jahrzehnt? Oder entstehen hier Strukturen für eine E-Literatur der Zukunft, für eine literarisch-politische Intellektualität, die irgendwann den papiernen Diskursen den Rang ablaufen wird?

Manuskript zur Sendung als PDF-Dokument oder imbarrierefreien Textformat