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Kulturpresseschau

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Fazit

Brasiliens KulturszeneZerrissen wie nie
Blick auf die Stadt Rio de Janeiro und die Bucht, links ist die Christusstatue zu sehen 

Wenige Tage vor der Stichwahl um das Präsidentenamt streiten die Kulturschaffenden in Brasilien über die Frage, für wen sie ihr Kreuz machen sollen. Die Auseinandersetzung wird emotional geführt - und verursachte sogar das Aus einer Filmfirma.Mehr

FilmmusikKlänge für den Kampf gegen den Hai
Pierre Brice (l) als Apachen-Häuptling Winnetou und Lex Barker als sein Blutsbruder Old Shatterhand in einer Szene des Karl-May-Films "Im Tal des Todes". Lex Barker sitzt auf einem Pferd mit einem Gewehr in der Hand. Beide schauen in die Ferne.

Moderne Musik für einen Stummfilmklassiker: Bei den Filmmusiktagen Sachsen-Anhalt üben sich zum Beispiel junge Komponisten. Doch auch die renommierten Vertreter kommen in Halle auf ihre Kosten und es gibt eine Ehrung für den Komponisten der Winnetou-Musik.Mehr

OperDie Verehrer sind allesamt Trottel
Das Gebäude des Nationaltheaters in München, einer der Spielorte der Bayerischen Staatsoper. Vor dem Gebäude steht das Reiterdenkmal des ersten Königs von Bayern, Max I. Joseph.

In "Die Sache Makropulos" lebt die Hauptfigur Emilia Marty ohne zu Altern, umschwärmt von Liebhabern mehrerer Generationen, und fragt sich: Weiterleben oder doch endlich sterben? Musikalisch gelingt diese tragikomische Oper, doch hapert es bei der Regie.Mehr

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Fazit / Archiv | Beitrag vom 14.06.2012

Im Keller eingemauert

Uraufführung von "Mörder Kaspar Brand" in Düsseldorf

Von Ulrike Gondorf

Der Schriftsteller Edgar Allan Poe lieferte die Vorlage zu der Oper "Mörder Kaspar Brand".
Der Schriftsteller Edgar Allan Poe lieferte die Vorlage zu der Oper "Mörder Kaspar Brand". (AP Archiv)

Ein Restaurantbesitzer wird zum "Mörder Kaspar Brand" durch eine Tat, die er aus Eifersucht verübt. Dem Psychogramm dieses Täters spürt der Komponist Anno Schreier in einem Auftragswerk für die Deutsche Oper am Rhein nach - inspiriert von einer Schauergeschichte von Edgar Allan Poe.

Anno Schreier ist erst 33; aber er hat jetzt bereits seine vierte Oper uraufgeführt. Sein Interesse gilt dabei eher den inneren Konflikten als den äußeren Ereignissen, und ein gewisser Zug ins Düstere verbindet seine Stücke. Das gilt auch für "Mörder Kaspar Brand", eine Kammeroper auf der Grundlage einer Schauergeschichte von Edgar Alan Poe: Der Täter lockt sein Opfer in den Keller und mauert es dort ein.

Mit seinem Librettisten Philipp J. Neumann, der zugleich der Regisseur der Düsseldorfer Uraufführung ist, hat Schreier sich aber von der genialen Einfachheit der Poe-Erzählung weit weglocken lassen. Mit einem Wust von Einzelheiten bis hin zu den Namen französischer Lokale und Spezialitäten konstruieren die beiden eine verschachtelte, zwischen Erinnerung und Halluzination taumelnde Geschichte von einem strauchelnden Restaurantchef und seinem mächtigen Konkurrenten und persönlichen Rivalen und einem brutalen Eifersuchtsmord – und am Ende war dann doch alles ganz anders.

Als Regisseur verkompliziert Philipp J. Neumann nochmals sein eigenes Libretto. Was sich las wie ein subtiler Horrorfilm von Claude Chabrol, in dem unter bürgerlich-glatter Oberfläche plötzlich Gewalt und Wahnsinn aufbrechen, wird zum Spiel in einer Zirkusmanege, mit hinzuerfundenen stummen Figuren und surrealen Traumsequenzen. Der Zuschauer bleibt am Ende einigermaßen ratlos zurück – unter dem Eindruck, dass die Musik von Anno Schreier, von Textmassen gejagt, nur selten sich kommt.

Dann zeigt sie souveräne handwerkliche Qualität – ein Avantgardist ist Schreier nicht. Er scheut weder die Tonalität noch die kantable Linie, bewegt sich mit der Souveränität der Postmoderne durch alle Tonsprachen, die im letzten Jahrhundert auf der Opernbühne gesprochen worden sind. Der Klang ist dunkel grundiert, beherrscht von Kontrabässen, Celli und Blechbläsern, zwei tiefe Männerstimmen sind die Protagonisten. Es gibt hochexpressive Momente, aparte Farbmischungen, gekonnte Zitat- und Parodieeffekte, die ein Kammerorchester der Düsseldorfer Symphoniker unter der Leitung von Wen Pin Chien virtuos umsetzt. Im durchweg sehr guten Sängerensemble dominiert James Bobby als tragisch zerrissener Kaspar.

Informationen der Rheinoper zu "Mörder Kaspar Brand"

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Der Augenarzt als Opernheld
Blindsein macht keine Opernhelden