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Konzert / Archiv | Beitrag vom 30.10.2012

"Ihr verfluchten Kriege!"

Liederabend zum Osnabrücker Friedenstag

Trauerbotschaft (Historische Bildpostkarten. Universität Osnabrück. Sammlung Prof. Dr. S. Giesbrecht)
Trauerbotschaft (Historische Bildpostkarten. Universität Osnabrück. Sammlung Prof. Dr. S. Giesbrecht)

Wenn man an Kunstprodukte denkt, die sich mit dem Ersten Weltkrieg beschäftigen, dann fallen einem zunächst Werke der Bildenden Kunst und der Literatur ein, allem voran Erich Maria Remarques Roman "Im Westen nichts neues", Gedichte von Bertolt Brecht, Bilder von Käthe Kollwitz, Otto Dix oder Max Beckmann, vielleicht noch die Anti-Kriegs-Lyrik des Expressionismus.

Der Versuch, entsprechend prominente musikalische Werke zu nennen, wird scheitern. Haben also Komponisten keinen Grund gesehen, sich in ihrer Kunst mit dem epochalen Ereignis auseinanderzusetzen?

Das Konzert will einen Beitrag dazu leisten, das Gegenteil zu beweisen. Es will im Genre des Kunstliedes ein breites Spektrum von Werken zu Gehör bringen, die sich schon während des Krieges zum Kriegsgeschehen äußerten und dabei dessen negative Seiten hervorkehren, sei es betroffen, kritisch oder auf das Ende der Feindseligkeiten hoffend.

Sie zeigen nicht Hurrapatriotismus, Kriegsbegeisterung und Feindesschelte, sondern kehren das grausame Gesicht des Krieges hervor und bringen dessen Brutalität, Tragik und Verderbnis zum Ausdruck.
Osnabrücker Friedensgespräche


Osnabrücker Schloss, Aula
Aufzeichnung vom 25.10.2012

Ihr verfluchten Kriege!
Liederabend zum Ersten Weltkrieg

"alles Leben keinen Blechbatzen wert" - Schrecken des Krieges
Franz Schreker: Das feurige Männlein (1915, Text: Alfons Petzold)
Charles Ives: In Flanders Fields (1917, Text: John Mc Crae)
Josef Bohuslav Foerster: Nacht im Felde (1915, Text: Ernst Lothar)
Franz Lehár: Fieber. Tondichtung (1915, Text: Erwin Weill)

"Unermessliche Betrübnis" - Trauerstimmung
Giacomo Puccini: Morire? (1917, Text: Giuseppe Adami)
Lili Boulanger: Dans l'immense tristesse
(1916, Text: Bertha Galeron de Calone)
Anton Webern: Vier Lieder für Gesang und Klavier op. 12 (1915/1917)
1. Der Tag ist vergangen (Volkslied)
3. Schien mir's, als sah ich die Sonne (Text: August Strindberg)
Hans Pfitzner: Trauerstille, op. 26,4 (1916, Text: G.A.Bürger)

'"Der Sieg ist unser" - Bekenntnisse
Charles Hubert Parry: A Hymn for Aviators
(1915, Text: Mary C.D. Hamilton)
Claude Debussy: Noël des Enfants qui n’ont plus de maison
(1915, Text: Claude Debussy)
Ruggero Leoncavallo: La Victoire est à nous
(1915, Text: P. Choudens)

ca. 21:00 Uhr Konzertpause mit Nachrichten

"O Frauen, ihr werdet leiden" - Frauenschicksale
Franz Lehár: Ich hab ein Hüglein im Polenland. Ein Frauenlied
(1915, Text: K. D. Zwerger)
Jean de Lize: Guerres maudites par les Mères
(o.J., Text: Emmanuel Ducros)
Erich Wolfgang Korngold: Das Heldengrab am Pruth op. 9,5
(1916, Text: Heinrich Kipper)

"müde von dem vielen Tod" - Kriegsverdruss
Hanns Eisler: Dumpfe Trommel und berauschtes Gong
("im Felde August 1917")
1. Der müde Soldat (Text: Schi.King/Klabund)
2. Die rote und die weiße Rose (Text: Li-Tai-Pe/Klabund)
Paul Hindemith: Schlagt! Schlagt! Trommeln! op. 14,3
(1919, Text: Walt Whitman)

"Kein Bruder vergießt mehr Bruderblut" - Frieden
Gabriel Fauré: C'est la Paix (1919, Text: Georgette Bebladis)
Felix Weingartner : Freiheitsgesang (1918, Text: F. Weingartner)
Richard Strauss: Lied der Frauen, wenn die Männer im Kriege sind op. 68,6
(1918, C. Brentano)

Fionnuala Mc Carthy, Sopran
Klaus Häger, Bariton
Karola Theill, Klavier
Stefan Hanheide, Moderation


Programmheft Liederabend als PDF

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