Seit 14:05 Uhr Religionen
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 14:05 Uhr Religionen
 
 

Fazit / Archiv | Beitrag vom 18.05.2007

"Ich sehe die Dinge immer von ihrer grotesken Seite"

Schriftsteller Walter Kempowski über sein Leben

Walter Kempowski (AP)
Walter Kempowski (AP)

Einen Tag vor Eröffnung der Ausstellung seines literarischen Archivs in der Berliner Akademie der Künste hat der schwerkranke Schriftsteller persönlich über sein Leben und Werk gesprochen. Kempowski, der mit einem Krebsleiden im Krankenhaus liegt, sagte im Deutschlandradio Kultur: "Ich bin ein glücklicher Mensch, ich habe ein heiteres Temperament, ich sehe die Dinge immer von ihrer grotesken Seite."

Mit Zufriedenheit blicke er auf sein Leben zurück. "Ich bin 78, und es wird Zeit, sich zu verabschieden. Ich hab genug getan, ich war 30 Jahre Pädagoge, habe 40 Bücher geschrieben, das reicht allmählich."

Dennoch schreibe er regelmäßig Tagebuch, auch jetzt im Krankenhaus. So seien bisher ungefähr 20.000 Seiten zusammengekommen. Einige dieser Tagebücher habe er bereits publiziert.

Sein letztes Buch, "Alles umsonst", liege ihm - vor allen anderen Veröffentlichungen- besonders am Herzen, denn darin werde die Flucht eines Jungen aus Ostpreußen beschrieben. "Ich war in demselben Alter damals, habe die Flucht aus Berlin überlebt, ich war 15, als sie mich dorthin schickten, um Berlin zu verteidigen."

In seinem Leben habe es viele schöne Momente gegeben. "Der schönste wird morgen sein." Dass er selbst bei der Ausstellungnicht anwesend sein könne, sei "nicht so schlimm. Ich kenne ja die Materialien."

Kulturpresseschau

weitere Beiträge

Fazit

Internationaler Leibniz-KongressEuropa als Universum der Gelehrten
Blick auf die Leibniz Universität in Hannover (Juli 2016) (imago/Rust)

Unter dem Motto "Für unser Glück oder das Glück anderer" wird Hannover im Rahmen des Internationalen Leibniz-Kongresses Schauplatz von mehr als 300 wissenschaftlichen Vorträgen. Dabei setzt die Europa-Vision des Universalgelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz einen besonderen Akzent.Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur