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Fazit / Archiv | Beitrag vom 12.09.2011

"Ich bin ja nicht auf der Suche nach diesem Bäng-Bäng"

Krisenfotografin Anja Niedringhaus über ihre Arbeit

Anja Niedringhaus im Gespräch mit Ulrike Timm

Die Fotografin berichtet aus Krisen- und Kriegsgebieten (picture alliance / dpa / Ulrich Perrey)
Die Fotografin berichtet aus Krisen- und Kriegsgebieten (picture alliance / dpa / Ulrich Perrey)

In der Männerdomäne Kriegsfotografie ist Pulitzerpreisträgerin Anja Niedringhaus eine der ganz wenigen Frauen. Es ginge ihr nicht darum, die Militärmaschinerie oder die Größe der Waffen zu zeigen. Sie interessiere sich für die Anliegen der leidenden Menschen in diesen Ländern.

Anja Niedringhaus: Das sind die ruhigeren Bilder eigentlich. Ich bin ja nicht auf der Suche nach diesem Bäng-Bäng, weil ich glaube, dass andere Fotos viel mehr zeigen können – wenn man zeigen kann, wie Zivilisten jahrelang in einem Krieg weiterleben können, wie die ihr tägliches Leben halt organisieren. Und natürlich hat jeder Krieg eine militärische Seite, und die fotografiere ich auch und mache öfters Embeds, aber was mich schon mehr interessiert, sind die Zivilisten, die in dem Krieg leiden und die sich in diesem Krieg zurechtfinden müssen.

Ulrike Timm: Können Sie uns ein Beispiel geben für so ein Bild, das sich der Fotografin, die es gemacht hat, eingebrannt hat?

Niedringhaus: Es sind so viele. Es sind so viele, weil in der Ausstellung wird Libyen gezeigt, Afghanistan, Irak, Gazastreifen, und ich möchte keines dieser Fotos missen und auch keines abgeben, und ich hoffe, dass sie stellvertretend stehen für viele andere Fotos. Ich möchte mir nie eines rauspicken. Das ist, wie wenn man Kinder hat und sagt: Das älteste ist das hübscheste, und der …

Timm: Sie sind ja mitten drin. Sie berichten auf fotografisch von der Front.

Niedringhaus: Ja.

Sie können die schriftliche Fassung des ausführlichen Interviews nachlesen, das im Radiofeuilleton lief.

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Deutschlandradio macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

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