Donnerstag, 21. August 2014MESZ23:58 Uhr

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsDie Frau der Stunde
Die finnisch-estnische Autorin als Ehrengast während eines Interviews im Gresham Palast auf dem 21. Budapest International Book Festival in Budapest, Ungarn, am 24. April 2014. 

Die "Süddeutsche Zeitung" und die "Welt" widmen sich der prophetischen Kraft des neuen Romans der finnisch-estnischen Autorin Sofi Oksanen. Und die "FAZ" lässt einen hochrangigen Vertreter des Islamischen Staates zu Wort kommen. Mehr

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Fazit

AtonalEchos von der Schweinehaut
Der Eingang zum Club Tresor in der Köpenicker Straße in Mitte am 12.02.2009 in Berlin während der Party "Transducers! Berlin - London - Wien" von Filmbranche und elektronischer Musikszene

Das Festival Berlin Atonal startete im Berliner Club Tresor mit dem Ensemble Modern und Klassikern der Minimal Music. Es klang nach einer Verneigung vor historischen Größen elektronischer Musik. Mehr

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Der Brite Michael Clark, seit 30 Jahren als "Revoluzzer" des klassischen Balletts bekannt, sorgt beim Tanzfestival "Tanz im August" in Berlin für einen ersten Höhepunkt. Bei ihm wird Punk Design.Mehr

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Vorgaben, Verhaltensgrundsätze und natürlich Verbote sind das Revier der Lokalfürsten. Nun hat auch mal wieder eine Berliner Ortsteilpolitikerin zugeschlagen. Kopfschüttelnd empört sich eine Bezirksbürgermeisterin über Rollkoffer.Mehr

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Fazit / Archiv | Beitrag vom 19.07.2006

Historiker Plöckinger: Hitlers "Mein Kampf" hatte viele Leser

Moderation: Gabi Wuttke

Adolf Hitler im Jahr 1937
Adolf Hitler im Jahr 1937 (AP-Archiv)

In Historikerkreisen herrschte lange die Überzeugung, dass Hitlers "Mein Kampf" nur wenige Menschen tatsächlich gelesen hatten. Dem entgegnet der Historiker Othmar Plöckinger, dass das Buch nach den ersten Wahlsiegen der Nationalsozialisten auf "breiterer Basis" diskutiert worden sei als gerade in der ersten Zeit nach dem Erscheinen.

Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Gespräch mit Othmar Plöckinger:

Gabi Wuttke: Wer hat "Mein Kampf" nachweisbar seit dem Erscheinungsjahr '25 bis zur Machtübernahme gelesen?

Othmar Plöckinger: Nachweisbar ist es in vielen Bereichen. Die ersten intensiven Reaktionen kamen natürlich von ideologisch sehr nahe stehenden, aber trotzdem Gegnern Hitlers aus dem rechten völkischen Lager. Dort wurde das Buch als Angriff auf die traditionelle völkische Weltanschauung empfunden, aber auch Gegner vor allem im jüdischen Bereich, die jüdischen Abwehrblätter, auch der Zentralverein hat sich in den ersten Jahren sehr intensiv mit dem Buch beschäftigt.

Wuttke: Wer befasste sich denn genau entweder gefällig oder kritisch, vielleicht auch satirisch mit "Mein Kampf"?

Plöckinger: Ja, es lässt sich nachweisen, dass etwa die Kreise um Ludendorf, also der ehemalige Kampfgefährte Hitlers, mit dem er sich nach '25 ja entzweit hat, sehr kräftig gegen das Buch gearbeitet haben, es in öffentlichen Veranstaltungen heruntergemacht haben, es in Kritiken, Besprechungen sehr massiv verrissen haben, es als Unsinn, als Dummheit beschrieben haben. Das lässt sich sehr intensiv belegen. Es hat auch Satire gegeben. Der Simplicismus in München hat sich satirisch in München beschäftigt. (…)

Wuttke: Lassen sich daraus Schlussfolgerungen ziehen, inwieweit besonders das bürgerliche Lager schon ab '25 über den Mann Adolf Hitler und seine politischen Visionen diskutierte, um später unter Umständen doch zu sagen: Wir haben von nichts gewusst.

Plöckinger: Also, ich würde hier differenzieren. Die erste Zeit nach dem Erscheinen des Buches war ein kurzes Auflodern. Hitler hatte noch den gewissen Exoten-Bonus, wenn man so will. Nach dem gescheiterten Putsch, nach seinem Prozess hat man sich noch interessiert. Die Jahre danach sind natürlich etwas abgeflaut - bis zu den ersten Wahlsiegen '29, '30. Dann ist das Buch wieder erneut in Diskussionen geraten und dann auf wesentlich breiterer Basis.


Das vollständige Gespräch mit Othmar Plöckinger können Sie für begrenzte Zeit in unserem Audio-on-Demand-Angebot hören.