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Kulturnachrichten

Freitag, 20. November 2015

Herta Müller erhält Heinrich-Böll-Preis

Schriftstellerin wurde in Köln geehrt

Herta Müller hat am Abend den Heinrich-Böll-Preis der Stadt Köln erhalten. Wie Heinrich Böll sei Müller eine große literarische Chronistin der Abgründe des 20. Jahrhunderts, hieß es in der Begründung der Jury. Mit ihrem 1982 noch in Rumänien geschriebenen Roman "Niederungen" habe sie ihre Heimat als literarischen Ort neu für die deutsche Sprache gewonnen. Als Höhepunkt von Müllers Werk gilt ihr 2009 erschienener Roman "Atemschaukel" über den Alltag in einem sowjetischen Gulag. Im selben Jahr erhielt sie den Literaturnobelpreis. Seitdem produzierte Müller weitere wichtige Bücher, zuletzt den Essayband "Hunger und Seide". Der Preis ist mit 20 000 Euro dotiert. Der Heinrich-Böll-Preis wird seit 1985 an Autoren mit herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der deutschsprachigen Literatur verliehen.

Ernst-Bloch-Preis für Axel Honneth

Ehrung für Sozialphilosoph

Axel Honneth ist mit dem Ernst-Bloch-Preis der Stadt Ludwigshafen geehrt worden. In der Begründung der Jury heißt es, Honneths Leben und Werk stünden "wie bei keinem anderen bedeutenden Philosophen der Gegenwart" in der Tradition der Kritischen Theorie, die die bürgerlich-kapitalistische Gesellschaft kritisch analysiert. Der Ernst-Bloch-Preis wird für herausragendes wissenschaftliches oder literarisches Schaffen mit philosophischer Grundhaltung vergeben und zählt zu den herausragenden Kulturpreisen in Europa. Honneth (66), der Direktor des Instituts für Sozialforschung an der Frankfurter Johann Wolfgang Goethe-Universität, nahm die mit 10 000 Euro dotierte Ehrung in Ludwigshafen entgegen.

Historiker Rudolf von Thadden gestorben

Göttinger Historiker starb mit 82 Jahren

Der Göttinger Historiker Rudolf von Thadden ist tot. Der Geschichtswissenschaftler sei nach schwerer Krankheit schon am Mittwoch im Alter von 82 Jahren gestorben, teilte der Wallstein-Verlag heute mit. Der frühere Rektor der Universität Göttingen beschrieb und erforschte in seinen Arbeiten die Geschichte Deutschlands und Europas. Sein besonderes Augenmerk lag auf Polen und Frankreich. Der Aussöhnung mit diesen Ländern galt neben dem wissenschaftlichen auch sein politisches Engagement. Er veröffentlichte zahlreiche Werke zur französischen und deutschen Geschichte der Neuzeit. Von Thadden war im Auftrag der Bundesregierung Koordinator für die deutsch-französische Zusammenarbeit und Direktor des Berlin-Brandenburgischen Instituts für Deutsch-Französische Zusammenarbeit in Europa. Er war außerdem Mitglied des Deutschen Evangelischen Kirchentages und der Académie Universelle des Cultures in Paris.

Einbruch in Verona-Museum

Bilder von Mantegna, Tintoretto und Rubens in Verona geraubt

Bei einem Einbruch in das städtische Musuem von Verona sind 15 Gemälde von großem Wert geklaut worden. Dabei handelt es sich um fünf Gemälde von Tintoretto, sowie um Werke von Rubens und Mantegna und andere Maler, berichtet die italienische Nachrichtenagentur ANSA. Drei bewaffnete und vermummte Männer drangen in das Museum ein, das im Schloss Scaligero untergebracht ist. Zwei Männer bedrohten einen Aufseher und eine Kassiererin und einer brachte die Bilder weg. Der Bürgermeister von Verona, Flavio Tosi, geht von einer Auftragstat aus. Am Werk waren Profis, die das Museum gut kannten und genau wussten, was sie mitnehmen wollten. Die Räuber werden nun in ganz Italien gesucht.

David Bowie veröffentlicht erste Single von neuem Album

Rückkehr zum Raumfahrer-Thema

Die britische Rock-Ikone David Bowie hat eine erste Single von seinem bevorstehenden neuen Album veröffentlicht. Der von einem fast zehnminütigen Video im Online-Dienst YouTube begleitete Song "Blackstar" veranlasste die Fangemeinde des 68-Jährigen nach der Veröffentlichung heute umgehend zu Lobes-Hymnen. Das Album "Blackstar" kommt am 8. Januar heraus - Bowies 69. Geburtstag. Zuletzt veröffentlichte der Musiker im Jahr 2013 das Album "The Next Day".

Wedel inszeniert "Hexenjagd"

Programmvorstellung Bad Hersfelder Festspiele

Der Regisseur Dieter Wedel eröffnet die 66. Saison des Freilicht-Theaterfestivals mit seiner Inszenierung der Tragödie "Hexenjagd". Der Intendatn stellte sein Programm für die kommenden Bad Hersfelder Festspiele heute mit zweiwöchiger Verspätung vor. Das Stück "Hexenjagd" des amerikanischen Dramatikers Arthur Miller sei heute noch von verstörender Aktualität, sagte Wedel. Das Stück sei "ein spannender Polit-Thriller und zugleich ein beklemmendes, bewegendes menschliches Drama". Neid und Missgunst führten auch heutzutage zu Hetze und Verunglimpfungen. Moderne Hexenjagden fänden täglich in sozialen Netzwerken im Internet statt. Die kommende Saison geht vom 24. Juni bis 28. August über die Bühne. Wedel hatte das Programm beim ursprünglichen Termin wegen eines Etatstreits und unsicherer Finanzierung nicht offiziell vorstellen können.

Deutscher Tanzpreis verliehen

Mit dem Preis wird der Tanzpädagoge Martin Puttke geehrt

Der Deutsche Tanzpreis 2016 geht an den Tanzpädagogen und langjährigen Ballettdirektor des Essener Aalto-Balletts Martin Puttke. Der nicht dotierte Preis wird seit 1983 als Anerkennung für ein herausragendes Lebenswerk in der Tanz- und Ballettwelt vergeben. Preisträger der vergangenen Jahre waren unter anderem Pina Bausch, Marcia Haydée und John Neumeier. Der Tanzpreis Zukunft geht an den brasilianischen Tänzer Marcos Menha (Ballett am Rhein Düsseldorf/Duisburg)und an den aus Moskau stammenden Choreographen Andrey Kaydanovskiy (Wiener Staatsballett).

Kluger Kopf spielt am Konzertflügel

Lang Lang spielt die F.A.Z.

Die legendäre Anzeigenserie „Dahinter steckt immer ein kluger Kopf feiert ihr 20-jähriges Jubiläum mit einem besonderen Höhepunkt: Weltstar Lang Lang interpretiert die Frankfurter Allgemeine Zeitung auf dem Klavier. Statt Notenblättern ziert den Konzertflügel des Starpianisten eine Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Auf dem Programm steht das Wirtschaftsressort und der Politikteil. Exklusiv interpretiert Lang Lang neun Artikel der Zeitung. Im Rahmen der Fotoserie entsteht auch ein musikalischer Film mit dem Pianisten. Lang Lang ist der 88. „Kluge Kopf und fügt der Kampagne das erste musikalische Werk hinzu. Seit Beginn der Serie ließen sich bereits zahlreiche klassische Musiker ablichten, darunter auch die Berliner Philharmoniker. Mit dem deutschen Journalisten Friedrich Nowottny begann 1995 die Reihe der „Klugen Köpfe. 2015 wurde die Werbekampagne beim deutschen Kreativwettbewerb, dem ADC Festival, mit zweimal Gold, einmal Silber und zweimal Bronze prämiert.

Weiter Kritik an ESC-Nominierung von Xavier Naidoo

Ablehnung nun auch von der SPD

Die ARD-Entscheidung, Xavier Naidoo zum Eurovision Song Contest (ESC) zu schicken, stößt in der SPD auf Ablehnung. Die stellvertretende Bundestagsfraktionschefin Eva Högl sagte der "Rheinischen Post", sie finde die Entscheidung falsch. Bei einem europäischen Wettbewerb müsse man nicht einen so umstrittenen Künstler ins Rennen schicken. Naidoos homophobe Äußerungen und seine Nähe zu den rechtspopulistischen "Reichsbürgern" finde sie abstoßend, sagte Högl, die im SPD-Fraktionsvorstand für Kulturpolitik zuständig ist. Der haushaltspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Johannes Kahrs, bat den NDR in der "Passauer Neuen Presse", die Entscheidung für Naidoo zu überdenken. Der Schlagerkomponist und Produzenten Ralph Siegel sagte dem "Focus", es sei fragwürdig, keinen deutschen Vorentscheid zu veranstalten, bei dem auch der musikalische Nachwuchs eine Chance gehabt hätte. Allerdings begrüßte Siegel die Entscheidung für Naidoo; er sei "ein richtig guter Künstler".

Xavier Naidoo reagiert auf Angriffe

Bekenntnis zu Meinungsfreiheit und Toleranz

Angesichts der Kritik an seiner Entsendung zum Eurovision Song Contest (ESC) hat sich der Sänger Xavier Naidoo öffentlich zu Meinungsfreiheit und Toleranz bekannt. Er sei von Anfang an für diese Werte eingetreten, erklärte Naidoo auf der ARD-Homepage. Keiner, der ihn kenne, habe ihm "jemals auch nur annähernd das Gegenteil vorgeworfen". Die Entscheidung der ARD, ihn 2016 ins Rennen zu schicken, wird vor allem in sozialen Netzwerken kritisiert. Naidoo wird vorgeworfen, in Liedern gegen Juden und Homosexuelle zu hetzen. Ihm widerstrebe, sich für etwas zu rechtfertigen, was er nicht sei, erklärte der Soulsänger aus Mannheim. Er sei froh, in einem bunten Deutschland zu leben "mit einer Vielfalt an Lebensentwürfen und Religionen, über die ich mich freue". Auch habe er immer betont, dass er die Auffassung der rechtspopulistischen "Reichsbürger" nicht teile. Es sei schade, betonte Naidoo, dass Menschen, die ihn offensichtlich nicht kennen würden, substanzlos und schlecht über ihn redeten. Auf der Internetseite "change.org" unterzeichneten inzwischen mehr als 11.000 Menschen eine Online-Petition gegen den Auftritt Naidoos beim ESC in Stockholm.

Neues Adele-Album nicht auf Streaming-Diensten

Drittes Studioalbum "25" erscheint heute

Die Entscheidung gilt als Meilenstein für die Musikindustrie: Pop-Sängerin Adele wird ihr neues Album "25" nach Informationen der "New York Times" nicht über Streamingdienste verbreiten. Die Zeitung beruft sich auf drei Quellen. Ein Sprecher Adeles habe das nicht kommentieren wollen. Das Album, das heute veröffentlicht wird, gilt als eine der wichtigsten Musikproduktionen des Jahres. Die bereits ausgekoppelte Single "Hello" und das Video brachen im Internet bereits reihenweise Rekorde. Es ist Adeles drittes Studioalbum und das erste seit fast fünf Jahren. Die Britin gilt als eine der wenigen verbliebenen Umsatzgaranten einer kriselnden Branche. Die Plattenfirmen versprechen sich von "25" Millionenumsätze.

Zwei deutsche Kurzfilme auf "Oscar"-Kandidatenliste

Finalisten stehen im Januar fest

Zwei deutsche Filmemacher können sich Hoffnungen auf einen Oscar in der Kategorie "Live-Action-Kurzfilm" machen. Patrick Vollrath aus Bad Grund im Harz hat es mit seinem Kurzspielfilm "Alles wird gut" auf eine Liste von zehn Kandidaten geschafft. Auch der in Berlin gedrehte Film «Bis Gleich» des gebürtigen Hamburger Regisseurs Benjamin Wolff konnte sich in der Vorauswahl platzieren. Die Oscar-Akademie gab die Anwärter in Los Angeles bekannt. Sie wurden unter 144 Filmen aus zahlreichen Ländern ausgewählt. Nun wird ein Komitee fünf Kandidaten für die Endrunde bestimmen. Die Finalisten werden am 14. Januar bei der Bekanntgabe der Oscar-Nominierungen in allen Sparten verkündet. Die Preisvergabe in Hollywood findet am 28. Februar zum 88. Mal statt.

Sammler Alfred Gunzenhauser gestorben

Sein Museum beherbergt Werke von Dix, Kirchner und Beckmann

Der Galerist und Sammler Alfred Gunzenhauser ist tot. Er sei am Montag im Alter von 89 Jahren gestorben, teilte die Stadt Chemnitz am Donnerstag mit. Dort war 2007 das Museum Gunzenhauser als Einrichtung der Kunstsammlungen Chemnitz eröffnet worden. Es beherbergt den Großteil der privaten Sammlung deutscher Kunst des 20. Jahrhunderts des Galeristen. Gunzenhauser hatte seine Werke - etwa von Dix, Kirchner, Beckmann, Heckel und Schmidt-Rottluff - 2003 in eine Stiftung mit Sitz in der sächsischen Stadt überführt. Ein früheres Bankgebäude wurde zum Kunstmuseum umgebaut. Mit dem eigenen Museum war für ihn ein Traum erfüllt worden.

National Book Award verliehen

US-Bestseller-Autor Don DeLillo für Lebenswerk geehrt

Die Autoren Adam Johnson und Ta-Nehisi Coates haben die begehrten National Book Awards der USA gewonnen. Johnson wurde in New York in der Kategorie Belletristik für die Kurzgeschichtensammlung "Fortune Smiles" geehrt. Er hatte für sein vorheriges Buch "Das geraubte Leben des Waisen Jun Do" vor zwei Jahren bereits den Pulitzer-Preis bekommen. Coates gewann in der Kategorie Sachbuch für "Between the World and Me", einen Brief an seinen Sohn über Rassismus, der in den USA für viel Aufsehen gesorgt hatte. Der Bestseller-Autor Don DeLillo wurde zudem für sein Lebenswerk geehrt. Der mit 10 000 Dollar dotierte National Book Award gilt neben dem Pulitzer-Preis als bedeutendster Buchpreis der USA.

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