Seit 12:05 Uhr Studio 9 kompakt
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 12:05 Uhr Studio 9 kompakt
 
 

Im Gespräch / Archiv | Beitrag vom 12.06.2015

Hermann ParzingerSchatzkammer Humboldt-Forum

Moderation: Katrin Heise

Hermann Parzinger, der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (Deutschlandradio Kultur / Manfred Hilling)
Hermann Parzinger, der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (Deutschlandradio Kultur / Manfred Hilling)

Beim Richtfest des Berliner Humboldt-Forums ist Hermann Parzinger eine der Hauptpersonen. Wie er vom Archäologen zum Präsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz wurde und was ihm das neue Forum im Herzen der Stadt bedeutet, erzählt er im Gespräch.

Heute ist ein guter, ein wichtiger Tag für Hermann Parzinger. Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz ist einer der Gründungsintendanten des neuen Zentrums für Kultur und Wissenschaft. Seine Vision vom Humboldt-Forum ist die "eines Schlosses für die Welt". Er freut sich auf "ein mit Schätzen gefülltes Haus", das viele Bürger erreichen solle, betont er immer wieder gerne.

Der Prähistoriker und Archäologe ist selbst viel in der Welt herumgekommen und soll zehn Sprachen beherrschen. Berühmt wurde er unter anderem für die Entdeckung eines mit Goldschätzen gefüllten Skythen-Grabes in Sibirien. Der Berliner Martin-Gropiusbau zeigte 2007 dazu eine Ausstellung – inklusive einer Eismumie, die Parzinger und seine Kollegen ausgegraben hatten. Allerdings: Die Archäologie sei ein zwar aufregendes, aber auch mühsames Geschäft: "Goldschätze und Mumien – das ist nicht das Tagesgeschäft des Archäologen. Das war bei mir nicht anders."

Bilder vom Humboldt-ForumNeil MacGregor - Gründungsintendant des Humboldt-Forums Die Baustelle des Berliner Stadtschlosses mit Humboldt-Forum im Mai 2015Die Baustelle des Berliner StadtschlossesBaustelle des Berliner Stadtschlosses mit Humboldt-ForumWilhelm von Boddien, Geschäftsführer des Fördervereins des Berliner SchlossesDie Kuppel des Rohbaus des Berliner Schlosses Blick von der Baustelle des Humboldt-Forums auf den Berliner Dom, aufgenommen am 12.6.2015Hof im Humboldt-Forum des Berliner Stadtschlosses am Tag des Richtfests am 12.6.2015Gruppenbild beim Richtfest im Berliner Humboldt-Forum am 12.6.2015Der Richtkranz am Kran auf dem Richtfest auf der Baustelle des Berliner Humboldt-Forums am 12.6.2015Blick in unseren Übertragungswagen während des Richtfestes des Humboldtforums. Unser Übertragungswagen neben dem Rohbau Humboldtforum

Völkerverständigung bei den Ausgrabungen

Ausgrabungen seien immer eine kooperative Angelegenheit, bei der viele kulturelle Eigenheiten des Landes beachtet werden müssten: "Sie sind mit einem Partner dort, aber trotzdem müssen Sie mit dem Bürgermeister oder mit dem Landrat im Iran endlos Tee trinken – in Russland müssen Sie endlos Wodka trinken." Außerdem würden auch die einheimischen Arbeiter, die man für die Grabungen einstelle, die Archäologen und ihre studentischen Mitarbeiter gerne zum Essen in ihr Dorf einladen. "Man lernt so viel über die Menschen - wie sie denken, wie sie leben. Die sind so interessiert an uns." In einem begrenzten Rahmen finde dort wirkliche Völkerverständigung statt.

Mittlerweile gräbt Parzinger nur noch selten selbst - dafür ist er, als Präsident der Stiftung, in die Rolle des Vermittlers geschlüpft. Bedauert er das manchmal? Parzinger verneint: Es sei eine mindestens ebenso spannende Aufgabe, nicht nur für erwachsene Museumsbesucher, sondern auch für Kinder eine Brücke zum Kulturerbe zu bauen und sie dafür zu begeistern.

Bei der Richtfestfeier auf der wohl bekanntesten Kulturbaustelle Deutschlands spielt auch das Rundfunk-Sinfonie Orchester Berlin. Deutschlandradio Kultur überträgt das Konzert "Das Klingen ist eine Baustelle" live ab 20:03 Uhr  - und begleitet die Veranstaltung auch auf Twitter.

Mehr zum Thema:

Berliner Humboldtforum - Große Erwartungen an Neil MacGregor
(Deutschlandfunk, Kultur heute, 05.05.2015)

Kein Konzept für das Humboldtforum - Viel hauptstädtisches Wortgeklingel
(Deutschlandradio Kultur, Studio 9, 20.03.2015)

Humboldtforum in Berlin - "Ein ernsthaftes Problem"
(Deutschlandradio Kultur, Interview, 14.03.2015)

Im Gespräch

BewegungTanzen als Weg zu sich selbst
Ein Paar tanzt im Jahr 1939 im The Savoy Club in Harlem, New York, den Swingtanz Lindy Hop. (imago/United Archives International)

Tanzen polarisiert: Entweder man tut es leidenschaftlich oder man lehnt es ab. Tangolehrerin Heidi Schumacher und Musikwissenschaftler Prof. Dr. Gunter Kreutz erzählen in unserer Sendung, warum man einfach tanzen muss. Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur