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Montag, 30. Mai 2016MESZ08:52 Uhr

Kulturnachrichten

Samstag, 30. Januar 2016

Hengelbrock erhält Herbert von Karajan Musikpreis

Ehrung für 57-Jährigen

Der Dirigent Thomas Hengelbrock erhält den mit 50 000 Euro dotierten Herbert von Karajan Musikpreis. Das Geld fließe vollständig in die Arbeit der Akademie Balthasar Neumann und komme der musikalischen Nachwuchsförderung zugute, sagte der Chefdirigent des NDR Sinfonieorchesters des Festspielhauses in Baden-Baden. Vom nächsten Jahr an wird der Herbert von Karajan Musikpreis in Salzburg vergeben. Damit komme die Kulturstiftung Festspielhaus Baden-Baden einer Bitte Eliette von Karajans nach. Der Preis war vor 13 Jahren vom Festspielhaus Baden-Baden initiiert worden. Bisherige Preisträger sind unter anderem die Geigerin Anne-Sophie Mutter, der Pianist und Dirigent Daniel Barenboim, die Berliner und Wiener Philharmoniker und der Ballettdirektor John Neumeier. Der Preis wird am Abend vergeben.

Filmschnitt-Preise

"Mad Max" schlägt "Star Wars"

Der Endzeit-Film "Mad Max: Fury Road" hat eine weitere Filmtrophäe gewonnen und dabei Konkurrenten wie "Star Wars: Das Erwachen der Macht" und "The Revenant - Der Rückkehrer" geschlagen. Bei der 66. Verleihung der "Eddie Awards", die vom US-Verband der Filmcutter für den besten Filmschnitt vergeben werden, siegte "Mad Max" in der Sparte "Bester Schnitt in einem Drama". Die Finanzsatire "The Big Short" holte den Preis als bestgeschnittene Komödie. Der Verband American Cinema Editors vergab die Preise in Beverly Hills. Die "Eddie"-Sieger gewinnen auch häufig bei den Oscars in der Kategorie "Bester Schnitt".

Gurlitt-Sammlung nicht bei Documenta

Sensibler Umgang mit Nachlasswerken

Kunstwerke aus dem Nachlass von Cornelius Gurlitt werden nicht bei der nächsten Weltkunstausstellung Documenta zu sehen sein. Es sei undenkbar, diese bei einem Kunst-Event zu zeigen, sagte ein Sprecher von Kulturstaatsministerin Grütters und bestätigte damit einen Bericht des Deutschlandfunks. Man müsse sensibel mit der Sammlung umgehen. Von der Documenta-Leitung gab es zunächst keine Stellungnahme. Als einen Grund für die Absage nannte Grütters das noch laufende Erbstreitverfahren um die Sammlung. Außerdem müsse die Herkunft der Werke noch genau erforscht werden. Das geschehe in Absprache mit dem Kunstmuseum Bern, das von Gurlitt als Erbe bestimmt worden ist und das parallel zur Ausstellung in der Bundeskunsthalle Werke zeigen werde. Der Kunsthändlersohn Gurlitt hatte über Jahre hinweg eine teils hochkarätige Kunstsammlung gehortet. Die Bilder stammten von seinem Vater, der einer der wichtigsten Kunsthändler der Nazis war.

Friedrich-Rückert-Preisträgerin 2016

Türkische Literatin Sema Kaygusuz geehrt

Sema Kaygusuz erhält den diesjährigen Friedrich-Rückert-Preis der Stadt Coburg. Die 43-Jährige lebt in Istanbul. Sie hat zwei Romane und fünf Bände mit Kurzgeschichten veröffentlicht. Seit 2008 verleiht die Stadt Coburg den mit 7.500 Euro dotierten Coburger Rückert-Preis in Erinnerung an den berühmten Orientalisten, Dichter, Übersetzer und Sprachforscher Friedrich Rückert, der 1820-1866 in Coburg gelebt und gearbeitet hat.

Letzte Ruhestätte von David Bowie

Asche soll auf Bali verteilt werden

Der verstorbene britische Popstar David Bowie hat in seinem Testament verfügt, dass seine Asche auf der indonesischen Insel verteilt werden soll. Bowie habe sich eine Bestattung nach buddhistischem Ritus gewünscht, meldete die "New York Post". Die Zeitung berief sich auf den letzten Willen des am 10. Januar an Krebs gestorbenen Musikers. Sein auf 100 Millionen Dollar geschätztes Vermögen vermachte er etwa zur Hälfte seiner Witwe Iman, die andere Hälfte gehe zum größten Teil an seine beiden Kinder. Bowie soll früher einige Zeit auf Bali und in anderen Teilen Indonesiens verbracht haben. Bowie war im Alter von 69 Jahren an Krebs gestorben.

Dresdner Opernball-Orden für Christian Wulff

Ehrung für Altbundespräsident

Altbundespräsident Christian Wulff ist in Dresden mit dem Orden des Semperopernballs geehrt worden. Der Verein der alljährlichen Ballnacht würdigt nach eigenen Angaben damit die Verbundenheit Wulffs zu Dresden und "sein mit dieser Stadt verbundenes gesellschaftliches Wirken". Weitere Orden gingen unter anderem an den Schauspieler Mario Adorf für sein Lebenswerk und den Entertainer und langjährigen Moderator des Semperopernballs, Gunther Emmerlich. Zudem erhielt der Außenminister des Sultanats Oman, Youssef al-Alawi Abdullah, die Dresdner Auszeichnung. Geehrt wurden damit seine besonderen politischen Verdienste.

Getty Museum ersteigert Barockbild für 30 Millionen

Gemälde ist eines der bedeutendsten Werke der Epoche

Das Getty Museum in Los Angeles hat bei einer Auktion in New York ein Barockkunstwerk des italienischen Malers Orazio Gentileschi für 30,5 Millionen Dollar ersteigert. Das sei mehr als siebenmal so viel wie der bisherige Rekordpreis für ein Bild des Künstlers, teilte das Auktionshaus Sotheby's mit. Erwartet hatte das Auktionshaus etwa 25 bis 35 Millionen Dollar für das Werk, das seit einigen Jahren einer Familienstiftung gehörte. Auf dem Ölgemälde mit dem Titel "Danaë" sind eine nur mit einem Tuch bedeckte Frau, die auf auf einem Bett liegt und Amor, der Gott der Liebe, als kleines Engelchen zu sehen, während es von oben Goldstücke regnet. Das etwa 1,6 mal 2 Meter große Werk ist nach Angaben des Auktionshauses eines der bedeutendsten Bilder des italienischen Barocks, die seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs auf den Markt gekommen sind.

Grütters verleiht Theaterpreis des Bundes

Preis wurde erstmals verliehen

Kulturstaatsministerin Grütters hat in Berlin erstmals den mit einer Million Euro dotierten Theaterpreis des Bundes verliehen. Damit wurden zwölf kleine und mittlere Theater aus ganz Deutschland mit Preisgeldern zwischen 50.000 und 80.000 Euro ausgezeichnet. Grütters sagte bei der Preisverleihung in der Akademie der Künste, Theater seien als Orte gesellschaftlicher Kommunikation und geistiger Auseinandersetzung unverzichtbar. Eine von Grütters berufene Fachjury hatte im Dezember aus 189 Bewerbungen folgende Theater ausgewählt: Das letzte Kleinod, Schiffdorf (Niedersachsen), Theater Oberhausen (Nordrhein-Westfalen), Fundus Theater (Hamburg) Stadttheater Bremerhaven, Städtische Bühnen Osnabrück (Niedersachsen), Theater der Jungen Welt (Leipzig), FFT Düsseldorf, Figurentheaterzentrum Westflügel (Leipzig), Theater der Altmark/Landestheater Sachsen-Anhalt, Anhaltisches Theater Dessau, Heimathafen Neukölln (Berlin) und das Maxim Gorki Theater, Berlin.

Müller sieht keinen "Baupfusch" an der Staatsoper

Sanierungskosten in Berlin stiegen von 239 auf 400 Millionen

Die Probleme bei der millionenschweren Sanierung der Berliner Staatsoper sind nach Ansicht von Regierungschef Müller nicht auf "Baupfusch" zurückzuführen. "Da gibt es andere Baustellen, wo wir so was haben. Bei der Oper nicht", sagte Müller im Untersuchungsausschuss des Abgeordnetenhauses. Müller war von 2011 bis 2014 Senator für Stadtentwicklung. Er bewertete es im Rückblick kritisch, dass gleichzeitig gebaut und geplant wurde. Müller räumte ein, es habe auch Schwierigkeiten bei der Abstimmung mit der Kulturverwaltung gegeben. Die Staatsoper Unter den Linden wird seit 2010 saniert, die Wiedereröffnung ist auf 2017 verschoben. Die Kosten stiegen von etwa 239 Millionen Euro auf geschätzt 400 Millionen Euro. Der Ausschuss soll klären, wer für diese Entwicklung verantwortlich ist.

Deutsches Museum in Bonn steht vor Schließung

Stadt will die Kosten für den Betrieb einsparen

Das Deutsche Museum in Bonn steht vor dem Aus. Die Stadt als Geldgeber hat den Vertrag für Anfang 2018 gekündigt, wie das Museum mitteilte. "Es bleibt nur noch die Möglichkeit, mit unserem Förderverein und der Wissenschaft ein Zukunftskonzept zu entwickeln, das uns auf andere finanzielle Beine stellt", sagte Museumsleiterin Andrea Niehaus. Eine Sprecherin der Stadt Bonn erklärte, die Einsparungen seien notwendig, um den Haushalt bis 2021 auszugleichen. Das Deutsche Museum in Bonn ist eine Außenstelle des großen Deutschen Museums in München. Jährlich kommen rund 65 000 Besucher, auch bei Schulen ist die Einrichtung in Bonn beliebt. Das Museum stellt Exponate und Experimente berühmter Wissenschaftler, Techniker und Erfinder vor. Die drohende Schließung kommt nicht überraschend: Die Stadt hatte bereits vor längerer Zeit angekündigt, die 830 000 Euro pro Jahr für den laufenden Betrieb und die Miete nicht mehr übernehmen zu wollen.

Jacques Rivette gestorben

Der Nouvelle Vague-Regisseur wurde 87 Jahre alt

Der französische Filmregisseur Jacques Rivette ist tot. Er starb am Freitag im Alter von 87 Jahren, wie die französische Zeitung "Le Monde" unter Berufung auf seine Produzentin berichtete. Rivette gehörte neben Francois Truffaut, Jean-Luc Godard, Eric Rohmer und Claude Chabrol zu den Begründern der in den 50er und 60er Jahren entstandenen Filmbewegung "Nouvelle vague". Sie machte mit subjektivem Blick Front gegen das Kommerzkino. Zu Rivettes bekanntesten Filmen gehören "Paris nous appartient", "L'Amour fou", "Die Nonne" und "Die schöne Querulantin".

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